Waldmohr RHEINPFALZ Plus Artikel Warum 40 Kinder nicht die IGS besuchen dürfen

Am Standort Waldmohr darf die IGS jährlich maximal 112 neue Schüler aufnehmen.
Am Standort Waldmohr darf die IGS jährlich maximal 112 neue Schüler aufnehmen.

Deutliche mehr Viertklässler wollen die Integrierte Gesamtschule Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr besuchen, als diese Kapazitäten hat. 40 Kinder und ihre Eltern müssen sich anderweitig umsehen. So viele mussten bisher noch nie abgelehnt werden. Ausschlaggebend sind bestimmte Kriterien.

Es ist für Eltern und Kinder gleichermaßen ein besonderer Meilenstein, wenn es nach der Grundschule auf eine weiterführende Schule geht. Doch nicht alle angehenden Fünftklässler dürfen ab Sommer an ihrem Wunschziel lernen und reifen. 152 Schülerinnen und Schüler wurden von ihren Eltern an der IGS Waldmohr angemeldet, doch die Gesamtschule im Kuseler Südkreis darf nur maximal 112 Kinder aufnehmen – 40 blieben auf der Strecke.

Eine Leserin wandte sich an die RHEINPFALZ, um darauf aufmerksam zu machen. „Schüler aus direkter Umgebung – teilweise mit einem Schulweg von ein, zwei Minuten innerhalb Waldmohrs – sind nun gezwungen, an der IGS vorbeizulaufen, um lange Busfahrten auf sich zu nehmen“, klagt die Leserin. Die Kinder müssten nun künftig nach Kusel, Landstuhl, Bruchmühlbach-Miesau und Homburg fahren, um eine der dortigen Schulen zu besuchen.

Von Jahr zu Jahr mehr Ablehnungen

IGS-Schulleiter Uwe Steinberg bestätigt die Anzahl der abgelehnten Schüler auf Anfrage der RHEINPFALZ. Das sei allerdings eine Vorgabe des Bildungsministeriums. Für die IGS sei geregelt, dass es in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn maximal je vier Parallelklassen geben dürfe, erklärt Steinberg. Zudem sei geregelt, dass in den Jahrgangsstufen fünf und sechs maximal 28 Schüler eine Klasse besuchen dürfen. Daraus ergebe sich die Obergrenze von 112. „Von Seiten der IGS gibt es keine Möglichkeiten, mehr Kinder aufzunehmen“, sagt der Schulleiter. Seit 2019 müssten jedes Jahr Bewerbungen abgelehnt werden. „Anfangs waren es nicht so viele, im letzten Jahr 30, dieses Jahr 40 Kinder.“

Bei einem Überschuss an Bewerbern werden bestimmte Auswahlkriterien angewandt, wie Schulleiter Steinberg schildert. Auf Grundlage der Noten der Halbjahreszeugnisse in der vierten Klasse werden sogenannte Leistungsgruppen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht gebildet. „Auch das ist uns vorgegeben“, sagt der IGS-Leiter. Im Leistungsbereich I können bis zu 56 Kinder – also 50 Prozent – aufgenommen werden, das sei allerdings noch nie der Fall gewesen. „Die Leistungsgruppen II und III teilen sich gleichrangig die restliche Anzahl“, so Steinberg weiter. Zudem gilt: „Kinder mit einem von der ADD bestätigten Förderstatus müssen aufgenommen werden, da wir eine sogenannte Schwerpunktschule sind.“

Geschwisterkinder werden immer aufgenommen

Zusätzlich gebe es weitere Kriterien, die frühzeitig über eine Zu- oder Absage entscheiden. So werden Kinder, die aus dem Saarland oder dem Landkreis Kaiserslautern kommen, grundsätzlich abgelehnt. „Kinder, die aktuell Geschwister an unserer Schule haben, werden aufgenommen“, sagt Steinberg. Das sei eine soziale Komponente, auf die im Vorfeld explizit hingewiesen werde.

Die IGS nehme außerdem ausschließlich Kinder auf, die in der Verbandsgemeinde (VG) Oberes Glantal leben. Dennoch könne es vorkommen, dass Schüler, die an einem der beiden IGS-Standorte leben – Waldmohr und Schönenberg-Kübelberg – abgelehnt werden. Steinbergs Erklärung: „Weil dies in unseren Augen eine Diskriminierung der Kinder wäre, die nicht das ,Glück’ haben, genau dort zu wohnen. Also werden alle Kinder mit Wohnsitz in der VG gleich behandelt.“ Hinzu komme: „Waldmohr und Schönenberg-Kübelberg liegen an der Regio-Linie zwischen Homburg und Kusel, die in beide Richtungen ohne Umsteigen den Schulbesuch woanders möglich macht. Dies ist nicht für alle Gemeinden in der VG so.“

Dennoch betont der Schulleiter, dass niemand an der IGS glücklich mit den Ablehnungen sei: „Sicherlich gibt es bei jedem Kind und dessen Eltern deswegen große Enttäuschung, teils Tränen und Ungewissheit, wie es denn weitergehen soll.“

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