Konken
Hof am Weiher rudert zurück: So könnte der Plan B für einen Dorfladen aussehen
Nachdem der Lebensmittelladen im Haus der Kulinarischen Landstraße im August 2023 geschlossen worden war, wollte der Hof am Weiher ein neues Geschäft für Bio-Lebensmittel in den Räumen an der Hauptstraße eröffnen. Der Knackpunkt: Um den Laden wirtschaftlich führen zu können, benötigt der Hof 400.000 Euro pro Jahr. Diese Summe sei bei weitem nicht zustande gekommen, bedauert Vorstand Kornelius Burgdörfer-Bensel. Nur rund 75 Haushalte hatten eine Verpflichtung in Aussicht gestellt. Dies entspricht einer Summe von 125.000 Euro, die sicher hätte finanziert werden können. „Dieses finanzielle Risiko können wir nicht eingehen“, betont der Landwirt aus Albessen.
Idee: Digitale Eintrittskarte
Dass das Ziel nicht erreicht wird, hatte sich schon länger abgezeichnet. Dabei war die Stimmung bei einer ersten Info-Veranstaltung im April noch euphorisch gewesen. Doch offenbar haben viele mögliche Kunden die vom Hof gewünschte Verpflichtung zum Kauf abgelehnt. Möglicherweise schien einigen die Bio-Ware auch nicht preiswert genug.
Wie es nun weitergeht, ist unklar. Fest steht nur, der Hof am Weiher wäre prinzipiell weiter mit im Boot, wie Burgdörfer-Bensel betont. Es gebe Ideen, nur an den Wochenenden zu öffnen, um frische Ware zu verkaufen. Eine weitere Idee wäre, unter der Woche nur Mitgliedern einer Dorfladengemeinschaft per digitaler Eintrittskarte den Einkauf zu ermöglichen – dann seien allerdings nur lagerfähige Waren erhältlich, schränkt er ein.
Myzelium will sich dennoch im Ort engagieren
Mit ins Boot hatte die Hof-AG auch die Unternehmergesellschaft Myzelium aus dem baden-württembergischen Neuhausen genommen. Zwei Vertreterinnen waren zu der Infoveranstaltung im April gekommen. Nach Auskunft von Myzelium-Mitarbeiterin Hannah Heller (Speyer) würde sich das Netzwerk auch weiter für den Betrieb eines Dorfladens in Konken engagieren. „Es braucht Leute, die für den Laden in die Verantwortung gehen“, sagt Heller. Diese Personen zu suchen und zu befähigen, „dafür würden wir unser Herzblut reinstecken“, fügt sie hinzu. Es sei im Vorfeld schon viel passiert, „viele wollen den Laden, der Boden ist gesät“, sagt sie. Der Laden könne auch ein Projekt für eine Gruppe, einen Verein oder eine Genossenschaft sein. Denn für die Nahversorgung auf dem Land müssten neue Formate erdacht werden, ist Heller überzeugt. Solche würde Myzelium auch gerne in Konken entwickeln.
Allerdings würde die Unternehmergesellschaft ihr Engagement nun nicht mehr wie zuvor kostenlos anbieten. Laut Heller hat Myzelium ein Angebot an die Ortsgemeinde in Höhe von 8000 Euro netto gerichtet. Nun ist also die Ortsgemeinde am Zug. Bei einer Diskussion im Gemeinderat Anfang September ist laut Ortsbürgermeister Christian Gießler noch nichts beschlossen worden. Gleichzeitig gibt es offenbar auch Anfragen von anderen potenziellen Nutzern für die Räume im Kulinarischen Haus. Wie es weitergeht, ist offen.
