Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Sanierung des Freizeitbades Azur wird immer dringlicher

Läuft am Limit: Das Freizeitbad Azur müsste generalüberholt werden. Für die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach alleine aber is
Läuft am Limit: Das Freizeitbad Azur müsste generalüberholt werden. Für die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach alleine aber ist das zu teuer.

Der eigentliche Plan war: Das Freizeitbad Azur schließt ab diesem Jahr und wird 2024 in neuem Gewand und mit moderner Technik wieder eröffnet. Dieser Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten. Aber ob sich alles nur verschiebt oder am Ende gar nicht realisiert werden kann, ist unklar.

Ralf Hechler wartet, aber er wartet nicht mehr lange. Wenn die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach nicht bald eine Rückmeldung bekomme, wie viele Fördermittel sie für die Sanierung des Freizeitbades Azur von Land und Bund zu erwarten habe, dann sieht der Bürgermeister sogar den grundsätzlichen Erhalt des Schwimmbades in Gefahr. „Wenn wir keine vernünftige Förderung des Landes und kein Geld aus dem Bundesprogramm bekommen, müssen wir überlegen, ob wir schließen“, stellt er ganz klar fest.

Denn das Bad sei krank. Nach 32 Jahren Dauerbetrieb, in denen sieben Millionen Besucher durchgeschleust worden seien, „ist es jetzt technisch und energetisch am Ende“. Das betreffe sowohl die Anlagen, die für den Schwimmbadbetrieb notwendig sind, als auch die Gebäudehülle. Man habe sogar schon den Kies vom Dach geschaufelt, um die Konstruktion von zusätzlichem Gewicht zu befreien.

Ist der Umbau überhaupt realisierbar?

Die Notwendigkeit, das Bad von Grund auf zu sanieren, besteht schon länger. Der Verbandsgemeinderat ließ daher bereits vor vier Jahren Pläne ausarbeiten, wie ein runderneuertes Azur aussehen könnte. Über 20 Millionen Euro wurden damals veranschlagt, die investiert werden müssten. Dann bremste zunächst die Corona-Pandemie alles aus. Es stellte sich die Frage, ob, unter welchen Auflagen und vor allem wann Schwimmbäder wieder voll genutzt werden könnten. Aber auch das Land Rheinland-Pfalz stellte Fördergelder nicht so zügig und letztlich auch nicht in der Höhe, wie von Hechler und seinen Mitstreitern erhofft, in Aussicht. Zunächst waren noch von vier, zuletzt jedoch nur noch von drei Millionen Euro die Rede, die als Zuschuss fließen könnten. An dieser Summe habe sich bis heute nichts geändert, sagt Hechler. Er zeigte sich jedoch schon 2021 skeptisch, ob unter diesen Voraussetzungen ein solch großer Umbau realisierbar wäre. Denn je weniger Zuschüsse bewilligt würden, desto höher würden die Kredite ausfallen, die von der VG aufgenommen werden müssten.

Diese Differenz zwischen in Aussicht gestellter Förderhöhe und den Kosten, die entstehen würden, wenn heute tatsächlich gebaut würde, hätten sich mittlerweile noch deutlich vergrößert. Befeuert durch die weltweiten Krisen, von Pandemie bis Ukraine-Krieg, sind Baukosten allgemein enorm gestiegen. „Wir haben in diesem Jahr unser Büro gebeten, die aktuellen Kosten zu überschlagen, wie diese sich gegenüber der Planung von 2019 verändert haben. Das sind zwischen 15 und fast 20 Prozent mehr“, hält Hechler fest, dass momentan nicht mehr 20, sondern rund 24 Millionen Euro für ein Projekt dieser Art ausgegeben werden müssten.

Schlimmstenfalls Schließung

Hoffnung machte dem Kommunalpolitiker dann ein neues Förderprogramm des Bundes für die energetische Sanierung speziell von Schwimmbädern und Sporthallen. „In das Programm passen wir genau rein“, findet der VG-Chef. Die Bewerbung erfolgte im Herbst 2022, seither wartet Hechler auf eine Antwort. Immerhin maximal sechs Millionen Euro könnte die Verbandsgemeinde aus diesem Topf erhalten. „Wenn das klappt, dann wird das Schwimmbad saniert, wenn vielleicht auch kleiner“, verspricht Hechler, schickt jedoch sofort hinterher: „Ohne diesen Zuschuss, und wenn das Land sich nicht bewegt, geht das nicht.“

Schlimmstenfalls könnte das dann allerdings letztlich die Schließung nach sich ziehen. Hechler will das nicht, schließlich ist das Azur eigentlich eine Erfolgsgeschichte und bei den Besuchern beliebt. Und, das wird der CDU-Mann ebenfalls nicht müde zu betonen, es ist das einzige Hallenbad im gesamten Landkreis Kaiserslautern, die Kosten aber trage fast ausschließlich Ramstein-Miesenbach. Lediglich Landstuhl beteilige sich über eine Kooperation, indem es einen der bislang rund 20 Mitarbeiter zahle.

„Ich verschulde die Verbandsgemeinde nicht zugunsten eines Schwimmbades“

Aber Hechler sagt auch: „Ich nehme keine 20 oder 24 Millionen alleine in die Hand und weiß nicht, wo die Reise hingeht. Ich verschulde die Verbandsgemeinde nicht zugunsten eines Schwimmbades.“ Immerhin habe die Gebietskörperschaft sich auch noch um andere Dinge zu kümmern, wie etwa darum, die Schulen zu modernisieren, für eine gut aufgestellte und ausgestattete Feuerwehr oder ein leistungsfähiges Kanalsystem zu sorgen. Während all dies zur Daseinsvorsorge gehöre, die eine Kommune zu leisten habe, falle das Bad nicht unter diese Kategorie. „Das Schwimmbad ist, ich will nicht sagen ,nice to have‘, aber es ist keine Pflichtaufgabe.“

x