Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Planungsentwurf für Azur-Sanierung sieht 50-Meter-Bahnen vor

Erster Planungsentwurf zur Azur-Sanierung: Die Farben Grau und Weiß zeigen den Bestand. Die rote Farbe markiert die baulichen Ve
Erster Planungsentwurf zur Azur-Sanierung: Die Farben Grau und Weiß zeigen den Bestand. Die rote Farbe markiert die baulichen Veränderungen: Die 50-Meter-Bahnen werden überdacht, und der Eingang des Bades wird umgestaltet. Foto: VG Ramstein-MIESENBACH/FREI

50-Meter-Bahnen im Hallenbad soll es geben, auch eine große Rutsche. Das beliebte Warmwasserbecken im Außenbereich bleibt, wird aber an eine andere Stelle verlegt: Das alles sieht der erste Planungsentwurf für die Sanierung des Freizeitbads Azur in Ramstein-Miesenbach vor. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.

Wie das Bad künftig aussehen soll, wird vom Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch beraten. Wenn das Gremium den Plänen grundsätzlich zustimmt, könnten die Arbeiten im Frühjahr 2021 beginnen, erläutert VG-Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Für die Sanierungsarbeiten werde das Bad voraussichtlich eineinhalb Jahre geschlossen bleiben. Ein Teil der 25 Mitarbeiter werde im Azur bleiben, ein anderer in anderen Abteilungen der Verbandsgemeinde eingesetzt.

50-Meter-Bahnen, Hubboden und Cabriodach

Vorgesehen ist, das Gebäude komplett zu entkernen und energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Dasselbe gelte für die gesamte Bädertechnik. „Ein Vorteil ist, dass das Bad einen eigenen Brunnen hat“, erläutert der VG-Bürgermeister. Die Wasserfläche des Freibades werde zugunsten derer im Hallenbad verkleinert. Dies bedeutet, dass die 50-Meter-Bahnen im Freien zurückgebaut werden. Dafür wird es zukünftig vier 50-Meter-Bahnen im Hallenbad geben. Dies sei ein großer Wunsch der Vereine und Schulen gewesen, so Hechler. Die Bahnen könnten mit einer versenkbaren Wand in 25-Meter-Strecken unterteilt werden. Um auch Schwimm- und Gymnastikkurse anbieten zu können, soll es an dieser Stelle auch einen Hubboden geben, um die Wassertiefe variieren zu können, erläutert Hechler.

Ein bewegliches Dach und eine Seitenwand, die bei Bedarf aufgeschoben werden können, sollen über dem 50-Meter-Becken für Freiluftfeeling sorgen. Dafür werde das bestehende Trapezdach erneuert. Das Sprungbecken im Freibad bleibt laut den Plänen erhalten. Auch das bei den Besuchern sehr beliebte Warmbecken werde es wieder geben – allerdings an einer anderen Stelle. Kinder und Jugendliche werden im Hallenbad auch künftig nicht auf die große Rutsche verzichten müssen. Diese werde aber an einer anderen Stelle der Schwimmhalle angedockt, gerutscht wird in Röhren, die außerhalb der Halle verlaufen.

Textilsauna und eigener Eingang für Gruppen

Wegfallen wird laut Hechler zukünftig die Sauna im Untergeschoss des Bades. Die Anzahl der Saunagäste habe sich in den vergangenen Jahren von etwa 15.000 auf unter 7000 Besucher pro Jahr reduziert. „Das ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, so der Bürgermeister. Eine Alternative sollen zukünftig eine Textilsauna sowie eine Infrarotkabine im Obergeschoss der Halle auf der Galerie bieten. Dort gibt es zurzeit noch eine Solarwiese, die aber künftig nicht mehr betrieben werden dürfe, so Hechler.

Geplant ist auch, den Haupteingang komplett umzugestalten: Für Schulklassen, größere Gruppen und Vereine ist ein eigener Zugang zur Schwimmhalle vorgesehen. Das gesamte Gelände vom Eingangsbereich bis in die Außenanlage werde zudem barrierefrei gestaltet, erläutert Hechler.

Hechler: „Hoffen auf ordentliche Förderung vom Land“

Die Kosten für die Sanierung sind mit rund 20 Millionen Euro veranschlagt. Sollte es bei dieser Summe bleiben, rechnet die Verbandsgemeinde mit zusätzlichen Baunebenkosten von rund 5 Millionen Euro. „Die Pläne sind allerdings nicht in Stein gemeißelt“, so der Bürgermeister. Über Details und Einsparmöglichkeiten werde der Rat diskutieren. „Da das Azur das einzige Hallenbad im Landkreis ist und wir für die Schulen und Vereine Trainingsmöglichkeiten bieten, erhoffen wird uns vom Land eine ordentliche Förderung“, sagt Hechler. Diese sei in der Vergangenheit mit der Forderung verbunden gewesen, Wasserfläche zu reduzieren. „Da sind wir mit der Schließung des Hallenbads in Landstuhl 2007 quasi schon in Vorleistung gegangen“, so Hechler.

Rund 500.000 Euro Folgekosten im Jahr

Der VG-Chef rechnet mit Unterhaltskosten von rund 450.000 bis 500.000 Euro pro Jahr für das neue Bad. Dies werde mit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ermittelt, die in Auftrag gegeben werde, wenn der VG-Rat den Plänen grundsätzlich zugestimmt habe, so Hechler. Wegen des hohen Reparaturaufwands schwanke das Defizit des Bads zur Zeit bei rund 800.000 bis 850.000 Euro. Seit der Schließung des Hallenbads in Landstuhl beteiligt sich die VG Landstuhl über einen Kooperationsvertrag mit 45.000 Euro, was den Personalkosten von einem Mitarbeiter entspricht, so Hechler.

Termin

In einer öffentlichen Sondersitzung wird der VG-Rat am Mittwoch, 27. November, 18 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses in Ramstein über das Planungskonzept zur Sanierung des Freizeitbades Azur beraten.

Zur Sache

Das Azur, das 1970 in Betrieb genommen wurde und dessen Schwimmhalle vor 33 Jahren überholt worden ist, hat derzeit 180.000 Besucher pro Jahr. Diese kommen aus einem Umkreis von 40 bis 50 Kilometern. Etwa 20 Prozent der Badegäste sind Amerikaner. 85 Prozent der Besucher nutzten ausschließlich das Hallenbad – auch im Sommer, erläutert VG-Bürgermeister Ralf Hechler (CDU). Aus diesem Grund halte man es für vertretbar, die Freibad-Fläche etwas zu verkleinern. Ein Workshop mit verschiedenen Nutzergruppen zur Erstellung des Planungskonzepts, habe gezeigt, dass vor allem Sport- und familienfreundliche Angebote gewünscht würden. Hechler: „Die Leute wollen keinen Wellness-Tempel.“

Die Nutzer wünschen sich ein familien- und sportlerfreundliches Angebot im Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach. Dies sei bei
Die Nutzer wünschen sich ein familien- und sportlerfreundliches Angebot im Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach. Dies sei bei dem Planungskonzept zur Sanierung des Bades berücksichtigt, sagt VG-Bürgermeister Ralf Hechler. ARCHIVFoto: VIEW
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