Ramstein-Miesenbach
Land stellt weniger Mittel für Schwimmbadsanierung in Aussicht
Als die ersten Ideen, wie das Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach saniert und umgebaut werden könnte, dem Verbandsgemeinderat 2019 vorgestellt wurden, war die Vorfreude groß. Richtig schick sahen die Entwürfe aus und es wurde darüber diskutiert, ob statt der eigentlich geplanten vier überdachten 50-Meter-Bahnen sogar sechs möglich wären, was höherklassige Wettkämpfe möglich machen würde. Lediglich die Frage, ob das Dach über den Bahnen wirklich zu öffnen sein müsste und ob tatsächlich alle Wasserspiele notwendig wären, schien noch einmal bedenkenswert. Grundsätzlich aber signalisierten die Kommunalpolitiker schon einmal die Bereitschaft, dem mit über 20 Millionen Euro veranschlagten Vorhaben zuzustimmen.
Wirtschaftlichkeit neu prüfen
Jetzt aber scheint das Projekt, zumindest in dieser Größe, auf der Kippe zu stehen. Denn Ralf Hechler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ramstein-Miesenbach, hat schlechte Nachrichten von seinem bislang letzten, dem immerhin schon vierten Gespräch dazu mit Randolf Stich, Staatssekretär im Sportministerium in Mainz, mitgebracht. Statt der einst in den Raum gestellten mindestens vier Millionen Euro an Landeszuschüssen, ist in einem Schreiben Stichs, das der Redaktion vorliegt, nun nur noch von maximal drei Millionen Euro die Rede. Ob die Wirtschaftlichkeit eines so teuren Umbaus unter diesen Umständen noch gegeben wäre, müsse neu berechnet werden, sagt Hechler.
Denn die VG trägt das Bad ganz alleine. Und obwohl der Bürgermeister immer gerne betont, dass Ramstein-Miesenbach derzeit keine Geldsorgen habe, stellt sich doch die Frage, ob ein so hoher Betrag mit geringeren Zuschüssen zu stemmen wäre. In der VG-Kasse befänden sich zurzeit drei Millionen Euro, die fehlenden Gelder müssten über Kredite finanziert werden. „Je geringer dieser Anteil durch Förderungen wird, desto besser“, betont Hechler. Ganz ausschließen will er nicht, „dass wir das auch allein schaffen könnten“, findet aber: „Fair ist das nicht“.
Kampf um höhere Förderung nicht aufgeben
Als Alternative nennt er die ausschließliche Sanierung der nach 30 Jahren Dauerbetrieb maroden Technik. Die, so schätzt er, koste acht bis neun Millionen Euro und sei zwingend notwendig, um den Badebetrieb weiter zu gewährleisten. „Aber da ist dann noch keine Fliese neu gemacht“, gibt Hechler zu bedenken. Diesen Weg zu gehen, wäre aus seiner Sicht „ein Sterben auf Raten“, denn über kurz oder lang müsse die Hülle um die Technik, sprich das Bad in seiner Gesamtheit, ja doch erneuert werden.
Den Kampf um höhere Förderungen aufgeben will Hechler aber noch nicht. Immerhin gebe es gute Argumente dafür, ist der CDU-Mann nach wie vor überzeugt und glaubt, auch die Mainzer doch noch mehr für die Sache gewinnen zu können. Schließlich handele es sich um das einzige Hallenbad im Landkreis Kaiserslautern, das auch für den Schulsport und das Schwimmenlernen in der Region eine wichtige Rolle spiele. Zudem sei, als der Betrieb des Allwetterbades in Landstuhl eingestellt wurde, extra eine Bäderkooperation mit der Nachbarkommune abgeschlossen worden. Dabei sei es genau darum gegangen, zu einem späteren Zeitpunkt bessere Aussichten auf Förderung zu haben, weil damit zwei Bäder zusammengelegt wurden. Denn in den Förderrichtlinien des Landes zum Sportstättenbau heißt es: „Durch mehrere Gemeinden oder Vereine koordinierte Sportinfrastrukturmaßnahmen (Schaffung gemeinsamer Infrastruktur) insbesondere im ländlichen Raum, auch grenzüberschreitend, können besonders gefördert werden.“ Warum dies nun nicht mehr zu zählen scheint, das möchte Hechler Stich noch einmal fragen. Auch auf die knapp 200.000 Besucher aus einem recht großen Einzugsgebiet, die jedes Jahr das Azur besuchen, will er ein weiteres Mal hinweisen.
Auch andere Fördertöpfe im Blick
Sollten alle diese Argumente nicht verfangen, hofft Hechler, dass vielleicht noch Zuschüsse aus dem ein oder anderen Fördertopf fließen könnten, zum Beispiel dem für energetische Sanierung, denn das wäre die Erneuerung der Technik auf jeden Fall. Inwieweit das jedoch erfolgversprechend sei, weiß er momentan nicht.