Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Entnervte Eltern fordern Schulöffnung

Bis mindestens Freitag, 12. März, gibt es an den Schulen im Kreis nur eine Notbetreuung.
Bis mindestens Freitag, 12. März, gibt es an den Schulen im Kreis nur eine Notbetreuung.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis ist am Mittwoch auf 86,8 gefallen. Doch bevor der Kreis mögliche Lockerungen verkünden darf, muss die Inzidenz zwei Tage unter 100 liegen. Der Landrat will sich am Donnerstag dazu äußern, wie es ab Montag in den Schulen weitergeht. Eltern haben für den Nachmittag eine Demonstration angemeldet.

Landesweit haben die Grund- und Förderschulen seit dem 22. Februar wieder Wechselunterricht. Allerdings nicht im Landkreis Germersheim. Hier hatte Landrat Fritz Brechtel (CDU) am Sonntag, 21. Februar, in einer Eilentscheidung erklärt, dass die Schulen aufgrund der hohen Inzidenzzahlen noch geschlossen bleiben müssen. Die über 5000 Schüler der ersten bis vierten Klassen mussten weiter zuhause bleiben.

Doch schon kurz darauf hatten Brechtel und Schuldezernent Christoph Buttweiler (CDU) ein Öffnungskonzept entwickelt und dem Mainzer Bildungsministerium vorgestellt. Dieses sieht vor, dass Grundschüler und Lehrer nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht zweimal pro Woche einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. So sollte auch bei einer hohen Inzidenz ein sicherer Schulbesuch möglich sein.Derzeit läuft an Grundschulen im Kreis schon eine Testphase: Schulkinder in der Notbetreuung prüfen, wie sie mit einem Selbsttest, dem sogenannten „Popeltest“ zurecht kommen.

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Eltern und Kinder gehen auf die Straße

Doch einige Eltern und Schulkinder wollen nicht mehr von Woche zu Woche vertröstet werden: Für Donnerstag, 11. März, ist von 15 bis 16 Uhr vor der Kreisverwaltung eine Demonstration gegen die Schulschließungen angemeldet.

Die Initiative ging von einer Mutter aus einer Kandeler Grundschulklasse aus, sagt Mitorganisatorin Heidrun Sczyslo-Herp. Kernaussage einer Rundmail: Auch wenn die Inzidenz im Kreis bei 130 ist, darf man zum Friseur oder in den Gartencenter. „Aber die Kinder im Kreis haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen.“

Das Homeschooling sei inzwischen ausgereizt. „Die Schulen werden alleine gelassen und die Eltern mit den Kindern auch“, sagt Sczyslo-Herp. „Ich kenne viele, die zuhause am Durchdrehen sind.“ Gleichzeitig seien seit dem Herbst vom Land keine Konzepte für Schulen entwickelt worden, auch wenn dies immer wieder von Elternvertretern gefordert wurde.

Die ordnungsgemäß angemeldete Demonstration sei nun eher eine „spontane Aktion“. Die Organisatoren rechnen mit etwa 15 Erwachsenen plus Kindern. Pro zehn Teilnehmer muss ein Ordner gestellt werden. Alle Teilnehmer, auch Kleinkinder, müssen FFP2-Masken tragen und voneinander eineinhalb Meter Abstand halten, „auch wenn sie in einem Haushalt leben“, sagt Sczyslo-Herp.

Was den Eltern wichtig ist: Sie sind keine Corona-Leugner, sie halten sich an alle Vorgaben. Es gehe schlicht darum, dass die Schulen im Landkreis wieder öffnen sollen. „Sollten sie weiter geschlossen bleiben, werden wir versuchen, das größer aufzuziehen“, kündigt Sczyslo-Herp weitere Aktionen an.

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