Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Daimler: Dienstleister will mehr Lkw auf der Schiene ausliefern

Lastwagenverladung soll vom Wörther Hafen in ein eigenes Terminal verlagert werden.
Lastwagenverladung soll vom Wörther Hafen in ein eigenes Terminal verlagert werden.

Die Zeltmann Kfz-Transfer GmbH will künftig mehr Lastwagen per Bahn ausliefern. Die dafür patentierte Technik erhielt den Verkehrswendepreis 2022. Einen passenden Platz für die neue Verladestation hat das Unternehmen schon gefunden.

Die ersten Pläne für die neue Lkw-Verladestation liegen auf dem Tisch. An der zweigleisigen Schienentrasse hinter dem Fachmarktzentrum Maximiliansau soll das Terminal gebaut werden: In unmittelbarer Nähe zum Daimler-Werksgelände. Denn die Zeltmann Kfz-Transfer GmbH verlädt schon heute mindestens zweimal in der Woche fertige Daimler-Lastwagen und fährt sie nach Triest. Die Fahrzeuge sind für die Märkte in Italien und im Nahen Osten bestimmt. „Täglich fahren ist das Ziel“, sagte Zeltmann-Niederlassungsleiter Sven Beckmeier schon vor zwei Jahren zur RHEINPFALZ.

Diesem Ziel ist Zeltmann ein großes Stück näher gerückt. Zeltmann ist eine 100-prozentige Tochter von Vegatrans (Salzburg), einem europaweit tätigen Dienstleister im Bereich Nutzfahrzeuglogistik. Die Nachfrage wächst: Die Zahl der festen Mitarbeiter von Zeltmann ist von 45 im Jahr 2019 auf jetzt 80 gestiegen. Außerdem arbeitet Zeltmann mit rund 110 Subunternehmern zusammen, meist selbstständige Fahrer; vor drei Jahren waren es noch 60.

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Grenzen überwinden

Daimler einer der wichtigsten Kunden

Seit 2017 be- und entlädt Zeltmann ihre Züge im Wörther Hafen ab. Dort wird es zunehmend enger: Auch die Umsätze der Contargo steigen. Außerdem wolle die Contargo ihre Container künftig vollautomatisch verladen, so Vegatrans-Geschäftsführer Franz Blum bei der Vorstellung der Pläne im Stadtrat Wörth: „Da können wir nicht mehr dort sein.“ Eine Lösung musste aber gefunden werden: „Einer unserer wichtigsten Kunden ist Daimler Wörth“, sagte Blum. Seit 30 Jahren sei Vegatrans für den Lkw-Bauer tätig.

Die Verladung von Lastwagen ist ein eigenes Geschäft. Rund 95 Prozent der Sattelauflieger in Europa können nicht mit dem Kran verladen werden, so Franz. Die Lösung: Der gemeinsam mit dem Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG AG entwickelte „RoadRailLink r2L“. Dabei handelt es ich um einen vollverzinkten Verladekorb aus Edelstahl, auf den die Lastwagen fahren können. „Der r2L-Korb macht 97 Prozent aller nicht kombifähigen Trailer kranbar“, so Blum.

System braucht keine Laderampen

Das System ist recht unkompliziert, es braucht zum Beispiel keine Laderampe. Die Körbe können mit Terminalkränen oder Spezialverladefahrzeugen auf normale Güterwagen gehoben werden. Der „RoadRailLink“ wird seit 2018 eingesetzt und ist eines von fünf Projekten, das 2022 den Deutschen Verkehrswendepreis erhalten hat. Allein die Transporte aus Wörth sparen 7000 Tonnen CO2 im Jahr, so Blum.

Neben der CO2-Einsparunge helfen die Verladekörbe noch bei der Bewältigung eines zweiten Problems: Die Branche rechnet damit, dass bis 2026 in der EU rund 2 Millionen Fahrer fehlen, sagt Blum. Das macht sich heute schon bemerkbar: Beim Daimler-Lastwagenwerk stehen zeitweise fertige Fahrzeuge vor dem Werktor, die auf einen Fahrer warten, der sie abholt.

Abhängig von Entwicklung in Osteuropa

Für langwierige Überführungen finde sich kaum noch ein Fahrer, sagte der Wörther Niederlassungsleiter Beckmeier schon vor zwei Jahren zur RHEINPFALZ. Wie es aktuell weiter gehe, hänge von der Entwicklung in Osteuropa, auch in der Ukraine ab – denn dort kommen die meisten Fahrer her. „Pro Zug werden 100 Fahrzeuge transportiert“, beziffert Beckmann auch die Entlastung für die Menschen, die auf den Straßen in und um Wörth unterwegs sind oder an ihnen wohnen.

Die Kosten für den neuen Terminal in Wörth schätzte Beckmeier während der ersten Planungen vor zwei Jahren auf rund 10 Millionen Euro. „Das wird sicherlich mehr“, sagt er jetzt.

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