Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel 60 Güterzüge möglich: Im Herbst dürfte Entscheidung gefallen sein

Mehr mit Containern beladene Güterzüge werden vielleicht ab 2020 durch die Pfalz rollen.
Mehr mit Containern beladene Güterzüge werden vielleicht ab 2020 durch die Pfalz rollen.

Über die Güterzug-Pläne redet niemand, im Fokus steht der grenzüberschreitende Personenverkehr. Aber Rückschlüsse sind möglich.

Rund 60 Güterzüge könnten noch zusätzlich zwischen Ludwigshafen/Mannheim und Wörth fahren – diese Kapazitäten will die Schweiz nutzen, um über Lauterbourg eine linksrheinische durchgängige Strecke bis nach Strasbourg zu schaffen. Die Entscheidung darüber dürfte in Frankreich fallen. Bis September/Oktober dürfte es soweit sein. Das geht aus Beiträgen zur „3. Verkehrskonferenz am Oberrhein“ in Kandel hervor.

Güterzüge waren dort direkt kein Thema. Aber die Personenzüge, die ab 2027 stündlich zwischen Wörth und Strasbourg fahren sollen, rollen auf den gleichen Gleisen. Der Grund, warum dort bis heute kaum Güterzüge fahren: Die Anlagen und Gleise sind marode. Und zwar so marode, dass für den anvisierten Stundentakt im Personenverkehr umfangreiche Sanierungen erforderlich sind.

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Kommentar

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Politische Aufgabe

Region Grand EST wird Sanierungsplan vorlegen

Nach dem Ende der Sommerpause – voraussichtlich September/Oktober – will die Region Grand EST ihren Sanierungsplan vorlegen, so Evelyne Isinger (Beauftragte Präsident Grand EST) in Kandel. „Spätestens dann werden wir sehen, ob Frankreich dem Schweizer Vorschlag angenommen hat, die Strecke auch für den Güterverkehr auszubauen“, so Werner Schreiner (Vorsitzender des Expertenausschusses Grenzüberschreitender Personenverkehr).

Seit Sommer 2022 drängt die Schweiz öffentlich darauf, die Strecke Wörth/Lauterbourg/Strasbourg für Containerzüge befahrbar zu machen. Der Grund: Mit der „Neuen Eisenbahn-Alpentransversale“ – Kernstück ist der 2016 eröffnete Gotthard-Basistunnel – soll die Zahl der Lastwagen, die die Alpen Richtung Italien auf der Straße überqueren, auf 650.000 im Jahr begrenzt werde. 2021 waren es aber immer noch 860.000.

Deutschland hinkt vereinbarten Zielen hinterher

Ein Grund dafür: Der vollständige Ausbau der badischen Rheintalstrecke wird erst für 2042 erwartet, Deutschland hinkt den vereinbarten Zielen weit hinterher. Das Nadelöhr könnte beseitigt werden: Einen Ausbau der Strecke Wörth/Strasbourg für 740 Meter lange Züge ist aus Schweizer Sicht bis 2030 möglich. So würde auch eine Ausweichmöglichkeit bei eventuellen rechtsrheinischen Streckensperrungen geschaffen, argumentiert die Schweiz.

Die Schweizer wünschen oder fordern nicht nur, sie sind auch bereit, sich am Ausbau finanziell zu beteiligen. Welche Rolle das Geld in den bereits laufenden Verhandlungen zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz spielt, hängt sicher von der Höhe der Summe ab, die die Schweiz in die Hand zu nehmen bereit ist.

Umdenken in Frankreich

In Frankreich sieht Frank Hoffmann grundsätzlich den Willen, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern. Hier habe ein Umdenken eingesetzt, sagt der Vorstandsbeauftragte DB Netz für deutsch-französisch-luxemburgische Bahnlinien auf Nachfrage der RHEINPFALZ – ohne auf Wörth/Strasbourg konkret einzugehen. Viele Möglichkeiten, Güterzüge einzusetzen, habe Frankreich wegen seines auf Paris zentrierten Schienennetzes allerdings nicht, so Hoffmann.

Das Umdenken in Frankreich kommt auch den Zielen der Bahn in Deutschland entgegen. Erkennbar sind diese Ziele an den Aufgaben von Hofmann auf seiner neu geschaffenen Position: grenzüberschreitend das Schienennetz erweitern, um mehr transportieren zu können und Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Beides würde mit Wörth/Strasbourg erreicht.

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