Kommentar
Politische Aufgabe
Auch wenn niemand so recht mit der Sprache herausrücken will: In der Eisenbahnwelt wäre eine Güterzugstrecke zwischen Wörth und Strasbourg wohl keine große Sache. Und dass in der Folge die freien Kapazitäten zwischen Ludwigshafen/Mannheim, Germersheim und Wörth genutzt werden, schon gar nicht. Rechtliche Hürden gibt es keine. Im Gegenteil: Wenn noch Platz auf der Schiene ist, muss der Netzbetreiber jeden fahren lassen, der will.
Möglicherweise 60 Güterzüge mehr: Das ist viel für die Anwohner in der Pfalz, im Bahnuniversum fast nichts. Aber immerhin genug, dass es sich lohnt, diese Reserven zu mobilisieren. Das heißt, dass unter dem Strich auch jemand Geld damit verdienen will. Vielleicht gibt es also Spielräume, um im Fall der Fälle zumindest über einen Lärmschutz zu verhandeln.
Dafür müssten die Kommunen aber versuchen, überhaupt erst einmal in eine Verhandlungsposition zu kommen. Das geht wahrscheinlich nur, indem sie einen politischen Preis für eine regelmäßige Nutzung der freien Bahnkapazitäten aufrufen. Sprich durch öffentlichen Protest.
