Kommentar Entscheidung über Güterverkehr fällt in Frankreich

Schon jetzt rollen Güterzüge durch den Landkreis, zum Beispiel von der BASF.
Schon jetzt rollen Güterzüge durch den Landkreis, zum Beispiel von der BASF.

Ob in etwa 10 Jahren täglich bis zu 60 Güterzüge durch den Kreis Germersheim fahren – das wird in Frankreich entschieden. Dort verläuft der ganz überwiegende Teil der Strecke, die nach den Schweizer Plänen ausgebaut werden müsste. Da die Schweizer bereit sind, einen Teil der Kosten zu übernehmen, dürfte die zentrale Frage sein, wie viel sie zahlen wollen.

Werden die Schweiz und Frankreich sich einig, kann die deutsche Seite es sich kaum erlauben, das Vorhaben zu torpedieren. Denn zum einen hinkt Deutschland beim Ausbau der Rheintalstrecke dem Zeitplan um Jahrzehnte hinter her. Und in Frankreich ist nicht vergessen, dass die Fortführung der linksrheinischen Autobahn durch den Bienwald gescheitert ist.

Hinzu kommt: Während gegen die sogenannte „Bienwald-Autobahn“ viele sachliche Gründe sprachen und sprechen, kann der Verzicht auf eine Verlagerung von Gütern auf die Schiene den Nachbarn kaum plausibel erklärt werden. Das gilt übrigens auch in Baden, wo gerade die Wogen hoch gehen, weil nach den Plänen der Bahn die Pfalz beim Ausbau der Rotterdam/Genua verschont bleiben soll.

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