Kaiserslautern Mehr Windräder im Wald? Kaiserslauterer FDP kritisiert Grünen-Ministerin

Seit Jahren wird in der Pfalz hitzig darüber diskutiert, ob auf den Höhenzügen der Wälder mehr Windräder gebaut werden sollen.
Seit Jahren wird in der Pfalz hitzig darüber diskutiert, ob auf den Höhenzügen der Wälder mehr Windräder gebaut werden sollen.

Beim ZAK-Spatenstich fordert Katrin Eder (Grüne) den schonenden Ausbau von Windkraftanlagen im Wald. Die FDP ist empört – und greift die Umweltministerin an.

„Das ist grüne Doppelmoral!“, schimpft Brigitta Röthig-Wentz. Mit Unverständnis hat die Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion am Dienstag auf die Äußerungen von Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) reagiert – die sich in Kaiserslautern jüngst für den Ausbau von Windenergie in regionalen Wäldern ausgesprochen hatte. In ihrer Stellungnahme lastet Röthig-Wentz der rheinland-pfälzischen Umweltministerin an, durch die Forderung den Schutzstatus des Biosphärenreservats Pfälzerwald zu gefährden. Eine „verträgliche, behutsame und schonende“ Ausweitung von Windkraft, wie Eder betonte, sei hier flächendeckend „nicht möglich“, findet die Frau von den Liberalen. Der Ministerin und ihrer Partei wirft sie eine „unheimlich ideologiegesteuerte“ Politik vor – da sie zwar für Klima und Umwelt kämpfen, jedoch die eigenen Grundsätze verletzen würden.

Laut Röthig-Wentz werden „Ökosysteme“ geschädigt

Vor wenigen Jahren etwa sollte an der RPTU laut Röthig-Wentz „ein überschaubarer Bereich“ des angrenzenden Waldes für einen Chemie-Anbau gerodet werden. Als das Thema dann den Ratssaal erreichte, seien die Grünen die Ersten gewesen, die rebellierten, meint sie. Aus Klimaschutzgründen hätten sie sich „gegen die Pläne gestellt“. Röthig-Wentz’ Kritik: „Für die Entwicklung der Universität darf kein Baum gefällt, aber für Windräder soll die Axt an ganze Höhenzüge im Wald gelegt werden.“

Ohnehin seien die Anlagen „keine tolle Sache“ für die direkte Umgebung, so die FDP-Sprecherin. Zum einen würden selbst Förster stets davor warnen, sie in Waldgebiete zu stellen – weil durch den Bau ein „sensibles Ökosystem dauerhaft geschädigt“ werde. Riesige Fundamente, Ver- und Entsorgungsleitungen, befahrbare Zuwege: Für all das müssten Bäume abgeholzt, müsse Boden versiegelt werden, warnt Röthig-Wentz. Und zum anderen sei bisher nicht erforscht worden, welche Folgen der Mikroabrieb von Rotorblättern hat, der sich in der Natur verteilt. Es wundere sie deshalb, dass es im Sinne der Grünen sei, gerade hier „breite Schneisen zu schlagen“.

Beim Spatenstich für das vierte ZAK-Windrad am Freitag vor einer Woche hatte Ministerin Eder gesagt, die „Akzeptanz für Windenergie im Wald“ sei noch nicht erschöpft. Man müsse den Ausbau vorantreiben – und zwar ohne viel zu roden. Wie die ZAK ihre Anlage errichtet, frei von größeren Umweltschäden, das befürwortet nach eigenen Angaben auch Röthig-Wentz.

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