Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Polizeichef nach Bluttat: „Wir werden die Stadt nicht preisgeben“

Tatort Neue Stadtmitte: An dieser Bushaltestelle sticht ein 18-Jähriger am Abend des 28. Februar zwei Bekannte nieder, einer erl
Tatort Neue Stadtmitte: An dieser Bushaltestelle sticht ein 18-Jähriger am Abend des 28. Februar zwei Bekannte nieder, einer erliegt später seinen Verletzungen.

Die Neue Stadtmitte, kein Kriminalitätsbrennpunkt? Zumindest sagt das Polizeipräsident Hans Kästner – auch nach der Messerattacke im Februar. Das große RHEINPFALZ-Interview.

Herr Kästner, in diesen Tagen sieht man öfter mal Polizeibeamte durch die Neue Stadtmitte laufen. Täuscht der Eindruck – oder schicken Sie nach der tödlichen Messerattacke deutlich mehr Streifen in die City?
Hans Kästner: Die Präsenz war ja vorher schon da, so ist es nicht. Wenn Sie aber die Tat am Fackelbrunnen ansprechen: Sie hat sich an einem frühen Samstagabend ereignet, nach dem Betze-Spiel – die Stadt war proppenvoll mit Polizisten. Und trotzdem ist dieses grausame Gewaltverbrechen passiert. Nach unserer Auffassung wäre es selbst mit mehr Beamten vor Ort nicht zu verhindern gewesen. Aber ja, natürlich sind wir jetzt nochmal stärker unterwegs. Das Sicherheitsgefühl lässt sich auch dadurch beeinflussen, wie sichtbar die Präsenz ist.

Am 28. Februar hat ein 18-jähriger Syrer dort zwei Landsmänner niedergestochen, eines der Opfer erlag später seinen Wunden. Als Polizeipräsident haben Sie mehrfach betont, dass die Neue Stadtmitte kein Kriminalitätsbrennpunkt sei – und dafür Kritik geerntet. Bleiben Sie dabei?
Kästner: Ja, auch trotz der schrecklichen Tat. Der Befund ergibt sich aus unserer täglichen Lagebewertung. Wir betrachten Zeiträume, Referenzstadtteile, und wir stellen uns die Frage: Überragt die Neue Stadtmitte, was die Kriminalitätsbelastung angeht, die anderen Stadtteile? Nein, sie tut es nicht. Dennoch legen wir Schwerpunkte auf den Bereich – weil das subjektive Sicherheitsgefühl nicht so ist, wie wir es uns vorstellen.

Sie verstehen also die beunruhigten Bürger, die sich wegen der vergangenen Vorfälle nicht mehr in den Stadtkern trauen …
Kästner: Ich verstehe sie, und uns gefällt das gar nicht. Wir haben dort massiv investiert und hatten den Eindruck, dass das gesehen wird, dass die Maßnahmen wirken – bis zu dieser brutalen Tat. Sie geschah zu einem Zeitpunkt, an dem wir bereits gute Fortschritte gemacht hatten.

Aber häufen sich im Umfeld von Mall und Rathaus nicht gerade die schweren Verbrechen? Seit Herbst 2025 hatten wir dort zwei lebensbedrohliche Angriffe, der letzte endete tödlich.
Kästner: Ohne jetzt Zahlen zu nennen: Wir stellen fest, dass in der Innenstadt, insbesondere am Rathaus und an der Mall, die Kriminalitätsentwicklung rückläufig ist – weil wir präsent sind und mit dem Haus des Jugendrechts die Jugendlichen sowie die Intensiv- und Mehrfachtäter direkt ansprechen. Wo viele Menschen unterwegs sind, gibt es jedoch Tatgelegenheiten. Das Zentrum ist eine attraktive Begegnungsstätte, gerade für Jüngere. Natürlich trifft man sich dort mal zufällig, es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Aus Vorgeschichten entstehen leider oft auch Konflikte – wie am Tag der Tat am Fackelbrunnen, als ein privater Streit in die Öffentlichkeit getragen wurde. Unter den Blicken der Bevölkerung wird dann mit aller Grausamkeit auf einen Menschen eingestochen, der stirbt. Das verunsichert, natürlich.

Am 6. März kündigt Innenminister Michael Ebling vor der Mall eine Waffenverbotszone an – rechts dahinter: Polizeipräsident Hans
Am 6. März kündigt Innenminister Michael Ebling vor der Mall eine Waffenverbotszone an – rechts dahinter: Polizeipräsident Hans Kästner.

Sie sagen es: Die Neue Stadtmitte pulsiert. Hier halten sich junge Leute auf – was sich offenbar in der Kriminalität niederschlägt. Der mutmaßliche Angreifer vom Fackelbrunnen war 18, im November hatte eine 19-Jährige mit einem Küchenmesser einen Mann schwer verletzt. Dann die Jugendlichen, die im Juli einen Rathausangestellten verprügelt hatten. Hat Kaiserslautern ein Problem mit jungen Straftätern, Herr Mohr?
Christian Mohr, Haus des Jugendrechts: Ganz klar: nein. Selbstverständlich haben wir Jugendkriminalität – aber bei uns ist es nicht schlimmer als in anderen Ballungszentren in Rheinland-Pfalz. Über die vergangenen fünf Jahre gesehen, ist die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 leicht gesunken. Im Stadtgebiet liegt ihr Anteil an den Straftaten bei ungefähr 30 Prozent, ein geringer Wert. Meistens haben wir es mit sogenannter Alltagskriminalität zu tun: einfache Körperverletzung, Ladendiebstahl, Beleidigung.

Ralf Klein, Leiter der Polizeidirektion: Zur Betrachtung gehört auch, dass sich Jugendliche wesentlich häufiger im öffentlichen Raum aufhalten als Ältere, erst recht nach der Neugestaltung der Innenstadt. Da ist was los, man wird gesehen – es ist ein absoluter Hotspot.

Kästner: Was wir sagen möchten, ist: Junge Menschen werden anders wahrgenommen. Weil sie sich in der Neuen Stadtmitte begegnen, weil sie mit ihrem Temperament und ihrem Verhalten oft auffälliger sind als zum Beispiel die Mittdreißiger. Wenn einzelne Gewalttaten besonders ins öffentliche Bewusstsein rücken, prägen sie sehr stark die Wahrnehmung – und beeinflussen so das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger mehr als die tatsächliche Entwicklung. Für uns wäre es fatal, sollte der Platz aus Angst gemieden werden. Er wurde ja saniert, um genau das zu sein: eine Begegnungsstätte für die Menschen in Kaiserslautern.

Klein: Man muss die ruppige Umgangsweise der Jugendlichen auch einordnen. Wer die Art gewohnt ist, weil er sie kennt und täglich in Kaiserslautern erlebt, der sieht die Situation mit anderen Augen als jemand, der sporadisch zum Shoppen kommt.

Na ja, emotionale Wortwechsel sind das eine. Doch die Gewaltverbrechen sind real, sie lassen sich nicht leugnen.
Kästner: Noch einmal: Wir sprechen hier von Tatgelegenheiten – von Momenten, in denen sich Menschen verschiedener Generationen und Temperamente begegnen. Wo manche entspannter unterwegs sind, andere lebhafter, steigt das Risiko für Konflikte und damit auch für Straftaten. Die Ereignisse der letzten Monate zeigen, dass Messer zunehmend als Tatwaffe eingesetzt werden. Das werden wir nicht akzeptieren. Hier sehen wir uns in der Pflicht, klar und konsequent einzugreifen.

Mohr: Für Unbeteiligte, die sich zufällig an diesen Orten aufhalten, ist es sehr unwahrscheinlich, zum Opfer zu werden. Meistens kennen sich die Beteiligten, es schwelen Streitigkeiten. Dass es dann gerade an der Mall zu Straftaten kommt, ist schwer nachzuvollziehen – dort eskalieren die Konflikte.

Ralf Klein, Leiter der Polizeidirektion Kaiserslautern.
Ralf Klein, Leiter der Polizeidirektion Kaiserslautern.

Was tut das Haus des Jugendrechts, um in der Neuen Stadtmitte solche Vorfälle wie jüngst am Fackelbrunnen zu verhindern?
Mohr: Das HdJR ist nicht allein, Gott sei Dank. Wir agieren im Verbund mit den Dienststellen, arbeiten Hand in Hand mit der Staatsanwaltschaft. Zusammen haben wir Konzepte entworfen – wo und zu welchen Zeiten wir unsere Kontrollen durchführen. Zivil, und in Uniform. Wir haben einen guten Draht zu unseren Jugendlichen. Wir kennen sie, sie kennen uns. Für uns geht es da, präventiv, auch ums persönliche Umfeld. Was macht die Schule? Wie läuft’s in der Familie? Polizeiliche Maßnahmen sind nicht immer unser oberstes Ziel. Wir wollen die jungen Leute anleiten zu einem straffreien Leben. Oft reden wir auch mit den Eltern.

Kästner: Natürlich kennen wir die dortigen Akteure – und wir sind ihnen auch bekannt. Wenn wir vor Ort sind, kriegen die Jugendlichen das mit. Sie erfahren einen stärkeren Fokus, einen strengeren Umgang. Im Zusammenspiel mit der Polizeidirektion, der Stadt und der Staatsanwaltschaft werden wir effektiver. Wir sind ganz eng verzahnt.

Mohr: Den stetigen Kontrolldruck, den spüren die Jugendlichen. Uns melden sie zurück, dass sie heute schon drei, vier Mal angehalten worden sind – dass sie dabei vielleicht sogar die illegale Vape abgeben mussten. Ja, wir wollen Straftaten verhindern. Und mit diesem Druck erzwingt man genau das. Abschreckung und Prävention.

In unserem System dauert es recht lange, bis die Justiz harte Strafen für junge Täter verhängt. Manfred Reeb, Fraktionschef der Freien Wähler, schrieb der RHEINPFALZ neulich, die Jugendlichen würden den Behörden „auf der Nase herumtanzen“. Sind unsere Strafen zu lasch?
Klein: Also, das zu bewerten, steht uns wirklich nicht zu. Unser Job ist es, als Exekutive die Verstöße gegen das Gesetz zu ahnden. Was danach passiert, dafür sind wir nicht der richtige Ansprechpartner.

Die Neue Stadtmitte ist eigentlich kein Ort, an dem man Verbrechen vermuten würde – keine dunkle Gosse, kein klassischer Angstraum. Fehlt es in Kaiserslautern an anderen Plätzen, um die Atmosphäre aufzulockern, die viele als bedrohlich empfinden?
Kästner: Uns wäre es zweifellos lieber, wenn es noch mehr sinnvolle Freizeitangebote für Jugendliche gäbe. Da ist Luft nach oben.

Heißt?
Kästner: Unser Auftrag ist es, zusammen mit allen Akteuren der Stadt den eigentlich positiven Zustand zu erhalten, den Sie beschreiben. Die Polizei ist für die Abwehr von Gefahren, das Verfolgen von Straftaten zuständig. Aber wir schauen auch nicht weg, wenn es zu Ordnungswidrigkeiten kommt. Wir möchten, dass in der Stadt Ordnung herrscht; dass Graffiti oder auf den Boden geschmissener Müll nicht toleriert werden – weil das optische Bild das Sicherheitsgefühl genauso beeinflusst. Wir fahren deshalb eine Null-Toleranz-Strategie.

Kerzen und Blumen am Tatort neben dem Fackelbrunnen.
Kerzen und Blumen am Tatort neben dem Fackelbrunnen.

Am 6. März postierte sich Innenminister Michael Ebling (SPD) vor der Mall und kündigte der Presse eine Waffenverbotszone an – fünf Tage nach der tödlichen Messerattacke in der Fruchthallstraße. Sie, Herr Kästner, standen direkt hinter ihm. Wie wird sich diese Zone auf die Bürger auswirken?
Kästner: Erstmal muss sie ausgewiesen und klar abgegrenzt werden – mit einer entsprechenden Beschilderung. Und Waffenverbotszone, das bedeutet: Es dürfen überhaupt keine Waffen nach dem Waffengesetz mitgeführt werden! Wie weit das Areal reicht, dazu stehen wir noch in Absprachen mit der Stadt. Innerhalb dieser Zone können Personen jedenfalls anlassunabhängig durchsucht werden, also ohne Grund. Wir als Polizisten dürfen das auch schon jetzt. Gerade für den Kommunalen Vollzugsdienst ist die Regelung aber von zentraler Bedeutung, denn bislang sind ihm diese Kontrollen untersagt. Das wird sich dann ändern. Allein der Minister kann die Einrichtung einer solchen Zone verfügen – bis zur Umsetzung sind einige Verfahrensschritte erforderlich.

Also wieder der „Kontrolldruck“, der Straftaten verhindern soll. Uns gegenüber haben einige Fraktionen diesen Schritt als „sinnlosen Aktionismus“ abgestempelt: Wer Böses vorhat, lasse sich nicht aufhalten – ist es nicht so?
Kästner: Nein. Wenn ich in der Enge großer Menschenmengen einen Zugriff auf Waffen habe, wird’s gefährlich. Unsere Strategie ist: Durch die Verbotszone verändern wir die Tatgelegenheitsstruktur. Verstöße werden sanktioniert – mit der Folge, dass sich hier keine Menschen mehr mit Messern aufhalten werden.

Vorhin hatten Sie aber auch betont, dass Attacken wie am Fackelbrunnen kaum zu unterbinden sind …
Kästner: Das war eine Tat, die ihren Ursprung im Privaten genommen hat. Allein durch die Tatsache, dass wir sagen: „Wir lassen nicht zu, dass in der belebten Kernstadt im Gerangel eine Waffe gezogen wird“, nehmen wir Einfluss. In Rheinland-Pfalz existiert noch keine andere ausgewiesene Waffenverbotszone. Unsere Ordnungsbehörden werden ständig unterwegs sein – und der Bürger muss darauf vertrauen können, dass durch diese Abschreckung niemand ein Messer bei sich trägt.

Sind dadurch keine Verdrängungseffekte zu befürchten?
Kästner: Denkbar, und dann würden wir auf Basis unserer täglichen Lagebewertung einen neuen Schwerpunkt setzen – ohne die Waffenverbotszone zu verschieben oder auszuweiten, die ist ja klar begrenzt.

Im Umfeld der Mall kommt es öfter mal zu Polizeieinsätzen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2022.
Im Umfeld der Mall kommt es öfter mal zu Polizeieinsätzen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2022.

Nochmal zum Abend des 28. Februar. Der mutmaßliche Täter ist nicht nur jung, er ist auch Ausländer – ein Syrer. Im Landtagswahlkampf wollte die AfD in dem Angriff die Folge einer „ungebremsten Massenmigration“ erkannt haben. Begehen Ausländer in der Stadt mehr Straftaten als Deutsche? Zumindest die 19-Jährige, die im Herbst einen Mann niedergestochen hatte, besitzt einen deutschen Pass.
Kästner: Sowohl unter den Tatverdächtigen als auch unter den Opfern sind die Deutschen hier eindeutig in der Überzahl, was das Hellfeld betrifft. Und diese Aussage bezieht sich nicht nur auf Jugendliche, sondern auf alle.

AfD und FW hatten gegenüber der RHEINPFALZ geäußert, dass sich im Zentrum eine „arabisch-muslimisch geprägte Parallelgesellschaft“ entwickelt habe. Das verunsichere die Bevölkerung, die Leute fühlten sich „fremd im eigenen Land“, hieß es. Ein Grund, warum das Sicherheitsgefühl der Bürger beschädigt ist?
Klein: Von einer Parallelgesellschaft kann überhaupt keine Rede sein. Selbstverständlich laufen in Kaiserslautern arabischstämmige Menschen über die Straße, und es mag stimmen, dass deren Rituale und ihr Umgang untereinander auf so manchen befremdlich wirken. Doch daraus pauschal Angst abzuleiten, wäre weder gerechtfertigt noch repräsentativ.

Kästner: Auf unseren öffentlichen Plätzen treffen sich eben auch Jugendliche anderer Kulturkreise. Ihre Bekanntschaft leben sie vielleicht offensiver aus als wir – bedingt durch die Sprache, das Auftreten, ihre Freizeitgestaltung. Aber dass wir eine arabische Parallelgesellschaft sehen, ist Quatsch.

Nach der Tat im Februar wurde in fünf von sieben Stadtratsfraktionen der Ruf nach Videoüberwachung in der Neuen Stadtmitte laut. Ist das machbar?
Kästner: Um genau zu sein, wird eine KI-basierte Videoüberwachung gefordert – so wie in Mannheim. Nur können wir die nicht umsetzen, weil Rheinland-Pfalz nicht die gesetzlichen Möglichkeiten dafür bietet. Dafür müssen Gesetze erlassen werden. Als Polizei in Kaiserslautern sperren wir uns sicher nicht gegen Neuerungen. Wir benötigen aber die rechtlichen Voraussetzungen, da wir – die Polizei – an Recht und Gesetz gebunden sind. Auch brauchen wir das Personal. Wenn das KI-basierte Videokonzept anschlägt, müssen Einsatzkräfte sofort verfügbar sein, um in kürzester Zeit intervenieren können.

Christian Mohr, Leiter des Hauses des Jugendrechts.
Christian Mohr, Leiter des Hauses des Jugendrechts.

Wie sieht es mit „normaler“ Videoüberwachung aus? Über eine höhere Aufklärungsquote könnten doch Straftaten verhindert werden, oder nicht?
Kästner: Wir reden hier von einer Maßnahme, die ein wirklich hohes Rechtsgut einschränkt. Es würde alles aufgezeichnet, ausnahmslos. Ich selbst bin der Meinung, dass das, was wir durch unsere Präsenz vor Ort erreichen, zielführender ist – so nehmen wir stärker Einfluss auf das Geschehen als mit Kameras.

Klein: Eben haben Sie selbst die skeptischen Politiker zitiert, die meinten, man könne durch Messerverbotszonen keine Straftaten vereiteln. Würden wir so denken, wäre jegliche Prävention umsonst. Von daher verschließen wir uns vor keiner Option. Videoüberwachung als solche verhindert natürlich nicht das, was jemand geplant hat – wie wir zum Beispiel an Bahnhöfen sehen. Wo flächendeckend gefilmt wird, wo dennoch Übergriffe geschehen.

Und?
Kästner: Nicht zuletzt hinge die Einführung einer Videoüberwachung an unserem Befund, ob wir einen Kriminalitätsbrennpunkt erkennen. Doch den können wir für gewisse Bereiche nicht feststellen, und solange sich das nicht ändert, installieren wir keine Kameras. Veränderungseffekte können wir grundsätzlich nicht ausschließen. Die Verbrechen lösen sich nicht in Luft auf – sie verlagern sich bloß. Es ist müßig, zu diskutieren, ob die Tat am Fackelbrunnen mit einem Videokonzept hätte vermieden werden können.

Was bedeutet das alles jetzt für die Arbeit des Polizeipräsidiums Westpfalz in der Stadt?
Kästner: Wir verstehen, dass so eine grausame Tat die Bevölkerung aufrührt. Aber, das haben wir stets gesagt: Wir werden Kaiserslautern nicht preisgeben – das ist unsere Stadt, wir sind für sie und die Sicherheit der Menschen verantwortlich. Meine Polizistinnen und Polizisten, alle Kollegen, die Führungskräfte – jeder geht da mit. Also powern wir noch mehr rein, dort, wo es erforderlich ist.

Zur Person

Hans Kästner, 65, führt seit November 2023 das Präsidium Westpfalz in der Logenstraße. Nach einem Abstecher zur Mainzer Polizei und zum Landeskriminalamt kehrte der gebürtige Südwestpfälzer damals als Polizeipräsident zurück in seine Heimatregion. Ralf Klein, 58, übernahm im September 2021 die Leitung der Polizeidirektion Kaiserslautern. Daran angegliedert ist das Haus des Jugendrechts: Geleitet wird es seit 2018 vom Ersten Polizeihauptkommissar Christian Mohr, 54.

Die Neue Stadtmitte in Kaiserslautern – laut Polizeipräsident Hans Kästner kein Kriminalitätsbrennpunkt.
Die Neue Stadtmitte in Kaiserslautern – laut Polizeipräsident Hans Kästner kein Kriminalitätsbrennpunkt.
x