Kaiserslautern Nach tödlicher Messerattacke: Kaiserslauterer City wird zur Waffenverbotszone

Am Freitagvormittag besucht Michael Ebling, der rheinland-pfälzische Innenminister, die Kaiserslauterer Innenstadt. Rechts daneb
Am Freitagvormittag besucht Michael Ebling, der rheinland-pfälzische Innenminister, die Kaiserslauterer Innenstadt. Rechts daneben: Polizeipräsident Hans Kästner.

Einen 22-Jährigen hat die Messerstecherei am Fackelbrunnen das Leben gekostet. Es war nicht der erste brutale Vorfall im Zentrum – jetzt reagiert die Landesregierung.

Die Innenstadt von Kaiserslautern soll in naher Zukunft als Waffenverbotszone ausgewiesen werden. Am Freitagvormittag hat Michael Ebling (SPD), der rheinland-pfälzische Innenminister, das bei einem Rundgang mit Polizeikräften angekündigt – als Reaktion auf die tödliche Messerattacke vom vergangenen Samstag am Fackelbrunnen. „Wir wollen keine Waffen im öffentlichen Raum, Messer haben hier nichts zu suchen“, sagte Ebling im Rahmen eines Pressetermins vor der Mall. „Die Brutalität dieser Tat ist außergewöhnlich für unser Bundesland“, so der Politiker. Sie werfe Fragen nach dem „Sicherheitsgefühl der Menschen“ auf. Hintergrund des Besuchs aus Mainz: In der Fruchthallstraße war am frühen Samstagabend ein Streit unter drei Männern eskaliert – ein 18-jähriger Syrer soll in dessen Verlauf zwei Landsleute niedergestochen haben. Eines der Opfer, 22 Jahre alt, starb am Montag an den Stichwunden. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags.

An einer Bushaltestelle in der Fruchthallstraße waren am Samstagabend zwei junge Männer niedergestochen worden – einer erlag sei
An einer Bushaltestelle in der Fruchthallstraße waren am Samstagabend zwei junge Männer niedergestochen worden – einer erlag seinen Verletzungen.

Welche Straßen und Plätze der Lautrer City die Verbotszone umfassen wird, das sei noch unklar, sagte Ebling am Freitag. Details müssten mit Stadt und Polizei besprochen werden. Um die benötigte Rechtsverordnung zu prüfen und umzusetzen, braucht das Land dem Minister zufolge rund drei Monate – eine Zeit, in der die Beamten ihre Präsenz im Zentrum verstärken werden, versicherte er. „Wir können nicht wollen, dass über Kaiserslautern weiter so schlecht geredet wird“, betonte Ebling. Was eine Verbotszone konkret bedeutet? Verdachtsunabhängig kann die Polizei dort Passanten durchsuchen – und Waffen, insbesondere Messer, einfach beschlagnahmen. Wer gegen die Verordnung verstößt, muss mit harten Strafen rechnen, heißt es.

Hans Kästner, der Präsident des Polizeipräsidiums Westpfalz, erklärte vor Ort: „Wir werden nicht nachgeben und diesem Klientel die Stadt überlassen.“ An seinen bisherigen Aussagen über die Gefahren in der Neuen Stadtmitte hielt er fest. Kaiserslautern, so Kästner, habe hier „keinen Brennpunkt“ – „das ist die objektive Sichtweise“.

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