Der wochenmarkt
Christian Fink bietet eine große Auswahl an Obst und Gemüse aus der Vorderpfalz
Unter rot-weiß-gestreiften Markisen präsentiert sich eine Vielfalt des Obst- und Gemüseanbaus aus der Vorderpfalz. Kisten gefüllt mit Früchten aus Gärten, Felder und Wingert wecken Lust auf eine gesunde und vitaminreiche Küche.
Gurken und Bohnen, Sellerie und Karotten, Mangold und Spitzkohl, Rot- und Weißkraut, Mairüben und Rote Beete, Kohlrabi und Lauchzwiebeln türmen sich auf dem Marktstand. Selbst Pak Choi, ein naher Verwandter des Chinakohls, findet sich unter den Auslagen.
Reichlich die Auswahl auch an Salatsorten, Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Noch dominieren Kräutersaitlinge, Pfifferlinge, weiße und braune Champignons das Pilzangebot. Doch nicht mehr lange, dann werden sich auch Steinpilze dazu gesellen.
So schmeckt der Sommer: verführen Schälchen mit Himbeeren und Heidelbeeren, Stachelbeeren und Kirschen zu Gaumenfreuden. Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche künden von der sommerlichen Jahreszeit.
Christian Fink (37) steuert dienstags und samstags den Wochenmarkt aus Leistadt, einer Gemeinde zwischen Bad Dürkheim und Weisenheim am Berg, an. Der gelernte Elektriker stammt aus einer Winzerfamilie und hat sich entschieden, den Obst- und Weinbaubetrieb seiner Großeltern zu übernehmen. So kommt es, dass ein Teil seiner Ware aus eigenem Anbau stammt.
Auf seiner 4,5 Hektar großen Obstplantage gedeihen Stachelbeeren, schwarze und rote Johannisbeeren, Süß- und Sauerkirschen. „80 Prozent der Süßkirschen hat der Regen aufplatzen lassen.“ Er hofft auf eine gute Ernte von Zwetschgen und Mirabellen. Äpfel und Birnen habe er weniger, dafür aber Äcker voll mit Sonnenblumen. Letztere verkauft er als Schnittblumen, einen Teil überlässt er den Bienen. Den Honig der Bienen imkert sein Schwager. Der verfüge über mehrere Bienenvölker und biete den Honig an seinem Stand auf dem Wochenmarkt an.
Zehn Hektar Weinberge
Auf zehn Hektar, verteilt auf Wingerte im Umfeld von Leistadt, ist Christian Fink als Winzer tätig. Dort wachsen Weinsorten wie Riesling und Sylvaner, Dornfelder und Muskateller, Müller-Thurgau und Chardonnay. „Bis jetzt sieht alles gut aus“, gibt er sich optimistisch für die bevorstehende Weinernte. Er keltert selbst, füllt aber keine Flaschenweine ab, sondern verkauft den Wein an größere Winzer und Genossenschaften.
Während er sein Gemüse für den Wochenmarkt von Landwirten aus der Vorderpfalz bezieht, kommen seine Südfrüchte vom Großmarkt. Ebenso die Pilzsorten, die er anbietet. Mit zwei Ford-Transit-Fahrzeugen und einem Anhänger mit Materialien für seinen 18 Meter langen Stand rückt er an Markttagen gegen 3.30 Uhr auf dem Stiftsplatz an. „Um sechs Uhr ist alles aufgebaut.“ Dienstags gehen ihm gewöhnlich vier, samstags acht Mitarbeiter zur Hand.
Wann er genau zum ersten Mal auf dem Lauterer Wochenmarkt war, weiß Christian Fink nicht mehr genau. „Von Kunden ist mir bekannt, dass die mich bereits als kleiner Junge schlafend in Bananenkisten am Stand meiner Oma gesehen haben.“ Gefühlt sei Inge Hebel, seine Oma, „locker 50 Jahre“ auf dem Markt gewesen. Seinen ersten Vertrag mit der Stadtverwaltung hat der Beschicker 2002 unterzeichnet.
„Probieren gehört dazu“
Über die Resonanz an Samstagen kann Christian Fink nicht klagen. Der Markt an Dienstagen sei kleiner geworden. Ältere Kunden seien weniger gut zu Fuß oder seien verstorben. Samstags hat er beobachtet, dass sich die Kunden verjüngt haben. „Es sind viele junge Leute unterwegs.“ Apropos probieren. Nicht nur Kinder reicht er gerne eine Erdbeere oder ein Gläschen frischen Apfelsaft. „Probieren gehört an meinem Stand dazu.“ Das gilt auch für den neuen Wein aus seinem Wingert, mit dem er Mitte August rechnet.
Mit dem Wochenmarktgeschehen ist Christian Fink zufrieden. Seine Mitbewerber versteht er als Kollegen, nicht als Konkurrenten. Was er sich für den Wochenmarkt wünscht? „Ein dauerhafte Toilette für Marktbeschicker und Kunden.“
Bereits in der Serie „Der Lauterer Wochenmarkt“ erschienen
Der Kaiserslauterer Wochenmarkt ist eine Institution
Jürgen Müller bringt Obst und Gemüse aus der Südpfalz nach Lautern
Oliver Scheit sorgt mit seinen Pflanzen für Farbe auf dem Stiftsplatz
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