Der Lautrer Wochenmarkt
Oliver Scheit sorgt mit seinen Pflanzen für Farbe auf dem Stiftsplatz
In Kisten und Schalen aneinandergereiht, bestechen die Pflanzen für Garten, Balkon und Terrasse mit ihrer frischen Farbigkeit. Wo zuerst hinschauen bei dem Angebot an Sommerflor, Stauden und ersten Herbstboten? Neben orange- und gelbfarbigen Tagetes, lila und weiß blühenden Petunien, Elfensporn, Zauberschnee und Sommernelken ergänzen erste Dahlien in kräftigen Farben die Auslagen. Daneben eine Auswahl an winterharten Stauden: blauer und weißer Rittersporn, bienenfreundliche Lupinen sowie Muskatellersalbei, eine Pflanze, die Sonne mag.
Was Oliver Scheit an seinem sechs Meter langen Stand auf dem Wochenmarkt präsentiert, hat er auf 3000 Quadratmeter Frei- und Gewächshausfläche seines Betriebes in Alsenz selbst erzeugt. Doch nicht nur blühende Pflanzen sind es, mit denen seine Kunden ihr Zuhause verschönern. Zu seinem Angebot gehören auch Gemüsepflanzen und Kräuter. Kürbis- und Paprikagewächse, Tomaten- und Zucchinisetzlinge bereichern das Sortiment.
Kräuter für die Küche und die Cocktailbar
Üppig ist die Auswahl an Gartenkräutern. Das junge und frische Grün von Salbei und Thymian, Basilikum und Zitronenmelisse macht Appetit auf sommerliche Gerichte. Koriander, Curry- und Bohnenkraut, die Speisen eine würzige Note verleihen, finden sich im Sortiment. Ebenso diverse Minzsorten, die die Gaumen von Cocktail- und Teeliebhabern verwöhnen. Wenn Kunden ihn fragen, ob seine Kräuter Biokräuter sind, muss Oliver Scheit mit „Nein“ antworten. „Der Anbau von Biokräutern muss zertifiziert sein. Garantieren kann ich, dass meine Kräutersorten schonend produziert und nicht gespritzt sind.“
Seit 2015 zählt der gelernte Blumen – und Zierpflanzengärtner zu den Marktbeschickern auf dem Stiftsplatz. Sarah Schläfer, eine Gesellin, und Feruh Akbel, ein Auszubildender, unterstützen ihn auf dem Lauterer Wochenmarkt. Donnerstags ist er auf dem Markt in Idar-Oberstein, samstags auch auf dem Wochenmarkt in Worms vertreten. Bei Flohmärkten auch mit einem Stand in Mainz. In Alsenz, einer eher ländlichen Region im Donnersbergkreis, kämen die Kunden weniger in die Gärtnerei. Folglich sucht der Gärtner, der sich zusätzlich zum Umweltschutztechniker hat ausbilden lassen, regionale Märkte auf, zu denen saisonal Bauern- und Pflanzenmärkte gehören. So auch die „Gartenzeit“, die sich Gartenfreunde und Hobbygärtner im August im Schlosspark in Rockenhausen nicht entgehen lassen.
Schnuppern ja, probieren nein
Mit dem Stand auf dem Lauterer Wochenmarkt ist Oliver Scheit zufrieden. Er hat seine Stammkundschaft. „Jeder Markt ist etwas anders, jeder Markt hat seine Atmosphäre.“ Probieren lassen könne er seine Kunden allerdings nicht. „Aber ich lasse sie an Blumen und Pflanzen riechen.“ Gut gefallen ihm die Marktfeste im Frühjahr und im Herbst. „Da lebt der Stiftsplatz.“
Was der Inhaber der seit 1996 geführten „Creativ-Floral Gärtnerei“ auf dem Wochenmarkt anbietet, ist mit Ausnahme von Rosmarin alles eigenproduziert. Kräuter und Stauden liegen ihm am Herzen. Ebenso das Experimentieren mit Pflanzen. Für Stauden hat Scheit ein Händchen. Zu seinen persönlichen Lieblingsstauden zählen Hortensien und der Riesen-Hibiskus, der bei Gartenfreunden weniger bekannt ist. Mehrjährige Stauden wie Rittersporn, Kokardenblume, Phlox und Sonnenauge haben ihren Platz zurzeit auf der Freifläche. Da Gärtner immer vorausdenken und -arbeiten müssen, ist er in seinem Betrieb damit beschäftigt, Herbstastern zu topfen.
Der Gärtnerei in Alsenz angeschlossen ist auch ein Blumengeschäft mit Orchideenhaus. Neben dem Gartenbau nimmt sich Oliver Scheit dem Landschaftsbau und der Grabpflege an. Zu seinen Mitarbeitern zählen zwei Bedienstete im Blumenladen, vier Gärtnergesellen, zwei Auszubildende und Aushilfen. Seit 15 Jahren ist die Gärtnerei Ausbildungsbetrieb.
Bereits in der Serie „Der Lauterer Wochenmarkt“ erschienen:
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