Der Wochenmarkt RHEINPFALZ Plus Artikel Jürgen Conrad bringt eine große Auswahl an Frischfleisch auf den Stiftsplatz

Jürgen Conrad bringt eine breite Palette an Fleisch- und Wurstwaren.
Jürgen Conrad bringt eine breite Palette an Fleisch- und Wurstwaren.

Wenn Metzgermeister Jürgen Conrad (58) samstags mit seinem Verkaufsstand auf dem Stiftsplatz aufschlägt, ist es dunkle Nacht. Morgens gegen 2 Uhr ist er einer der ersten Händler, der seine Theke mit frischer Ware füllt.

Jürgen Conrad ist bekannt für frische Fleisch- und Wurstwaren, für Feinkost und Wild aus heimischen Wäldern. Mit wachem Auge achtet er auf die Herkunft seiner Ware. Ein Blick auf die Auslagen hinter den Glasscheiben ist eine Vorfreude für den Gaumen. Wohin der Blick auch fällt, die Auswahl besticht durch Vielfalt und Frische. Ob die mit Sorgfalt geschnittenen Scheiben des drei bis vier Monate abgehangenen Entrecôte als „dry aged beef“, ob Kalbsmedaillon, Kalb- oder Ochsenfilet, Kalbsschnitzel oder Schweinebraten – die Auswahl an Frischfleisch lässt kaum etwas zu wünschen übrig. Eingelegte Lammsteaks sind mit frischem Rosmarin umrankt, in Scheiben geschnittene Kalbshaxen warten darauf, als Ossobuco geschmort zu werden. Lammfilet und Lammcarree Sisteron, eine Spezialität der Provence, Schweine- und Ochsenkotelett füllen die Auslagen.

Nicht zu übersehen das am Knochen über längere Zeit im Dry-aged-Verfahren abgehangene dunkle Rindfleisch, das als große Rippenstücke die seitliche Theke füllt. „Bei uns gibt es Dry-aged-beef seit vielen Jahren“, erzählt Jürgen Conrad über das Fleisch, das er von Rindern aus dem Nachbarland Frankreich und aus der Region, beispielsweise von der Sickinger Höhe, anbietet. Er hat seine Kunden für die Fleischsorte. „Sie mögen die Marmorierung. Die verleiht dem Fleisch einen rauchigen und vorzüglichen Geschmack.“ Die Tiere wählt er persönlich beim Bauern aus und lässt sie zum Schlachthof in Zweibrücken bringen. In seinem Betrieb in Homburg zerlegt er die geschlachteten Tiere und lagert die Einzelteile in seinem Kühlhaus.

Je nach Jahreszeit ist auch Wild im Angebot

Je nach Jahreszeit bereichert er sein Sortiment mit frisch erlegtem Wild: Reh, Hirsch und Wildschwein sind zu haben. Zum Teil erlegt von Alois Conrad (82), seinem Vater, mit dem Jürgen Conrad bis Anfang der 2000 Jahre auf dem Wochenmarkt war.

Daneben ist Jürgen Conrad bekannt für sein frisches Geflügel. Sundheimer Hühner sind es, die er 24 Stunden nach der Schlachtung frisch aus der Umgebung von Straßburg bezieht. „Garantiert Freiland- und Bio-Hühner.“ „Label Rouge“ sei ein Gütesiegel für hochwertige Lebensmittel aus Frankreich, verweist er auf die Verpackung der Hähnchen. Rothländer Suppenhuhn, Maishähnchen und Putenkeulen, Perlhuhn, Fasan, Ente und Wachteleier ergänzen das Geflügel-Sortiment.

Sehen lassen kann sich das Wurstsortiment, zu dem Merguez, eine scharf gewürzte Hackfleischbratwurst aus der maghrebinischen Küche gehört. Wildbratwurst aus der Pfalz, Salami aus Italien und Schinken aus Korsika gehören dazu. Gefragt sind auch seine feinen Pasteten. Unter Rebhuhn-, Fasan- und Wildschweinpastete dürfen die Pâté „Grand-Mère“ und die Gänseleberpastete aus Straßburg nicht fehlen. Das Baguette, das gleich einem Blumenstrauß in einem Behältnis auf der Theke steht, erhält er morgens in aller Frühe von einem französischen Bäcker angeliefert. Beim Verkauf über die Theke stehen dem Händler zwei Verkäuferinnen zur Seite.

Conrad plädiert für die Marktfeste im Frühjahr und im Herbst

Auszeichnungen, die Jürgen Conrad vom Gourmet-Magazin „Der Feinschmecker“, der Fachzeitschrift „gour-med“ und dem „Guide Orange“ erhalten hat, bescheinigen ihm mit seinem Feinkostangebot zu den besten Einkaufsmöglichkeiten in Deutschland zu gehören.

„Der Markt ist kleiner geworden. Aber er ist noch immer wunderbar“, lobt der stellvertretende Vorsitzende des Wochenmarktvereins das Angebot und die seit Corona breiter gewordenen Gänge auf dem Stiftsplatz. Conrad gehört zu den wenigen Beschickern, die auch dienstags und donnerstags (Königstraße) auf dem Markt vertreten sind. „Leider sind die Markttage immer schwächer besucht.“ Freitags ist er mit seinem Stand auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken.

Die Marktfeste im Frühjahr und im Herbst möchte er gern beibehalten. „Sie verleihen dem Stiftsplatz ein besonderes Flair.“ Von Plastikverpackungen hat der Händler weitgehend Abstand genommen. Er freue sich, wenn Kunden für die Ware ein Gefäß mitbringen.

Nicht zufrieden ist er mit der Toilettensituation an Markttagen. An 40 Ständen seien 150 Personen beschäftigt, die während acht Stunden alle einmal ein Bedürfnis hätten. Vorübergehende Lösungen habe es zwar gegeben, doch „die wurden aber immer wieder verworfen“. Er plädiert für eine dauerhafte Toilettenlösung an die Adresse der Stadtverwaltung. Das gelte auch für den Donnerstagsmarkt in der Königstraße.

Bereits in der Serie „Der Lauterer Wochenmarkt“ erschienen

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