Kleinkarlbach / Leiningerland
Ersatzlösung für Radweg Leiningertal: Das sind die Problemstellen
Es mutete fast schon wie eine unendliche Geschichte an. Aber nach 18 Jahren der Planung hatte der Rat der Verbandsgemeinde Leiningerland im März offiziell das Aus des Radwegs Leiningertal beschlossen. Die geschätzten Kosten beliefen sich zuletzt auf rund sieben Millionen Euro – allerdings für etwa ein Viertel der ursprünglich angedachten Strecke. Hinzu kam, dass die Stadt Grünstadt sich Ende 2024 aus dem ehemaligen Gemeinschaftsprojekt zurückzog, sodass das Vorhaben für die VG noch teurer geworden wäre.
Bürgermeister will günstigere Alternativen prüfen
VG-Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) kündigte bereits an, dass als Alternative zumindest ein Teil der ursprünglich geplanten Strecke für Radfahrer ausgebessert werden soll. Konkret geht es dabei um den Abschnitt von Kleinkarlbach bis Hertlingshausen, den der Bauausschusses bei einer Vor-Ort-Begehung nun besichtigt hat, um die Vorschläge der VG-Verwaltung zu diskutieren.
Im Fokus stand dabei vor allem der Bereich von der Bahnbrücke Kleinkarlbach bis zum breiter werdenden Eckbach-Mühlenwanderweg, der für Ortsfremde leicht zu übersehen ist. Die Oberfläche des Weges sei viel zu schmal, uneben und an einer Stelle auch viel zu steil für Radfahrer, merkte Rüttger an. Sein Vorschlag deshalb: der Bau einer Rampe. Um mehr Verkehrssicherheit zu schaffen, einigten sich die Ausschussmitglieder zudem darauf, die Wege durch das Wegschneiden von Gewächse zu verbreitern. Außerdem soll dort, wo es nötig ist, die Oberfläche mit Schüttgut aufgebessert werden.
Gleiches trifft auf den den restlichen Verlauf der Strecke zu, die zwar deutlich breiter ist, aber unter anderem zahlreiche Schlaglöcher aufweist. Im Fokus stehen laut Rüttger die Abschnitte von Kleinkarlbach über die Einmündung zum Parkplatz bei Dradura bis zum ehemaligen Bahnhof in Altleiningen sowie nach Hertlingshausen. Ebenfalls in Angriff genommen werden soll – so hatte es der VG-Rat beschlossen – der Lückenschluss zwischen Carlsberg und Wattenheim. Dabei handelt es sich um einen langgehegten Wunsch in der Region: Der Rat in Carlsberg beschloss etwa im vergangenen Jahr auf eigene Faust, die Verbindung ins Nachbardorf für Radfahrer passierbarer zu machen, da das Radweg-Projekt der VG nicht schnell genug vorankam.
Ein großes Fragezeichen gibt allerdings noch bei der Entwässerung. Die Försterin Isabelle Behret erklärte bei der Begehung, dass sie auf dem gesamten Streckenabschnitt um die 30 Stellen identifiziert habe, wo das Wasser vor allem in den Wintermonaten auf der Oberfläche nicht schnell genug abfließt. Ob deshalb Entwässerungsrinnen gebaut werden müssen, wie die VG-Verwaltung vorschlug, soll deshalb auch noch geprüft werden.
Vorschläge sorgten im VG-Rat für Kritik
Die Entscheidung, die Radweg-Pläne zu verwerfen, war in der Verbandsgemeinde umstritten: Sieben Ratsmitglieder stimmten im VG-Rat gegen den Beschlussvorlage der VG-Verwaltung, das Projekt zu beerdigen. Auch gab es Kritik an den nun angestoßenen Verbesserungsvorschlägen: Jörg Jokisch (SPD) etwa sah darin etwa keinen Ersatz für den ursprünglich angedachten Radweg und sprach sogar davon, dass die Verwaltung auf diese Weise Touristen eher vergraule.