Grünstadt / Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Radweg Leininger Tal: Grünstadts Bürgermeister empfiehlt Ausstieg

Ein langgehegter Traum: Der Radweg Leininger Tal könnte vom Grünstadter Bahnhof über Sausenheim und Altleiningen bis zum Carlsbe
Ein langgehegter Traum: Der Radweg Leininger Tal könnte vom Grünstadter Bahnhof über Sausenheim und Altleiningen bis zum Carlsberger Naturfreundehaus Rahnenhof führen.

Nach fast 20 Jahren Vorarbeit für den Radweg Leininger Tal plädiert Grünstadts Bürgermeister für den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsprojekt mit der Verbandsgemeinde. Und er sagt, was seiner Meinung nach der entscheidende Fehler war.

Ein Radweg, der teils auf einer stillgelegten Bahntrasse vom Grünstadter Bahnhof über Sausenheim und Altleiningen bis zum Carlsberger Naturfreundehaus Rahnenhof führt: Dieser Idee folgt die Region schon seit 17 Jahren, ohne entscheidend voranzukommen. Viele Details bis hin zum genauen Streckenverlauf sind nach wie vor unklar, klar ist hingegen: Das Vorhaben würde viel aufwendiger als ursprünglich gedacht. Und es wird teuer, zuletzt standen Gesamtkosten in einer Dimension von sieben Millionen Euro im Raum.

Also verlegte sich die Verbandsgemeinde Leiningerland vor Monaten darauf, zunächst einmal auf eine Reaktion der Stadt Grünstadt zu warten. Denn die hat vor fast zehn Jahren beschlossen, sich mit bis zu 500.000 Euro am Radweg Leininger Tal zu beteiligen. Außerdem müsste sie festlegen, wie genau die Trasse im Sausenheimer Gebiet verlaufen soll. In einer Ausschusssitzung hat Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) dazu nun Position bezogen. Seine Empfehlung: die Mitmach-Entscheidung des Stadtrats aus dem Jahr 2015 nun wieder zurückzuziehen.

Denn sie sei unter Voraussetzungen gefallen, die sich längst erledigt hätten. Außerdem gebe es bis heute weder einen Zeitplan, einen endgültigen Streckenverlauf oder eine „belastbaren Kostenberechnung“. Einige Vertreter der Ratsfraktionen reagierten auf diesen Verwaltungsvorschlag betrübt. Zwar lässt er die Möglichkeit offen, dass die Verbandsgemeinde die Radweg-Planung weiter vorantreibt und die Stadt Grünstadt in einigen Jahren dann wieder einsteigt. Doch das halten viele Kommunalpolitiker offenbar für ziemlich unwahrscheinlich.

Der Sozialdemokrat und Sausenheimer Ortsvorsteher Sascha Schwalb etwa sagte: „Es ist schade, dass ein gutes Projekt damit gefühlt vor dem Aus steht.“ Zugleich gestand er dem Bürgermeister zu: „Wir können Ihre Argumente nachvollziehen.“ Wagner wiederum erläuterte, wann seiner Meinung nach der entscheidende Fehler gemacht worden ist: schon ganz am Anfang. Er sagte: „Als die Bahn die Schiene runtergemacht hat, hätte man sofort den Radweg draufmachen müssen.“

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