Frankenthal
Weihnachtsmarkt: Die Ponyreitbahn ist Geschichte
Im Sommer schon an Advent und Heiligabend denken – das kommt normalerweise ganz von allein, wenn die Supermärkte frühzeitig Lebkuchen und Spekulatius in die Regale räumen. Im Haupt- und Finanzausschuss hat diesen Job die FWG übernommen und sich nach dem neuen Konzept für den Weihnachtsmarkt in Frankenthal erkundigt – weil insbesondere die im vergangenen Jahr dort aufgebaute Ponyreitbahn „für einigen Diskussionsstoff“ gesorgt hatte, wie Fraktionssprecherin Tanja Mester es in der Sitzung am Dienstag formuliert.
Nach dem, was Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) dem Gremium berichtet, hat offenbar schon Anfang 2023 die zur Neuausrichtung des Weihnachtsmarkts gegründete Arbeitsgruppe die grundlegende Entscheidung getroffen, dass künftig ein sogenanntes Ponykarussell nicht mehr Teil des Angebots auf Rathausplatz und Kornmarkt sein soll. Die entsprechende Position werde aus der Gebührensatzung für den Weihnachtsmarkt gestrichen und deren neue Version dem Stadtrat im September zur Abstimmung vorgelegt.
„Tierquälerische Attraktion“
An eben jener Satzung und der Forderung der Grünen, das Ponyreiten dort zu streichen, weil es sich ihrer Überzeugung nach um eine „tierquälerische Attraktion“ handele, hatte sich im November vergangenen Jahres ein heftiger Streit in der Kommunalpolitik entzündet. Die CDU hatte auf behördliche Kontrollen verwiesen und den Gegnern der Reitbahn vorgeworfen, deren Betreiber „zu kriminalisieren“. Der Vorgang provozierte wütenden Protest von Tierschutzorganisationen.
Die Stadtverwaltung wiederum argumentierte damals zunächst noch mit rechtlichen Zwängen: Die Veranstaltung sei als „Spezialmarkt“ eingestuft. Weil dafür die Gewerbeordnung gelte, habe die Verwaltung auf dieser rechtlichen Grundlage das Ponykarussell zulassen müssen. Ein paar Wochen später reagierte das Rathaus auf die anhaltende Kritik und kündigte Veränderungen für die Folgejahre an. Der Betreiber der Bahn verließ den Markt eine Woche früher als geplant.
Tatsächlich wird der Verzicht aufs Ponyreiten nicht die einzige Veränderung im Umfeld des Weihnachtsmarkts bleiben. Die Suche nach einer Alternative für den 2022 abgesagten „Eiszauber“ – die in früheren Jahren in der Erkenbertruine aufgebaute Schlittschuhbahn – läuft nach Darstellung Knöppels diese Woche im Ausschuss noch. In Frage kämen entweder eine mit erneuerbarer Energie betriebene Natureisbahn, eine Kunsteis- oder eine Rollschuhbahn. Auf den Hinweis von Dieter Schiffmann (SPD), dass dafür die Zeit langsam knapp werde, räumte der Bürgermeister ein, das Thema Weihnachtsmarkt sei nach dem Arbeitsgruppentreffen „etwas in Vergessenheit geraten“.
Beschicker fordern Geld
Eine weitere bei der Versammlung Anfang des Jahres besprochene Forderung ist nach Darstellung Bernd Knöppels schwer umzusetzen: die Anzahl von Ständen mit Speisen und Getränken zugunsten anderer Sortimente zu reduzieren. Gespräche mit Beschickern hätten ergeben, dass man diese bezahlen müsse, damit sie nach Frankenthal kämen, so der Bürgermeister. Hintergrund ist offenbar die Sorge, ob auf dem Markt über einen Zeitraum von mehreren Wochen genug Umsatz zu machen ist. Weitere Anregungen aus der Arbeitsgruppe: der Verzicht auf eine große Bühne zugunsten eines kleineren Podests vor dem Erkenbert-Museum sowie ein Riesenrad als zusätzliche Attraktion.
