Frankenthal Energiekrise: Keine Eisbahn in Erkenbert-Ruine

Die Stadt sucht laut eigenen Angaben nach einer Alternative für die Eisbahn, die sonst in der Erkenbert-Ruine aufgebaut war.
Die Stadt sucht laut eigenen Angaben nach einer Alternative für die Eisbahn, die sonst in der Erkenbert-Ruine aufgebaut war.

Eine Eisbahn wird es in der Erkenbert-Ruine in diesem Jahr nicht geben. Angesichts der Energiekrise sei das „nach außen nicht vermittelbar“, sagt Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) im Stadtrat. Der Betreiber sei selbst mit dieser Frage zur Stadt gekommen.

Mit der Absage des bisher unter dem Namen „Eiszauber“ vermarkteten Winterspektakels ist die Verwaltung einem Antrag zuvorgekommen, den die Fraktion Grüne/Offene Liste für die Stadtratssitzung am Mittwoch gestellt hatte. Deren Mitglied Günter Goschinak hatte angesichts des enormen Energieverbrauchs einer solchen Anlage gesagt, dass es um Glaubwürdigkeit gehe. Er verwies auch auf das Beispiel anderer Städte in der Region, die aus diesem Grund auf Eisbahnen verzichteten.

Bernd Knöppel sagte, dass der per Ausschreibung für den Betrieb einer Schlittschuhbahn in diesem Winter ausgewählte Unternehmer selbst auf die Stadt zugekommen sei. Auch verwaltungsintern habe man sich schon vorher Gedanken gemacht, wie diese Form des Vergnügens mit möglichen Einschränkungen bei der Gas- und Energieversorgung infolge des Ukraine-Kriegs zu vereinbaren sei. Das Ergebnis dieser Überlegungen: Es geht nicht.

Das sieht Gunther Koch, stellvertretender Vorsitzender der SPD, genauso. Seiner Rechnung nach könnten mit dem Strombedarf einer vergleichbaren Eisbahn, wie sie in Frankenthal in früheren Jahren aufgebaut gewesen sei, 120 Haushalte versorgt werden. Bei einer früheren Gelegenheit hatte der Betreiber den Stromverbrauch mit täglich 200 Kilowattstunden angegeben.

Thomas Börstler (FDP) sprach wegen der Absage von „Symbolpolitik“: „Man kann den Leuten auch nicht alles verbieten.“ Das fraktionslose Stadtmitglied Beate Weber bedauerte, dass eine Möglichkeit zur „Bewegung an der frischen Luft“ wegfalle. Bürgermeister Knöppel erklärte, dass er mit dem Eisbahn-Betreiber im Gespräch sei, für die Erkenbert-Ruine parallel zum Weihnachtsmarkt eine Alternative für Familien und Kinder auf die Beine zu stellen. Genaueres könne er dazu aktuell noch nicht sagen.

x