Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Sportstättensanierung: So wenig ist vom CDU-Vorstoß übrig geblieben

Verblasste Optik: Die Frankenthaler Kunstrasenplätze sind in die Jahre gekommen.
Verblasste Optik: Die Frankenthaler Kunstrasenplätze sind in die Jahre gekommen.

Aus acht mach null: Mit einem zweiseitigen Punkteplan ist die CDU-Fraktion in die jüngste Sportausschusssitzung gegangen. Warum sie nicht einen davon durchgebracht hat.

Nach allen Regeln der Kunst haben die FWG und Oberbürgermeister Nicolas Meyer im Sportausschuss die „Sportstättenkonzeption 2035“ der CDU-Fraktion auseinandergenommen. Von deren acht Punkten hatte ihr Sprecher im Ausschuss, Daniel Winkes, drei mit reichlich Wortakrobatik auf die Tagesordnung retten können. Übrig geblieben ist davon am Ende nicht einer. Stattdessen reicht den Christdemokraten nun doch das gesetzte Wort des OB, weiter so um die konsequente Sanierung von Sportstätten zu ringen, wie er es seit Amtsantritt bereits getan habe.

Das ist schon anstrengend genug. Da braucht es nicht noch einen Nadelstich wie jenen der CDU, die mit ihrer Jahreszahl auf den Meyer’schen Stadtentwicklungsplan „Frankenthal 2035“ anspielt. Denn eigentlicher Sparringspartner des OB ist nicht die CDU, die auf der Suche nach ihrer Oppositionsrolle mit diesem Dauerbrenner reichlich unvermittelt aus der Osterpause zurückgekommen ist. Der mächtigere Gegenspieler sitzt im fernen Trier. Denn egal, wie energisch der OB ins Pressing geht: Sein Ziel, Jahr für Jahr einen Kunstrasenplatz für jeweils einen millionenschweren Betrag zu sanieren, erreicht er nur, wenn auf der anderen Seite die Finanzaufsicht mitspielt und solch freiwilligen Leistungen in einem chronisch defizitären Haushalt, wie er auch in den nächsten Jahren zu erwarten ist, genehmigt.

Sie wollten doch nur helfen

Die CDU habe ihm doch nur assistieren und das Sanierungstempo beschleunigen wollen, warb ihr zunehmend kleinlauter werdender Sprecher um Sympathisanten im Ausschuss. Er fand nicht einen für seine Lesart von Fairplay. Dass sie aus gleich einem Dutzend in die Jahre gekommener Sportplätzen mehr oder weniger willkürlich zwei herauspickte, den in Flomersheim und den in der Frankenstraße, war doch ein zu einseitiges Manöver.

Ja, auf diesen beiden Plätzen ist eine Menge gut zu machen an Bausünden und Verschleißerscheinungen. Aber nicht nur auf diesen. Mit einer solchen Präferenz kann man es sich nur mit zig anderen Vereinen verscherzen, die nicht minder triftige Gründe für eine Spitzenposition auf einer Prioritätenliste anführen könnten. Auf dieses Spiel wollten sich die übrigen Fraktionen nicht einlassen, da wollen sie sich lieber nach einem Schiedsrichter richten, der anhand objektiver Kriterien eine Tabelle aufstellt.

Ein Platz pro Jahr – bestenfalls

Der Gutachter hat sich im laufenden Spielbetrieb einen Eindruck von der Bespielbarkeit der in die Jahre gekommenen (Kunst-) Rasenplätze verschafft. Man kann nur hoffen, dass in der zu Ende gehenden Saison allzu heftige Blutgrätschen ausgeblieben sind. Klar ist jetzt schon: Das Ergebnis seiner Feldstudien, das im Sommer vorliegen soll, wird eine Mängelliste sein. Anderes ist bei der durchschnittlichen Lebenszeit von 15 bis 20 Jahren nicht zu erwarten.

Wenn’s ganz gut läuft – und auch die ADD Erbarmen hat mit den Amateurfußballern –, kann ab 2026 jedes Jahr ein Platz erneuert werden, selbst bis 2035 also auch nicht jeder. Die mit den relativ besten Belägen werden weiter abgeschrubbt bis zum letzten Kunsthalm, und die bevorzugten werden gleich wieder überlastet, weil sie Ausweichmannschaften aufnehmen müssen. Sportstättensanierung ist ein endloses Spiel.

Am Ende zog Winkes den Ad-hoc-Antrag so schnell zurück wie er ihn in die Sitzung eingebracht hatte. Und damit bleibt es beim städtischen Spielplan: idealerweise ein Platz im Jahr. Nach Augenschein allein geht’s jedenfalls nicht. Und schneller geht’s auch nicht. Schneller ist nur populistisch, schrieb der OB der CDU ins Spielprotokoll. „Konstruktive Kritik statt Rückblick in den Rückspiegel“ wünschte er sich von ihr. Die CDU hat – nicht zum ersten Mal – versucht, nach ihren Regeln zu spielen. Sie hat noch nicht mal die erste Halbzeit überstanden.

Anmerkung der Redaktion

In einer kurzzeitig online gestellten Version dieses Artikels war zunächst davon die Rede, dass CDU-Fraktionsvorsitzender Martin Schuff eine Sanierung des Platzes des TuS Flomersheim auch deshalb präferiere, weil seine Partei dort den Ortsvorsteher stelle. Mit dieser – inzwischen gelöschten – Formulierung fühlt sich Schuff nicht adäquat zitiert. Gemeint habe er vielmehr, dass er sich bewusst sei, ihm könnten derlei parteipolitische Überlegungen unterstellt werden. Tatsächlich sei kein Platz in der Stadt in einem schlechteren Zustand als derjenige in Flomersheim.

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