Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Wo die CDU mit der Sportplatzsanierung loslegen will

Wegen der ausgedehnten Schonzeiten darf der Rasenplatz des TuS Flomersheim nur halb so lang betreten werden wie gewollt.
Wegen der ausgedehnten Schonzeiten darf der Rasenplatz des TuS Flomersheim nur halb so lang betreten werden wie gewollt.

Es ist nicht der erste Anlauf, aber diesmal will die CDU-Ratsfraktion ernst machen mit ihrer Forderung nach konsequenter Sportstättensanierung. Zwei Plätze hat sie im Blick.

„Damit Frankenthal in Bewegung bleib: Die Sanierung und Entwicklung unserer Sportstätten hat jetzt Priorität.“ Mit dieser Ansage geht die CDU-Stadtratsfraktion in die nächste Sitzung des Sportausschusses am 6. Mai im JM-Center. Und fordert zuvorderst eine konsequente Erneuerung der abgenutzten Rasen- beziehungsweise Kunstrasenplätze in der Stadt. „Das ist kein Luxus, sondern eine dringende Notwendigkeit“, erklärt Fraktionsvorsitzender Martin Schuff. Begonnen werden soll auf zwei Plätzen: in der Frankenstraße, wo manche Schiedsrichter mittlerweile Sicherheitsbedenken hätten, Spiele anzupfeifen; und beim TuS Flomersheim, dessen Top-Mannschaften seit Jahren nach Maxdorf ausweichen müssten, weil der Naturrasenplatz mit seinen baulichen Mängeln nur noch zur Hälfte der denkbaren Zeit bespielt werden darf. Enden soll die Agenda mit kontinuierlichen Sanierungen in den Sporthallen, um Ausfälle durch Sperrungen zu vermeiden und den Wert der städtischen Gebäude zu erhalten.

„Wenn Frankenthal mehr und mehr zur Wohnstadt werden soll, dann muss die Stadt, die so gern ihr Image einer Schul- und Sportstadt pflegen will, sich diesen Vernachlässigungen endlich widmen“, fordert Schuff. Daniel Winkes, früherer Geschäftsführer der Fraktion und heute bürgerschaftliches Mitglied für die CDU im Sportausschuss, assistiert ihm: „Um keinen weiteren Sanierungsstau auf den Plätzen und in den Hallen anzuhäufen, darf nicht länger über Gutachten zur Erstellung einer Prioritätenliste geredet werden. Jetzt müssen Gelder in den Haushalt eingestellt werden“. Jedem Planer sei bewusst, dass die Lebensdauer der Kunstrasenplätze, die im Rahmen der Sportstättenkonzeption 2010 angelegt worden waren, nach 15, spätestens 20 Jahren abgelaufen sei. „Und ohne eine ordentliche Infrastruktur wandern Trainer und Spieler ab“, warnt der Chef der Fraktion vor den Folgen für den Vereinssport.

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2023 ist diese ebenso mit ihrem Antrag gescheitert, wenigstens Planungsmittel für den Kick-off eines Sanierungsprogramms in den nächsten Haushalt einzustellen wie ein Jahr darauf. Im gerade von der ADD freigegebenen Etat ist wenigstens ein Betrag für Voruntersuchungen zu finden, die in eine Prioritätenliste münden könnte – die ihrerseits in den Gremien beraten und im Stadtrat final beschlossen werden müsste.

Den abgenutzten Sportplatz in der Frankenstraße benutzt der Bezirksverband Pfalz tagsüber für den PiH-Schulsport.
Den abgenutzten Sportplatz in der Frankenstraße benutzt der Bezirksverband Pfalz tagsüber für den PiH-Schulsport.

„So viel Zeit haben wir nicht“, mahnen Schuff und Winkes im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Deswegen preschen sie jetzt vor und schlagen vor, mit einem Kunstrasenplatz für den TuS Flomersheim und einer Sanierung in der Frankenstraße zu beginnen. Der in die Jahre gekommene Kunstrasenplatz am Rande der Innenstadt gehört noch dem Bezirksverband Pfalz, der sie für Schulsport des Pfalzinstituts für Hören und Kommunikation nutzt. Abends trainiert dort Schwarz-Weiß Frankenthal. Nach Informationen von Schuff und Winkes könnte die Stadt die Anlage vom Bezirksverband abkaufen.

„Ein Platz zu wenig“

Sollten sie für ihren Vorstoß ausreichend Sympathisanten in den anderen Fraktionen finden und sollte die Finanzaufsicht die Ausgaben in wohl siebenstelliger Höhe durchwinken, könnte frühestens 2026 mit einem Facelift für die ersten von stadtweit zwölf Plätzen begonnen werden. Neben dem Gesundheitsrisiko auf den abgenutzten Plätzen führt Winkes ein zweites Argument an: „Gemäß der Sportentwicklungsplanung hat Frankental einen Kunstrasenplatz zu wenig“.

Folglich, so Schuff, müsse bei der Planung neuer Wohngebiete, etwa am Speyerbach, von vornherein eine Fläche für Breitensport mitgeplant werden. Auch eine Reaktivierung stillgelegter Fläche, etwa am Albrecht-Dürer-Ring, ist für ihn vorstellbar. Neben solch langfristigen Überlegungen bringt seine Fraktion auch schneller realisierbare Varianten ins Spiel: etwa den Ausbau von Flutlichtanlagen, mit denen die Nutzungsdauer weiter in die Abendstunden hinein verlängert werden könnte. Von den zwölf Sportplätzen in der Stadt und den Vororten verfügt nach Zählung der CDU nur die Hälfte über solche Lichtspender.

Sanitäranlagen tabu

Der ASV Mörsch, der gerade damit ausgestattet worden ist, könne sich einerseits vor Nachfragen kaum retten. Andererseits könnten aber Gastvereine, die für einen Teil ihres Spielbetriebs dorthin ausweichen möchten, nicht die Sanitäranlagen mit nutzen. Um die 20.000 Euro dürfte die Installation eines Flutlichtmasts kosten, schätzt Winkes. Mit LED-Leuchten sinke die Stromrechnung, und Fördermöglichkeiten ergäben sich auch, rechnet er gegen.

Jedes Jahr sollen nach dem Willen der CDU zur Förderung von Vereins- und Breitensport je eine Sporthalle und ein Sportplatz saniert werden, so ist es im Wahlprogramm für die Kommunalwahl vor einem Jahr nachzulesen. „Lasst uns in die Pötte kommen“, fordert Sportpolitiker Winkes „ein bisschen verzweifelt“. „Wir können es uns jedenfalls nicht erlauben, weitere Jahre um Verfahrensfragen zu ringen. In zwei Jahren geht auf den ersten Plätzen sonst gar nichts mehr.“

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