Frankenthal
Skater: Preis für Engagement um neue Anlage
„Neuer Skatepark an einem angebrachten Standort“ heißt – etwas trocken – das Projekt, mit dem sich Kevin Neufeld und seine Mitstreiter beim Jugend-Engagement-Wettbewerb „Sich einmischen – was bewegen“ des Landes beworben haben. Mit Erfolg: Die Frankenthaler Skater sind unter den Preisträgern, die am 2. April in der Staatskanzlei in Mainz ausgezeichnet werden. Ziel des Projekts ist es, Jugendliche und junge Erwachsene dabei zu unterstützen, eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Im Falle der Frankenthaler Skater heißt das, einen Platz zu finden, an dem sie ungestört – und ohne andere zu stören – ihr Hobby ausüben können.
Der Konflikt um den Skatepark im Pilgerpfad schwelt schon seit Jahren. Anwohner der angrenzenden Hochhäuser beschwerten sich immer wieder über laute Musik und Müll auf der Anlage. Vor zwei Jahren sammelten sie Unterschriften, um ihrer Forderung, den Skaterparcours zu verlegen, Nachdruck zu verleihen. Das ist auch der Wunsch der Nutzer des Parks, die Ende Mai 2020 eine Online-Petition starteten. Nach langen und teils emotionalen, aber letztlich sachlichen Diskussionen einigten sich Jugendliche und Anwohner auf klarere Besucherregelungen und feste Betriebszeiten. Allerdings hatte die Verwaltung schon im April 2021 durchblicken lassen, dass das aus ihrer Sicht keine Dauerlösung sein kann. Mittelfristig müsse ein weniger problematischer Standort gefunden werden – auch wenn das nicht einfach sei, hieß es damals.
„Es flog sogar eine Kokosnuss“
Die Streitpunkte und die Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Ausweichquartier kennt Kevin Neufeld gut. Der 24-jährige Chemikant engagiert sich seit 2018 auf der Anlage am Jakobsplatz. Das ganze Areal sei in einem schlechten Zustand. „Die Verletzungsgefahr ist hoch, außerdem liegen immer wieder Glassplitter auf der Anlage“, sagt Neufeld. Der Streit mit den Anwohnern sei zeitweise so eskaliert, dass die Skater aus den Hochhäusern mit Gegenständen beworfen worden seien. „Da flog sogar mal eine Kokosnuss“, berichtet der Flomersheimer. Für die Jugendlichen sei klar gewesen: So kann es nicht weitergehen. Sie hätten sich deshalb an die Stadt und an das Kinder- und Jugendbüro gewandt mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Standort für den Skatepark.
Gemeinsam mit Tom Lutz sei er so etwas wie der Sprecher der Gruppe, die inzwischen auf rund 60 Skater im Alter von 13 bis 26 Jahren angewachsen sei, sagt Neufeld. Um ihrem Projekt einen verbindlichen Rahmen zu geben, wollen die Jugendlichen einen Verein gründen. Wo eine neue Skateranlage entstehen könnte, sei noch offen. Im Gespräch sind laut Neufeld unter anderem der KBA-Parkplatz in der Lambsheimer Straße und ein Teil des ehemaligen Real-Geländes. Das Preisgeld aus dem Jugend-Wettbewerb soll laut Neufeld für eine Werkzeugkiste mit Ersatzteilen, die alle Skater nutzen können, und für neue Rampen genutzt werden. Bis ein Umzug ansteht, nutze man weiter die Infrastruktur im Pilgerpfad.
