Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Skaterplatz im Pilgerpfad: Anwohner klagen über Müll und Lärm

Zu voll, zu laut, zu schmutzig: Das stört Anwohner aus Pilgerpfad am Skaterplatz vor ihrer Haustür.
Zu voll, zu laut, zu schmutzig: Das stört Anwohner aus Pilgerpfad am Skaterplatz vor ihrer Haustür.

Gerade einmal 20 Meter beträgt der Abstand zwischen dem eingezäunten Skaterparcours im Pilgerpfadgebiet und dem Hochhaus Lucas-Cranach-Straße 2. Seit längerer Zeit beschweren sich die Anwohner über die von dieser Freizeitanlage ausgehende Lärmbelastung. Die Stadt ist auf der Suche nach einem alternativen Standort bisher aber noch nicht fündig geworden.

80 Unterschriften haben die Betroffenen gesammelt und fordern mit Nachdruck eine Verlegung der Anlage. Mitinitiator Gert Stephan, der im 19. Stockwerk des Hochhauses wohnt, berichtet der RHEINPFALZ, dass die Lärmbelastung in letzter Zeit stark zugenommen habe und unzumutbare Ausmaße annehme. Nach seinen Beobachtungen tummelten sich mitunter bis zu 15 Jugendliche mit Skateboards, Fahrrädern und Rollern auf dem Gelände. Es werde auch gegessen und getrunken, laute Musik sei keine Seltenheit.

In ihrer Wohnung hätten sie schon Spitzenwerte bis zu 80 Dezibel gemessen, ergänzt Stephans Ehefrau. Wiederholt habe sie beobachtet, dass sich kleine Kinder und auch ein Hund in der Anlage aufhielten, was nicht ungefährlich sei. Die lärmgeplagten Anwohner wundern sich sehr, dass seitens der Stadt, der die Problematik seit Frühjahr 2019 bekannt sei, noch nichts unternommen wurde.

Stadt will Verlegung prüfen

„Der krankmachende Lärm bleibt uns wohl erhalten, bis wir daran zugrunde gehen“, formuliert es Gert Stephan drastisch. Vergleichbare Skateranlagen in Lambsheim, Oggersheim und Grünstadt lägen weitab jeder Wohnbebauung, betonte er. Eine mögliche Verlegung auf eins der drei Basketballfelder auf der Rückseite des Albert-Einstein-Gymnasiums sei von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) bei einer Bürgersprechstunde angedeutet worden. Auch bei der Übergabe der Unterschriftenliste sei eine Verlegung signalisiert worden. „Nur ist leider bisher nichts passiert“, zeigt sich Stephan enttäuscht.

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ räumt Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) ein, dass das Thema schon wiederholt – auch beim Runden Tisch im Pilgerpfad – zur Sprache gekommen sei. „Es gibt Lärmbeschwerden.“ Von Mai bis Ende Juli hätten 42 Kontrollen stattgefunden. Mehrere Personen seien vom Kommunalen Vollzugsdienst aufgefordert worden, den Platz zu verlassen. Auch auf das Abstandsgebot der Corona-Richtlinien sei hingewiesen worden. Knöppel hebt lobend hervor, dass seitens eines Anwohners die Patenschaft übernommen worden sei. Er organisiere den Schließdienst für die bis 20 Uhr geöffnete Anlage. Im Zuge der aktuellen Bürgerbeteiligung im Pilgerpfadgebiet sei das Thema aufgegriffen und eine Verlegung ins Spiel gebracht worden. „Mögliche Alternativen werden derzeit bewertet, wir sind in einem offenen Prozess“, sagt Bernd Knöppel.

Online-Petition läuft

Das zur Debatte stehende Basketballspielfeld hinter dem AEG müsse zunächst saniert werden. Unabhängig davon wolle das Kinder- und Jugendbüro einen Dialog mit den betroffenen Anwohnern der Lucas-Cranach-Straße herbeiführen, deutet der Bürgermeister an. Benutzer des Skaterparks und Bewohner der Käthe-Kollwitz-Straße haben außerdem Ende Mai eine Online-Petition gestartet, mit der von der Stadt Frankenthal eine Verlegung der Anlage gefordert wird. Verwiesen wird auf die Interessenkonflikte und den Geräuschpegel, der sich bei dieser Sportart nicht vermeiden lasse. Auch werde der Platz zweckentfremdet, die Rampen seien sanierungsbedürftig. Im Namen der Sportbegeisterten und der verzweifelten Anwohner solle mit einer gemeinsamen Stimme gesprochen werden, um positive Veränderungen zu bewirken, heißt es in der Begründung. Von den 69 Unterstützern (Stand 10. Setember) kommen 33 aus Frankenthal.

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