Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Real-Gelände: Fachmärkte und Wohnungsbau geplant

Nur noch schemenhaft zu erkennen: der Real-Schriftzug am Gebäude in Studernheim. Der Markt hatte Ende Januar für Kunden geschlos
Nur noch schemenhaft zu erkennen: der Real-Schriftzug am Gebäude in Studernheim. Der Markt hatte Ende Januar für Kunden geschlossen. Der komplette Betrieb wurde einen Monat später eingestellt.

Der Glanz des Standorts war schon länger verblasst, jetzt gilt das auch für den Schriftzug am Gebäude. Der Real-Markt in Studernheim ist seit Ende Januar geschlossen. Weniger als ein halbes Jahr später gibt es aber eine konkrete Perspektive für das Gelände an der B9. Zwei alte Bekannte spielen die Hauptrollen.

Bei den zahlreichen Anfragen, die in kommunalpolitischen Gremien seit vergangenem Sommer zur Zukunft des Studernheimer Real-Geländes gestellt worden sind, hat sich die Stadt sehr lange sehr bedeckt gehalten. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) berichtete zwar immer wieder von „aussichtsreichen Gesprächen“ zwischen Eigentümern und potenziellen Investoren, betonte ein ums andere Mal die Bedeutung der Nahversorgung für den Vorort und den Süden Frankenthals – konkreter wurde der OB bis vor Kurzem jedenfalls nicht.

Hinter den Kulissen muss sich bei dem Thema einiges bewegt haben: Auf der Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses, der sich am Donnerstag zu einer Sondersitzung mit dem Ortsbeirat Studernheim trifft, stehen Aufstellungsbeschlüsse für zwei vorhabenbezogene Bebauungspläne, die gemeinsam das frühere Marktgelände und das südlich angrenzende Brachland umfassen. Plan Nummer eins sieht für den nördlichen Teil (2,1 Hektar) ein Fachmarktzentrum, Plan Nummer zwei für die südliche Fläche (5,1 Hektar) bis zur Mühlbergstraße ein Gewerbe- und Wohnquartier vor. Die bisherige Infrastruktur und das alte Marktgebäude werden verschwinden.

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Weniger Verkaufsfläche

Hinter den Plänen stehen laut den Verwaltungsunterlagen für die Sitzung am Donnerstag zwei alte Bekannte: „Vorhabenträger“, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt, ist beim Einzelhandelsprojekt die SGE Stüdemann-Grundbesitz-Entwicklung GmbH (Duisburg). Zur Erinnerung: Die SGE war auch für den dritten Entwicklungsabschnitt des Frankenthaler Industriegebiets Am Römig verantwortlich und damit für die Ansiedlung des Warenzentrallagers der BASF. Das angrenzende Areal bleibt sozusagen in der Familie: Investor ist hier die Baugesellschaft Frankenthal – für das Unternehmen, an dem die Stadt 25,1 Prozent der Anteile hält, eins der größten Projekte der zurückliegenden Jahrzehnte.

Das aus zwei Gebäuden bestehende sogenannte Fachmarktzentrum soll neben einem Supermarkt mit Vollsortiment noch Platz für einen Discounter, einen Tierfutteranbieter, eine Apotheke sowie ein Geschäft für Möbel, Bettzeug und Matratzen bieten. Die geplante Verkaufsfläche beträgt insgesamt rund 5750 Quadratmeter – laut Stüdemann 70 Prozent weniger als die in den 80er-Jahren für Real genehmigte Größe. Der zur Frankenthaler Straße gewandte Parkplatz soll Platz für 200 Autos bieten.

Gewerbe entlang der B9

Die Vorstellungen der Baugesellschaft für die 51.000 Quadratmeter bis zur Mühlbergstraße sind zwar noch nicht in einer Anzahl von geplanten Wohneinheiten zu fassen, das grundlegende Konzept für das im Westen von der Bundesstraße 9 begrenzte Gelände steht aber offenbar: Die Baugesellschaft möchte einen schmalen Streifen entlang der B 9 für Gewerbebetriebe entwickeln und ansonsten Wohnungsbau betreiben. Geplant seien dort Mehrfamilien-, Reihen- und möglicherweise auch Einfamilienhäuser. Noch offen ist die Erschließung des Quartiers für den Verkehr.

In den Schreiben der beiden Investoren an die Stadtverwaltung – beide datieren von Ende Mai – ist jeweils die Rede von einer laufenden „Ankaufsprüfung“ für die beiden beschriebenen Grundstücke. Als Eigentümer im Grundbuch eingetragen war nach dem Verkauf der Real-Einkaufsmärkte an die russisch-englische SCP Group im vergangenen Sommer eins ihrer Tochterunternehmen in Luxemburg. Ob die Grundstücksgeschäfte für die neue Nutzung der 7,2 Hektar bei Studernheim schon über die Bühne sind, dazu gab es am Dienstag von der Real-Pressestelle auf RHEINPFALZ-Anfrage keine Auskunft.

Termin

Gemeinsame Sondersitzung von Planungs- und Umweltausschuss und Ortsbeirat Studernheim am Donnerstag, 10. Juni , 17 Uhr im Congress-Forum (großer Saal), Stephan-Cosacchi-Platz.

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