Frankenthal Neues Buskonzept startet am 1. Januar

Dreh- und Angelpunkt des Nahverkehrs in Frankenthal: der Hauptbahnhof mit den Bushaltestellen des ZOB.
Dreh- und Angelpunkt des Nahverkehrs in Frankenthal: der Hauptbahnhof mit den Bushaltestellen des ZOB.

Neue Haltestellen, Linienpläne und Fahrzeuge kommen. Einige Stopps entfallen oder werden verlegt. Wer ab 1. Januar in Frankenthal mit dem Bus unterwegs ist, muss sich auf Änderungen einstellen. Die Planer versprechen aber: Vieles wird besser und bequemer.

„Die weißen Flecken sind weniger geworden.“ Das ist aus Sicht von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) der wichtigste Punkt beim Start des neuen Frankenthaler Buslinienbündels am 1. Januar. Für die Stadt und ihre Vororte sei der öffentliche Nahverkehr besser organisiert und strukturiert als bisher, ist er überzeugt. Mit den elf Linien gelinge es, mehr Menschen zu erreichen und diesen gleichzeitig auf bestimmten Strecken einen im Vergleich zum früheren Angebot engeren Takt zu bieten. Weitere Punkte, die der OB hervorhebt: die Verbesserungen an der Schnittstelle Bus und Schiene, bei der Barrierefreiheit und den eingesetzten Fahrzeugen.

Hebichs Hoffnung: Der ÖPNV soll in Frankenthal eine „echte Alternative“ zu anderen Verkehrsmitteln, insbesondere zum Auto, darstellen. Der Oberbürgermeister kennt die Tücken der bevorstehenden Umstellung: Die Fahrgäste müssten sich zum Teil neu orientieren, sich zum Teil auch von „liebgewordenen Gewohnheiten“ verabschieden. Er ist aber zuversichtlich, dass für die Leute „schnell Vorteile erkennbar werden“. Die Leitgedanken der Planer: die Linien zu straffen, auch etwas abgelegene Gebiete nicht zu vergessen und die Anbindung zu den Nachbarn zu verbessern. Mit Kritik rechnet der Verwaltungschef beispielsweise dort, wo Anwohner vom veränderten Verlauf von Linien direkt betroffen seien. „Da müssen wir dann um Verständnis werben.“

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Erklärvideos für Fahrgäste

Dass das neue Konzept für den Nahverkehr in Frankenthal in den politischen Gremien größtenteils hinter verschlossenen Türen diskutiert und beschlossen wurde, liegt laut OB am europaweiten Ausschreibungsverfahren. „Wir haben trotzdem viele Akteure vor Ort wie den Beirat für Menschen mit Behinderung in die Planungen einbezogen.“ Weil Formate wie größere Infoveranstaltungen während der Corona-Pandemie nicht möglich seien, setze man beispielsweise auf eigens produzierte Erklärvideos. Die fassten Änderungen für die einzelnen Linien kompakt und verständlich zusammen, findet Hebich.

Planmäßig hätte der neue Fahr- und Linienplan schon im Juni starten sollen. Verzögert wurde das Ganze, weil ein unterlegener Bieter das Ergebnis der Ausschreibung angefochten hatte. „Das war nicht ganz einfach“, räumt der Oberbürgermeister ein. Der dadurch zusätzlich verstärkte Zeitdruck habe letztlich aber vor allem gezeigt, wie flexibel und gut vernetzt der neue Betreiber des Frankenthaler Busverkehrs sei, das Studernheimer Unternehmen Dürk Reisen.

Kostenloses WLAN an Bord

Für die Fahrgäste erwartet Sabine Eichhorn, Abteilungsleiterin beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar, einen deutlich höheren Komfort. Ein Qualitätsstandard, der ab 1. Januar erfüllt werde, sei das Erfassen von Echtzeitdaten. Dadurch könnten Kunden beispielsweise per Smartphone-App minutengenau abrufen, wann die Busse fahren. Ein weiterer Pluspunkt aus ihrer Sicht: Alle von Dürk neu angeschafften Fahrzeuge haben kostenfreies WLAN an Bord und ein Fahrgastzählsystem, dessen Daten verraten, wo nachgebessert werden muss.

Bernhard Dürk musste neben dieser Investition ins „rollende Material“ auch kreativ werden, was die Suche nach Fahrern angeht. Fündig wurde er in Spanien. Mit allen Kandidaten seien Probefahrten gemacht, Bewerbungsgespräche geführt worden. Mitte Dezember begannen dann die Schulungen fürs Personal: zu den Tarifen und den Strecken. Er sieht seine Firma und seine Leute gut gerüstet für den Auftakt. Die Technik sei auch hier eine große Hilfe: „Der Fahrer wird navigiert und geführt.“

Noch Fragen?

  • Informationen zu Linien und Fahrplänen im Internet unter www.stadtbus-frankenthal.de oder über die Seite des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar www.vrn.de. Abrufbar sind diese Daten auch über die Smartphone-App des VRN.
  • Links zu den Erklärvideos und zu den Linienplänen sind auf der Internetseite der Stadt Frankenthal www.frankenthal.de unter der Rubrik „Wirtschaft, Verkehr, Stadtentwicklung“ abrufbar.
  • Zum Start des neuen Linienbündels legt der VRN auch eine gedruckte Broschüre im Taschenformat auf.

Auf elf Linien sind in Frankenthal Busse unterwegs.
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