Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Busverkehr: Neustart verschiebt sich um ein gutes halbes Jahr

Zentrale Schaltstelle im Frankenthaler Busliniennetz ist der Vorplatz des Hauptbahnhofs.
Zentrale Schaltstelle im Frankenthaler Busliniennetz ist der Vorplatz des Hauptbahnhofs.

Mit dem sogenannten kleinen Fahrplanwechsel Mitte Juni wäre in Frankenthal im Normalfall ein Neustart im Nahverkehr verbunden gewesen. Kleine Änderungen wird es zwar geben, aber der ganz große Aufschlag musste um ein halbes Jahr verschoben werden.

Was auf die Frankenthaler Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs an Neuerungen zukommt, darüber ist in den städtischen Gremien schon seit Längerem viel geredet worden: geänderte Linienführung an einigen Stellen, barrierefreier Ausbau bestimmter Haltestellen, Konzepte für den Ruftaxibetrieb. Die meisten dieser Änderungen werden nun allerdings statt zum 14. Juni dieses Jahres erst zum Jahreswechsel stattfinden: Ab 1. Januar 2021 übernimmt Dürk Reisen aus Studernheim das bislang sechs Strecken umfassende Linienbündel. Das hat die Stadtverwaltung auf Nachfrage der RHEINPFALZ am Freitagnachmittag bestätigt.

Der Hintergrund der Verzögerung im Zeitplan: Im Mai vergangenen Jahres war mit Blick auf den im Juni 2020 auslaufenden Verkehrsvertrag mit einer Tochter der Deutschen Bahn, DB Regio Bus Mitte, der Betrieb des Busverkehrs in und um Frankenthal neu ausgeschrieben worden. Der Sieger dieser europaweit angelegten Suche nach einem geeigneten Dienstleister ist dann für zehn Jahre engagiert – ein durchaus lukratives Geschäft also.

Vergleich sichert Betrieb bis Jahresende

Wie die Stadtverwaltung nun in einer Pressemitteilung erläutert, war es über die Vergabe der Verkehrsleistung für das sogenannte Linienbündel Frankenthal zwischen den beteiligten Städten und Kreisen – Frankenthal, Ludwigshafen, Worms und der Rhein-Pfalz-Kreis – auf der einen und der DB Regio Bus Mitte auf der anderen Seite zum Rechtsstreit gekommen. Die genauen Gründe dafür nennt die Stadt auf Nachfrage nicht. Allerdings hatte es in der Vergangenheit nach RHEINPFALZ-Informationen häufiger Kritik an Leistungen des bisherigen Linienbetreibers gegeben – beispielsweise in Worms.

Inzwischen sei mit DB Regio ein Vergleich geschlossen, die Neuvergabe an den örtlichen Anbieter Dürk vollzogen, der seinen Firmensitz in Studernheim und in Ruchheim eine große Niederlassung mit Werkstatt, Verwaltung und Betriebshof hat. Der mit DB Regio gefundene Kompromiss sieht laut Stadt jetzt so aus: Der Verkehrsvertrag mit DB Regio für die Linien 462, 463, 464, 465, 466 und 467 wurde bis Jahresende verlängert. Die Neustrukturierung des ÖPNV, mit der die Stadt und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar „ein attraktiveres Angebot im Liniennetz“ und höhere Fahrgastzahlen erreichen möchten, verschiebt sich um gut sechs Monate ins neue Jahr.

Zur Sache: Zwei Linien betroffen

Zum 14. Juni müssen sich Nutzer des Busverkehrs in Frankenthal auf kleine Änderungen im Netz einstellen. Betroffen davon sind nach Angaben der Stadt die Linien 464 und 84. Die Linie 464 vom Hauptbahnhof Richtung Mörsch wird nur noch über die Mörscher Straße geführt. Damit entstehe dort ein 30-Minuten-Takt. Die Haltestellen Justizvollzugsanstalt und Mannheimer Straße entfallen. Die Haltestellen Nachtweideweg, Finkenweg und Kalkofenweg (ehemals Pegulan) werden zukünftig über die Linie 84 bedient, die vom Hauptbahnhof in Richtung der Ludwigshafener Stadtteile Edigheim und Oppau fährt. Außerdem werde eine neue Haltestelle Ostpark eingerichtet. Dafür entfalle die Haltestelle Mierendorffstraße. Mit der Änderung bei der Linie 84 würden die entfallenen Bushaltestellen der Linie 464 teilweise kompensiert. Für die Einwohner der Vogelsiedlung werde eine Anbindung im 20-Minuten-Takt nach Oppau und zum Hauptbahnhof Frankenthal geschaffen.

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