Frankenthal
Landtagswahl: Kreiswahlausschuss lässt alle sieben Kandidaten zu
Gerade mal 13 Minuten benötigten die Mitglieder des Kreiswahlausschusses für ihr einstimmiges Votum: Sie haben alle sieben Kandidatenvorschläge für die Landtagswahl am 22. März beanstandungslos zugelassen. Für den Wahlkreis 35 haben bis zum Ablauf der Frist am 6. Januar folgende Parteien ihre Vorschläge eingereicht: SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, AfD, FDP, Linke und Volt.
Als Ergebnis der verwaltungsinternen Vorprüfung hielt Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) als Kreiswahlleiter fest, dass in Form und Inhalt alles den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Darauf vertraute der Wahlausschuss, der sich aus Werner Schäfer, Marlene Siegel-Wagner (beide SPD), Daniela Thumann, Martin Schuff (beide CDU), Ulf Leckel (AfD) und Rainer Schulze (Bündnis 90/Die Grünen) zusammensetzte, und sah davon ab, die Ordner mit den Unterlagen unter die Lupe zu nehmen.
Eine Sonderregelung galt für Volt, deren Wahlkreisvorschlag erst einen Tag vor Ablauf der Frist im Frankenthaler Rathaus eingegangen war. Da die Partei weder im Bundestag, noch im rheinland-pfälzischen Landtag parlamentarisch vertreten ist, musste sie 125 Unterschriften von Unterstützern beschaffen. Mit 131 Signaturen wurde diese Zahl überschritten. Auch an der Parteieigenschaft gab es keine Zweifel, nachdem die Landesliste von Volt am Mittwoch zur Wahl zugelassen worden war.
Bei den Christdemokraten bewirbt sich erneut Christian Baldauf um ein Mandat in Mainz. Der 58-jährige Rechtsanwalt aus Frankenthal gehört dem Landtag seit 2001 an und hat das Direktmandat im Wahlkreis fünf Mal in Folge gewonnen, zuletzt gegen Martin Haller (SPD), dem künftigen Bürger- und Polizeibeauftragten. Als Ersatzbewerberin hat die CDU Barbara Eisenbarth-Wahl nominiert. Die gelernte Diplom-Ingenieurin ist 47 Jahre alt und Bürgermeisterin in Lambsheim.
Sitz im Stadtrat
Für die Sozialdemokraten geht Magali Leidig-Petermann ins Rennen um den direkten Einzug in den Landtag. Die 44-jährige Frankenthalerin, von Beruf Managementassistentin, führt seit Dezember 2019 den SPD-Stadtverband und gehört dem Stadtrat an. Ihr B-Kandidat ist der Industriekaufmann Jens Rustenholz (Jahrgang 1988) aus Bobenheim-Roxheim. Er ist dort Fraktions-Vize im Gemeinderat.
Die Biologie-Studentin Lena Fröhlich, die kurz vor ihrem Abschluss steht, tritt für die Partei Bündnis 90/Die Grünen an. Die gebürtige Grünstadterin ist 25 Jahre alt. Ihr gleichaltriger Ersatzbewerber Lars Böhm will nach dem Studium Grundschullehrer werden.
Wie schon vor fünf Jahren hat die AfD den promovierten Historiker Stefan Scheil aufgestellt. Der gebürtige Mannheimer (Jahrgang 1963), der als freier Journalist und Buchautor arbeitet, wohnt in Neuhofen. B-Kandidat ist Industriemeister Markus Nägele (38) aus Bobenheim-Roxheim.
Die Freien Demokraten setzen am 22. März auf ihre Direktkandidatin Daniela Schäfer. Die 46-jährige Bürokauffrau ist bei der Stadt Frankenthal beschäftigt. Als Ersatzbewerber wurde der Lambsheimer Winzer Gunter Steuer (Jahrgang 1964), in der Pfalzwein-Werbung tätig und Beigeordneter der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, nominiert.
Jannik Stunz heißt der Wahlkreisbewerber der Linken. Der 28-jährige Elektroniker für Betriebstechnik wohnt in Frankenthal und gehört in seiner Partei dem Bezirksverband Vorderpfalz an.
Als Direktkandidat Nummer sieben zugelassen wurde Burak Bagis von Volt Deutschland. 1987 in Heidelberg geboren und in Frankenthal wohnend, leitet der gelernte Bänker die Sparkassenfiliale im Vorort Mörsch. Vor einem Jahr hatte er sich um ein Bundestagsmandat beworben.