Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Grüne nominieren Lena Fröhlich für Landtag

Lena Fröhlich bei ihrer Bewerbungsrede auf der Wahlkreisversammlung.
Lena Fröhlich bei ihrer Bewerbungsrede auf der Wahlkreisversammlung.

Die Frankenthaler Grünen ziehen mit einem ausgesprochen jungen Tandem in die Landtagswahl am 22. März. Spitzenkandidatin Lena Fröhlich will drei große Themen besetzen.

Der Countdown läuft: Sechs Minuten und keine Sekunde länger hat Lena Fröhlich am Freitagabend im Nebenraum des Pfalz-Rock-Kletterzentrums in der Mörscher Straße, um sich und ihr Wahlprogramm den zwei Dutzend Mitgliedern der Grünen-Kreisverbände Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und Lambsheim-Heßheim vorzustellen. Die Zeit, die ihr der gestrenge Sitzungsleiter Lukas Böhm gemäß der Wahlregularien vorgibt, muss die 25-Jährige nicht ausschöpfen. So lange braucht die Biologie-Studentin, die unmittelbar vor ihrem Abschluss steht, nicht, um ihre politische Agenda vorzustellen. Die will sie auch für den Fall vertreten, dass sie bei der Wahl für den nächsten rheinland-pfälzischen Landtag am 22. März 2026 das Direktmandat gewinnt.

Fröhlich gibt sich bei ihren Erfolgsaussichten realistisch. Die Konkurrenz ist stark: Mit CDU-Urgestein Christian Baldauf und der SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Magali Leidig-Petermann besetzen zwei Platzhirsche das Feld. Darauf haben bislang die AfD Stefan Scheil, die Linke Jannik Stunz, die FDP Daniela Schäfer und die Volt-Partei Burak Bagis platziert. Dennoch zeigt sich die Frontfrau in ihrer Bewerbungsrede entschlossen. Mit Haltung, Leidenschaft und Zuversicht wolle sie in den Wahlkampf ziehen, um drei Themenfelder in den Fokus zu rücken: Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit und Verteidigung der Demokratie.

„Ich habe Angst“

„Ich bin eine Tochter, und ich habe Angst“, reagierte Fröhlich auf die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der anhaltenden Stadtbild-Debatte. Die habe sie aber vor betrunkenen Männern auf der Straße und einer „rechtsextremen Partei, die immer weiter an Zuspruch gewinnt“, nicht aber vor einer offenen Gesellschaft. „Das wahre Problem im Stadtbild sind nicht Menschen mit Migrationsgeschichte. Das Problem sind Rechtsextreme, die Hass verbreiten, Vielfalt bekämpfen und die Demokratie aushöhlen wollen“, warnte die Jungpolitikerin.

Kämpfen will Fröhlich zudem „für echten Klimaschutz, der sozial gerecht ist, für eine Politik, die auf Wissenschaft hört, und für eine lebenswerte Zukunft für uns alle“. Den dritten Fokus will die erste Akademikerin in ihrer Familie auf Bildungsgerechtigkeit richten. Im Bildungsbereich müssten „große Reformen“ greifen. Die gebürtige Grünstadterin ist zu Beginn des Jahrzehnts nach Frankenthal gezogen und hat sich dem Grünen-Kreisverband angeschlossen, der aktuell knapp 50 Mitglieder zählt.

Aus deren Kreis und aus den beiden benachbarten Verbänden erfährt die Kandidatin einhellige Unterstützung. Grünen-Urgestein und Stadtratsmitglied Gerhard Bruder bringt die Stimmung auf den Punkt, als er Fröhlich für ihr Engagement dankt. Den gleichen Rückhalt erhält ihr gleichaltriger Ersatzkandidat Lars Böhm. Der angehende Grundschullehrer ist seinerzeit von Bruder und Rainer Schulze inspiriert worden, sich politisch zu engagieren und will im Wahlkampf vor allem auf die Stimmen von Jugendlichen hören.

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