Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Co-Working-Spaces: Künftig auch in Frankenthal?

Im alten Hallenbad Nord in Ludwigshafen gibt es bereits Arbeitsplätze, die als Co-Working-Spaces vermietet werden.
Im alten Hallenbad Nord in Ludwigshafen gibt es bereits Arbeitsplätze, die als Co-Working-Spaces vermietet werden.

Leerstand in der Innenstadt vermeiden und junge Unternehmen nach Frankenthal holen: Beides könnte die Stadt nach Einschätzung der FDP mit sogenannten Co-Working-Spaces erreichen. Was andernorts bereits angeboten wird, steckt hier noch in der Planungsphase.

Freiberufler, Start-up-Firmen oder andere, denen fürs Homeoffice zuhause der Platz fehlt, teilen sich Büroflächen: Das ist die Idee hinter dem Schlagwort Co-Working-Spaces. Häufig werden die Räume, die mit allem ausgestattet sind, was ein moderner Arbeitsplatz braucht, von kommerziellen Anbietern dauerhaft oder tageweise vermietet. Für kleine Firmen kann das günstiger sein, als selbst fest Räume zu mieten, Freiberufler schätzen an dem Modell den Kontakt zu anderen und den möglichen Austausch. In Nachbarstädten gibt es bereits Co-Working-Spaces verschiedener Betreiber. Die Pandemie habe das Thema mobiles Arbeiten grundsätzlich vorangetrieben, heißt es beispielsweise auf Anfrage aus der Pressestelle der Stadt Speyer. Aktuell gebe es in der Domstadt zwei Anbieter von Co-Working-Spaces, zwei weitere Firmen hätten öffentlich an einem solchen Projekt Interesse bekundet.

Auch in Ludwigshafen, wo es laut Verwaltung drei Standorte von Co-Working-Spaces gibt, habe man in der Pandemie vermehrt Anfragen nach solchen geteilten Büro- und Besprechungsräumen verzeichnet, heißt es auf Anfrage. In der Chemiestadt haben als ein Anbieter die Technischen Werke (TWL) mit ihrer Tochter „Freischwimmer“ im alten Hallenbad Nord Coworking-Arbeitsplätze eingerichtet. Eine Umfrage der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) habe im Herbst 2021 gezeigt, dass sich Unternehmen und Immobilieneigentümer durch die Pandemie verstärkt mit neuen Konzepten von Arbeitsplätzen auseinandersetzen.

In Frankenthal hat die FDP bereits im November 2020 einen ersten Vorstoß in Sachen Co-Working-Spaces unternommen – und dafür parteiübergreifend Lob bekommen. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) hatte damals zugesichert, dass die Verwaltung ein Konzept entwickeln werde. Wie weit die Planung ist, das möchten die Freien Demokraten am Mittwoch im Stadtrat erfragen. Das Gremium tagt öffentlich ab 17 Uhr im Congress-Forum.

Auf RHEINPFALZ-Anfrage hatte Wirtschaftsförderer Steven Müller im März mitgeteilt, dass die von ihm geleitete Stabsstelle an einem Konzept arbeite. Dazu hätten Ortstermine bei Co-Working-Spaces in der Region stattgefunden, unter anderem im Freischwimmer in Ludwigshafen. Wie groß der Bedarf in Frankenthal tatsächlich sei, müsse noch eruiert werden. Bei der Verwaltung hätten sich jedoch bereits vereinzelt Interessenten, vorwiegend aus dem Kulturbereich, gemeldet. Und auch Anbieter hätten signalisiert, dass Frankenthal ein interessanter Standort sein könnte.

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