Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Toilettenregel an Schule: Hat sich die Lage beruhigt?

Zuletzt war es um die Toilettenregel an der IGS Rockenhausen ruhiger geworden. Doch das Thema wird weiter diskutiert – und bald
Zuletzt war es um die Toilettenregel an der IGS Rockenhausen ruhiger geworden. Doch das Thema wird weiter diskutiert – und bald könnte eine weitere Maßnahme folgen.

Nach heftiger Kritik wurde die Toilettenregel an der IGS Rockenhausen angepasst. Schüler treibt das Thema weiter um. Auch Eltern reagieren – und ziehen erste Konsequenzen.

Rund drei Monate sind vergangen, seit an der IGS Rockenhausen im März eine neue Regel zur Nutzung der Schultoiletten eingeführt wurde. Während des Unterrichts sind die Klos abgeschlossen. Schülerinnen und Schüler müssen sich einen Chip zum Öffnen der Türen gegen Unterschrift im Sekretariat abholen. Der Aufschrei nach der Regeleinführung war groß: Lange Wartezeiten und stressige Situationen häuften sich. Vor allem Schüler und Eltern, aber auch Lehrer äußerten Kritik an der Maßnahme.

Als Folge dessen schaltete sich unter anderem der Schulelternbeirat (SEB) ein. Nach Rücksprache mit der Schulleitung wurde die Regel angepasst: Statt anfangs lediglich zwei Chips stehen inzwischen sechs zur Verfügung. Und die Zeiten, zu denen die Toiletten ohne Chip genutzt werden können, wurden um je 15 Minuten nach Schulbeginn, vor und nach den Pausen sowie vor Schulende erweitert. In den vergangenen Wochen wurde das Echo rund um die Maßnahme weniger. Doch ist wirklich Ruhe eingekehrt?

SEB: „Starke Fluktuation hat abgenommen“

In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses kam die Toilettenregel zur Sprache. Jochen Grimm, Vorsitzender des SEB, erläutert im RHEINPFALZ-Gespräch: „Aus Sicht der Lehrer hat die starke Fluktuation um die Toilettennutzung während des Unterrichts deutlich abgenommen.“ Seitdem mehr Chips im Umlauf seien, hätten sich zudem die Wartezeiten deutlich reduziert.

Doch nach wie vor kommt die Maßnahme nicht bei allen Eltern gut an. Laut RHEINPFALZ-Informationen herrscht bei einigen Schülern und Eltern Frustration. Wie eine Schülerin der Jahrgangsstufe 11 verrät, mache sich außerdem teilweise Resignation breit. „Gehe ich halt nicht mehr aufs Klo“, sei vor allem im Bereich der Oberstufe zu hören. Oder man behelfe sich mit Klopapier, das zwischen die Tür geklemmt wird, damit diese offen bleibt. Darauf bezogen meint ein Vater: „Es ist nicht im Sinne der Sache, dass Kinder durch eine solche Maßnahme bewusst Regeln brechen.“

Um ihren Ärger zum Ausdruck zu bringen, haben einige Eltern Konsequenzen gezogen: Sie verweigern ihre UNterstützung bei der Durchführung und Organisation einer Schulveranstaltung. Jochen Grimm ist dieser Sachverhalt bekannt. Er sagt: „Dass Eltern wegen der Sache nicht bei einem Schulfest helfen, finde ich nicht gut.“ Klar gebe es Leute, die die Maßnahme nicht gut fänden. Aus Grimms Sicht sei dies aber die falsche Reaktion – da sie auf Kosten der Kinder gehe. „Grundsätzlich“, fügt Grimm an, „ist es aber so, dass 90 Prozent der Eltern die Toilettenregel mitgehen.“

Auf Toilettenregel könnte Handyregel folgen

Der SEB-Vorsitzende ist zuversichtlich, dass sich die Situation bis zu den Sommerferien weiter entspannt – und danach vielleicht kaum noch Thema ist. „Momentan läuft es auch SEB-Sicht zufriedenstellend. Wir müssen und werden es aber im Auge behalten“, betont Grimm. Die Kreisverwaltung als Schulträger und die ADD als Schulbehörde verteidigten die Regel zuletzt bereits.

Nach der Toilettenregel könnte bald eine weitere Maßnahme an der IGS Rockenhausen in Kraft treten: eine Handyregel. Auch die könnte dann wieder für eine Debatte sorgen, wie Jochen Grimm befürchtet. „Eine Handyregel würde ich jedenfalls sehr befürworten“, erläutert der SEB-Vorsitzende. Wie diese dann genau aussieht und ob sie wirklich zeitnah kommt, ist nicht bekannt.

Laut der Hausordnung der IGS Rockenhausen ist die Handynutzung aktuell so geregelt, dass die Benutzung im Schulgebäude während der Unterrichtszeit untersagt ist. Zu Beginn jeder Unterrichtsstunde müssen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 13 ihre Smartphones ausgeschaltet auf das Lehrerpult oder eine vorhandene Handyaufbewahrung legen. Nach der Stunde dürfen sie die Geräte wieder nehmen. Für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 wird dies vor der ersten und nach der sechsten Stunde so gehandhabt. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe dürfen ihre Handys in den Aufenthaltsbereichen benutzen.

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