Rockenhausen
Sparkasse Donnersberg: Die größte Filiale ist im Internet
Sicherlich ist diese Entwicklung auch eine Folge der Corona-Pandemie – aber nicht nur, sondern sie ist dem ganz allgemeinen Trend folgend: In ihrer „bestbesuchten Filiale“, wie Vorstandsmitglied Matthias Roth sagt, registriert die Sparkasse Donnersberg 240.000 Besuche pro Monat: im Internet. Keiner der realen Standorte erreicht diese Zahl auch nur annähernd. 8000 im Schnitt an jedem einzelnen Tag, „das entspricht einem Zehntel der Bevölkerung im Kreis“, zeigt Roth die Bedeutung auf, die dem Online-Banking bereits zufällt. Und die Nutzungsquoten steigen kontinuierlich an. 63 Prozent der Privat- und mehr als 90 Prozent der Firmenkunden bei der Sparkasse Donnersberg nutzen inzwischen das digitale Angebot.
Direkte Kundenbeziehung wichtig
Dennoch unterstreichen Roth und Vorstandsvorsitzender Günther Bolinius unisono: „Wir wollen ja keine weitere Online-Bank werden.“ Das Digitale soll nicht um des Digitalen Willen zum Ziel erklärt werden, sondern ein zusätzliches Angebot sein. „Unser Ziel bleibt es vielmehr, dass sich der Kunde und sein Berater kennen“, sagt Bolinius.
Daher stehe zum jetzigen Zeitpunkt auch keiner der verbliebenen Filial-Standorte zur Disposition. Auch nicht im Falle einer Fusion, über deren Möglichkeit sich die Sparkassen Donnersberg und Rhein-Haardt im Laufe des Jahres 2022 austauschen. Bis zum Herbst sollen Ergebnisse vorliegen.
Für den Fall, dass sich die beiden Geldinstitute für eine gemeinsame Zukunft entscheiden, hatte Bolinius bereits betont, dass auch „fusionsbedingter Stellenabbau kein Thema“ sei. Zum Jahresende 2021 beschäftigte die Sparkasse Donnersberg 223 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, neun weniger als ein Jahr zuvor. Hinzu kommen neun Azubis sowie 29 Beschäftigte in Tochterunternehmen.
Mehr als 50.000 Anrufe im Service-Center
Zweites ganz wichtiges Standbein, um den Kundenkontakt auch zu Pandemie-Zeiten aufrecht zu halten: das Kunden-Service-Center, das die Sparkasse Donnersberg seit einigen Jahren betreibt. Im Jahr 2021 wurden dort mehr als 52.000 Anrufe bearbeitet, nochmal einige mehr als im Jahr zuvor. Seit Beginn der Pandemie hat das Aufkommen der Telefonate – auch Videochat ist mittlerweile möglich – laut Sparkasse „dauerhaft um 20 Prozent zugenommen“. Auch das seien halt „20 Prozent, die nicht mehr in die Filiale kommen“, sagt Bolinius.
Trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfelds – der Zinsüberschuss ging folglich um zwei Millionen auf 19,8 Millionen Euro zurück – hat die Sparkasse im Jahr 2021 den Vorjahres-Bilanzgewinn von 1,2 Millionen Euro wiederholen, bei höherem Betriebsergebnis auch zusätzliche Rücklagen bilden können. Die Bilanzsumme – bei der sich Bolinius über „ein stetiges Wachstum“ freut – hat um weitere 15 Millionen auf nun 1,557 Milliarden Euro zugelegt.
Kunden zunehmend an Wertpapieren interessiert
Gewachsen ist auch das Kreditvolumen, vor allem Kredite für Privatpersonen haben zugelegt. Da sei, kein Wunder beim Zinsniveau der vergangenen Monate, nach wie vor die Nachfrage nach langfristiger Zinsbindung groß, berichtet Roth. Gerade beim Wohnungsbau, wie Bolinius unterstreicht.
Ebenfalls gestiegen ist das betreute Kundenvolumen, um 4,2 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Während etwas weniger Geld auf Sparkonten liegt, verzeichnet die Sparkasse Donnersberg vor allem beim Wertpapiergeschäft Zulagen (plus 16 Prozent). In Zeiten historischer Niedrigzinsen und zunehmender Inflation habe dieses eine „richtige Dynamik“ aufgenommen, sagt Bolinius. Selbst „der typische langfristige Sparer“ interessiere sich mittlerweile für solche alternativen Anlagemöglichkeiten.
Zur Unterstützung von Vereinen, sozialen Einrichtungen, Sport, Kulturprojekten und vielem mehr hat die Sparkasse Donnersberg im Jahr 2021 Spenden in Höhe von 152.000 Euro zugesagt – 95.000 Euro weniger als 2020. Veranstaltungen seien weiterhin Mangelware gewesen, das schlage sich auch diesem Bereich nieder.
