Kirchheimbolanden
Seit 15 Jahren bei Borg Warner in Kibo: Der neue Werkleiter Andreas Denne
Ein Anruf seines Vor-Vorgängers Jürgen Adam, mittlerweile als General Manager für die ETTS-Werke von Borg-Warner in Europa und Südamerika verantwortlich, bereitete Andreas Denne darauf vor: Er, der Leiter des Europa-Vertriebs im Bereich ETTS (in dem alles rund um Emissionen und Turbo Systems zusammengefasst ist), könne seinen Job gegen den des Werkleiters eintauschen. Denn nach einem halben Jahr an der Spitze des Kirchheimbolander Werks stand der bisherige Leiter Mark Passolt aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
„Ein, zwei Nächte“ habe er darüber geschlafen, sagt Denne. Dann war klar, dass er die Herausforderung annehmen wird. Die Automotive-Branche ist für ihn Herzensangelegenheit. Und sie liegt ihm im Blut. Der Papa war Werksfahrer bei Audi-AG-Vorgänger Auto Union.
50 Minuten einfacher Arbeitsweg
Angefangen hat Denne 1999 beim Automobilzulieferer TRW in St. Leon-Rot im Bereich Materialplanung. 2006 ging’s dann nach Kirchheimbolanden. Bei Borg Warner war er unter anderem Koordinator für Produkteinführungen, übernahm die Leitung für verschiedene Projekte, war Vertriebsmanager und Kundenbetreuer für Marken wie BMW, Audi und Porsche.
Am Ausgangspunkt seiner Karriere, in der Region St. Leon-Rot, lebt der Familienvater – die Tochter wird 20, der Sohn 16 – noch immer. Das bedeutet seit 15 Jahren: 50 Minuten einfacher Arbeitsweg. „Aber da lässt sich gut abschalten“, befindet Andreas Denne. Die Entscheidung, im Rhein-Neckar-Kreis zu bleiben, habe er damals, als er sich für Borg Warner entschieden hat, gemeinsam mit seiner Frau getroffen.
Kibo 4.0 mit Freude angehen
Denne freut sich auf seine Aufgaben an der Spitze des Kirchheimbolander Werks. „Wir haben extrem spannende Zeiten mit großen Chancen und Herausforderungen“, sagt er. Es sei durchaus ein Vorteil, dass er das Werk bereits aus verschiedenen Perspektiven kennt, auch als Teil des Führungsteams. „Ich kenne auch viele Leute im Werk.“ Durch seine Tätigkeiten im Vertrieb bringe er Erfahrungen mit der Gesamtpolitik des Konzerns sowie ein Netzwerk mit, das über Borg Warner hinaus reicht. Das könne er nun in seiner neuen Position einbringen. „Das in Kombination mit Kibo 4.0 – darauf freue ich mich“, sagt Denne.
Wie seine Vorgänger steht er voll hinter der Standortstrategie, die unter anderem auch einen Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen vorsieht. „Kibo 4.0 soll die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts herstellen, das ist der richtige Weg.“ Denn es sei ja nicht wegzudiskutieren, dass „ein Wandel in der Industrie da ist“. Daher habe der Plan weiterhin „absolute Priorität“.
Zusammenlegung der Werke im Plan
Auch der Betriebsrat sehe „Vorteile und Chancen“ darin, dass der neue Werkleiter „hier so verwurzelt ist und den Markt kennt“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Marie Christin Müller. „Er weiß, was wir am Standort brauchen.“ Auch mit Dennes Vorgänger Mark Passolt habe die Zusammenarbeit gut funktioniert, unterstrich Müller auf RHEINPFALZ-Nachfrage.
Andreas Denne ist neben den Werken 1 und 2 auch für das Logistikzentrum am Standort verantwortlich. Für die Integration von Werk 2 in den Standort an der Marnheimer Straße wird fleißig gewerkelt. Schritt für Schritt soll das, was derzeit im Werk 2 in der Robert-Bosch-Straße produziert wird, auf den Campus verlagert werden. „Nach wie vor wollen wir das 2023 abgeschlossen haben“, sagt der neue Werkleiter.