Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Mark Passolt ist der neue Borg-Warner-Chef in Kirchheimbolanden

Mark Passolt.
Mark Passolt.

Zuletzt war Mark Passolt, der neue Werkleiter in Kirchheimbolanden, für ein Borg-Warner-Werk in North Carolina zuständig. Und er entdeckt in der Kleinen Residenz einige Parallelen zu seiner früheren Aufgabe.

Von der Komplexität her sei sein neuer Arbeitsplatz in Kirchheimbolanden mit dem Standort zu vergleichen, an dem er in den zurückliegenden mehr als vier Jahren gearbeitet hat, sagt Mark Passolt: Auch in Asheville, im US-Bundesstaat North Carolina, sei der Campus-Gedanke gelebt worden, habe nicht nur die Produktion, sondern vor allem auch die Entwicklung im Fokus gestanden. Allerdings sei Kibo dann doch fast doppelt so groß – nicht die Stadt (Asheville hat knapp 100.000 Einwohner), aber sehr wohl der Borg-Warner-Standort.

Seit 2016 war Passolt bei Borg Warner in Asheville, wo seit Beginn des Jahrtausends neben der Produktion ebenfalls ein Entwicklungszentrum angesiedelt ist. Nur kurz nach der Eröffnung der Einrichtung in Kirchheimbolanden war in North Carolina der Grundstein gelegt worden: Die beiden Zentren gemeinsam sollten für den Automobilzulieferer sozusagen das Rückgrat der Turboladerentwicklung auf globaler Ebene bilden.

Weiter strenges Hygienekonzept

In der Kleinen Residenz ist Passolt seit Jahresbeginn neben den Werken 1 und 2 auch für das Logistikzentrum verantwortlich – offiziell nennt sich das: Geschäftsführer der Borg Warner Turbo Systems GmbH in Kirchheimbolanden. Er folgt auf Jürgen Adam, der ins Headquarter in der Kaiserstraße umgezogen ist und dort für die Werke in Europa und Südamerika verantwortlich zeichnet. Wenngleich Mark Passolt sich freut, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren: Der Start hätte in eine einfachere Phase fallen dürfen als jene mit dem laufenden Standortsicherungsprogramm, mit den Querelen um Dieselfahrzeuge – obendrein mit den nach wie vor notwendigen strengen Infektionsschutzmaßnahmen auf dem Werksgelände. Der 49-Jährige sieht die Herausforderungen als Motivation.

Das Hygienekonzept, das er in Kibo vorgefunden hat, das lobt der neue Chef ausdrücklich. Er weiß, dass die Corona-Pandemie „ein Thema ist, an das man jeden Tag mit Sorgfalt drangehen muss“. Will heißen: bloß nicht nachlässig werden, nicht zu viel wollen bei der ja vielleicht schon bald einsetzenden Rückkehr zur Normalität. Das Risiko so gering wie möglich halten. Denn die Pandemie birgt ohnehin schon dort, wo Passolts Einflussbereich begrenzt ist, Gefahren für die Abläufe im Werk: Wenn es bei den Zulieferern hakt, stellt das selbstredend auch Borg Warner vor Probleme.

Positive Voraussetzungen in Kibo

Der neue Werkleiter gibt sich optimistisch. Er weiß um die Herausforderungen der „Nichtverbrenner-Mobilität“ – Passolt will sich nicht festlegen, ob sie sich am Ende auf E-Mobilität oder eine andere alternative Antriebsart fokussieren wird –, glaubt aber auch, mit den Kirchheimbolander Produkten „wieder Fahrt aufnehmen zu können“.

Und er glaubt fest an die Standortstrategie Kibo 4.0. „Da geht es ja nicht nur darum, die Profitabilität zu verbessern, sondern das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen.“ Auch das erinnert Passolt an die Ausgangssituation an seiner bis dato letzten Station in Asheville. Allerdings seien die Voraussetzungen in Kibo deutlich positiver. Und so unterstreicht er auch, dass es hier ja nicht darum gehe, „die Sense anzusetzen“. Der Standort sei weit davon entfernt, als Sanierungsfall zu gelten.

Guter Start mit Betriebsrat

Kibo 4.0 läuft – „und lief auch ohne mich, es ist schon Phase zwei“, sagt Passolt. „Stand jetzt passt das alles“ – dennoch müssen man sich die Entwicklung immer wieder genau anschauen. Es gehe darum, „immer mal einen Schritt zurückzugehen, sich die Frage zu stellen: Hat der Markt sich verändert?“ Bei der Standortstrategie ist er im Austausch mit dem Betriebsrat. Für den bestätigt Peter Schmitt, dass der Start mit dem neuen Chef auf eine fruchtbare Zusammenarbeit hindeute. Auch Passolt – der seit 2006 im Unternehmen ist, schon in Bretten und Markdorf das Sagen hatte – spricht von „sehr positiven Eindrücken vom Betriebsrat“.

Mark Passolts Arbeitsplatz seit Anfang 2021.
Mark Passolts Arbeitsplatz seit Anfang 2021.
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