Donnersbergkreis
Segnungsaktion für alle Liebenden: Carsten Leinhäuser bekommt positive Resonanz
Der Ärger war nur der Anfang. Es folgte mit anderen in der Kirche Engagierten zusammen ein Aufruf, am 10. Mai an unterschiedlichsten Orten Segnungsgottesdienste zu feiern für alle Liebenden, egal mit welchen Lebensentwürfen und Liebesgeschichten. Tatsächlich haben in über Hundert Gemeinden, die in ganz Deutschland verteilt waren, diese Gottesdienste stattgefunden. Wir haben mit Carsten Leinhäuser über die Resonanz auf diese Aktion gesprochen.
Herr Leinhäuser, wie sahen die Reaktionen auf Ihre Initiative und Ihren Gottesdienst aus?
Es war ein voller Erfolg! Über 100 Paare haben unseren Segnungsgottesdienst hier in Winnweiler online und live verfolgt, über 1000 kamen in den darauffolgenden Tagen noch dazu. Und ich habe mich auch über zahlreiche seelsorgerische Gespräche sowohl mit hetero- als auch homosexuellen Paaren gefreut, die sich anschließend ergaben. Da waren alle Altersgruppen vertreten.
Und wie sahen die Rückmeldungen im Netz aus?
Die gab es reichlich. Die meisten waren positiv. Da heißt es dann: „Vielen Dank! Hat uns super gefallen“ oder „Wir haben uns als Paar sehr wohl gefühlt; es war ein intensives Ereignis im Sinne der Menschlichkeit“.
Waren auch negative Äußerungen dabei?
Ja, aber Gott sei Dank nicht viele. Manche Hassmails waren allerdings schon mehr als heftig. Da werde ich verflucht und man wünscht mir alles erdenklich Schreckliche an den Hals. Davon lasse ich mich aber nicht beeindrucken.
Haben Sie aus anderen Gemeinden etwas gehört?
Da sieht es ähnlich aus. Das meiste war positiv. Es gab allerdings einige Gemeinden, die ihre Ankündigung für einen Segensgottesdienst auch wieder zurückgezogen haben. Da gab es Druck von oben.
Den haben Sie aber nicht erfahren?
Nein, ich hatte und habe Unterstützung in meinem Bistum in Speyer – vor allen Dingen durch Generalvikar Andreas Sturm.
Ist die Nachricht über Ihre Segensgottesdienste auch im Vatikan angekommen?
Ja, natürlich! Neben der globalen Resonanz in den Medien gab es ja auch sehr viele Bischöfe in Deutschland und weltweit, die protestiert haben. Der Papst hält sich bisher noch bedeckt.
Wenn Sie bilanzieren: Was war das nun? Eine Eintagsfliege?
Nein, sicherlich mehr, aber auch nicht die große Bewegung. Die haben wir gar nicht angestrebt. Wir wollten deutlich machen: Wenn Rom sagt: Es geht nicht mit den Segnungen, sagen wir: Doch, es geht – und es passiert schon seit langem im Verborgenen! Wir haben ein Zeichen gesetzt und wollten damit allen, wirklich allen liebenden Paaren mit auf den Weg geben: Ihr seid in der Kirche willkommen!



