Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Pro Kibo: Neues Führungsteam will Bewährtes erhalten und Ideen entwickeln

Wollen Bewährtes erhalten und neue Ideen einbringen: Die Vorstandsmitglieder bei ProKibo, Stefan Harings, Gaby Micol-Brünnler, A
Wollen Bewährtes erhalten und neue Ideen einbringen: Die Vorstandsmitglieder bei ProKibo, Stefan Harings, Gaby Micol-Brünnler, Anja Georgi, Cornelia Löser und Manfred Brandt (von links).

Vom kostenlosen Parken in der Kleinen Residenz bis hin zu vielen Festen und Veranstaltungen: Der Verkehrsverein ProKibo mischt bei vielem mit in Kirchheimbolanden. Umso wichtiger, dass sich nach dem Rückzug des jahrelangen Vorsitzenden Jürgen Heck eine neue Lösung gefunden hat.

Die Befürchtungen waren schlimm gewesen. Nicht nur Jürgen Heck, sondern der Großteil des Vorstands beim früheren Verkehrsverein hatte es an der Zeit für einen Wechsel gesehen. Der zweite Vorsitzende Kai Heinz, Kassenwart Paul Langer und die zweite Schriftführerin Michaela Heck hatten ebenfalls ihren Rücktritt erklärt. Einer der Gründe, die der scheidende Vorsitzende angeführt hatte: Die Lasten verteilen sich seiner Meinung nach bei ProKibo auf zu wenige Schultern. Vor diesem Hintergrund war die Angst besonders groß, der Verkehrsverein müsse sich womöglich auflösen – dazu kommt es unweigerlich, wenn ein Verein keinen Vorstand findet.

Bei der ProKibo-Sitzung im Oktober, bei der Jürgen Heck die Vereinsmitglieder informiert hatte, hatte sich einzig Cornelia Löser, die das Lädchen „Stars & Lights“ betreibt, spontan zur Mitarbeit bereiterklärt. Nach dieser ersten Interessensbekundung aber habe sie schnell Unterstützung zugesagt bekommen, schildert Löser. Und so fand sich innerhalb weniger Tage ein fünfköpfiges Team zusammen, das ProKibo als Vorstand in die Zukunft führen will: Löser, die neue Vorsitzende, weiß Gaby Micol-Brünnler als zweite Vorsitzende, Stefan Harings als Kassenwart, Manfred Brandt als ersten Schriftführer und Anja Georgi als zweite Schriftführerin um sich.

In vielen Bereichen aktiv

„Das war sicherlich nicht der Plan, nach einem Jahr schon so viel zu tun“, sagt Cornelia Löser, die ihr Lädchen in Kibo erst Ende 2020 eröffnet hat. „Aber es soll ja weitergehen, an ProKibo hängt viel“, schildert sie ihre Beweggründe dafür, sich der Verantwortung zu stellen. „Ich denke, es ist gar nicht allen bewusst, wie viel“, sagt die Vorsitzende – „angefangen beim kostenlosen Parken“.

Und genau da will das motivierte Vorstandsteam („Wir glauben an die Stadt“) ansetzen: die Bedeutung des Gewerbevereins mehr ins Bewusstsein der Menschen in Kibo zu rücken. Ansprechpartner hat das Quintett einige ausgemacht – in erster Linie die Bürger. Löser betont: „Auch als Normalbürger kann man Mitglied werden.“ Es gebe auch schon einige Privatpersonen, die mit dabei sind, berichtet Anja Georgi. „Wir sind ja kein kleiner Verein, der irgendetwas für sich macht, sondern es geht um die Stadt. Und jeder, der hier lebt und sie liebt, kann sich beteiligen“, spezifiziert sie.

Mitglieder sollen sich einbringen können

Doch nicht nur „alle Kerchemer sollen aktiver miteingebunden werden“, wie die gebürtige Rheinländerin Löser fast perfekt pfälzisch intoniert, auch die Zusammenarbeit von Stadt und Gewerbeverein soll im Fokus stehen. „Alleine könnten wir ja gar nichts machen, wir brauchen immer auch die Stadt“, weiß Gaby Micol-Brünnler, die Anfang des Jahrtausends das „Frühlingserwachen“, einen der bestbesuchten verkaufsoffenen Sonntage, ins Leben gerufen hatte. Wobei alle betonen, dass es da nie Probleme gab. „Die Zusammenarbeit war immer reibungslos“, sagt Manfred Brandt, der als einziger des Quintetts bereits dem vorherigen Vorstand angehört hatte. „Die Stadt tut nicht zu wenig für ProKibo, die Stadt tut manchmal zu wenig für die Stadt“, sagt Micol-Brünnler und bemängelt – wie der zurückgetretene Jürgen Heck – die mangelnden Zukunftsvisionen. „Das Thema Stadtentwicklung hat Luft nach oben“, befindet Löser. In jedem Fall will der neue Vorstand Stadtbürgermeister Marc Muchow und die neue Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Kibo, Sabine Wienpahl, gleich mit ins Boot holen.

Und dann sind da noch die eigenen Mitglieder. Die sollen motiviert werden, sich alle mehr einzubringen, „um alles auf eine breitere Basis zu stellen“, wie Cornelia Löser sagt. Demnächst soll eine Mitgliederbefragung Erkenntnisse über die Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft bringen.

Innenstadt wird wieder festlich geschmückt

In den Anfängen seiner Amtszeit sieht sich der Vorstand den Problemen ausgesetzt, die die Pandemie mit sich bringt. Der Weihnachtszauber auf dem Römerplatz musste abgesagt werden. Und auch die weitere konkrete Veranstaltungsplanung scheint schwerlich möglich. „Es ist ja gar nicht klar, wie es mit der Welt weitergeht“, sagt Stefan Harings. Klar ist für den neuen Vorstand aber, „dass das über viele Jahrzehnte Erarbeitete“ weitergeführt werden soll, wie Gabi Micol-Brünnler erläutert. Frühlingserwachen, Mai- und Oktobermarkt und dann hoffentlich auch wieder der Weihnachtszauber, die Hoffnungen für 2022 sind groß.

Doch erstmal soll die Stadt in der anstehenden Adventszeit auch ohne den offiziellen Weihnachtszauber erstrahlen. Der Römerplatz werde trotz allem wieder geschmückt mit Bäumen und Lichterketten, Besucher der Innenstadt sollen sich auch 2021 auf festliche Stimmung freuen können. Auch die Bäumchen vor den einzelnen Geschäften stehen größtenteils bereits.

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