Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Brauerei-Aus: Bischoff-Gelände ist verkauft

Nach dem Brauerei-Aus rotteten die Gebäude längere Zeit vor sich hin.
Nach dem Brauerei-Aus rotteten die Gebäude längere Zeit vor sich hin.

Drei Jahre lang lag das Gelände der ehemaligen Bischoff-Brauerei in Winnweiler brach. Kurz vor Weihnachten wurde es verkauft: für Wohnbebauung und Gewerbe.

Das Gelände der ehemaligen Bischoff-Brauerei in Winnweiler ist verkauft. Wie Ortsbürgermeister Rudolf Jacob am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, fand der entsprechende Notartermin kurz vor Weihnachten statt. Käufer sind die Kaiserslauterer Immobilienfirma Immo 150, ein Schwesterunternehmen der Baufirma F.K. Horn, sowie das Imsbacher Bauunternehmen Schultz. Beide Firmen haben der Gemeinde bereits ihre Pläne für die Fläche vorgestellt.

Ursprünglich war auch von der Ortsgemeinde Winnweiler als drittem Partner im Bund die Rede gewesen. Wie Jacob erläuterte, hatte sich die Gemeinde zum Einstieg in eine gemeinsame Projektgesellschaft bereitgehalten, um die Entwicklung einfacher auf den Weg bringen zu können. Das sei nun aber nicht mehr nötig. „Im Endeffekt ist das für die Gemeinde die bevorzugte Variante“, sagte Jacob dazu. Auch die Überlegung, dass die Gemeinde die land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen übernehmen könne, sei damit vom Tisch.

Brauereigebäude soll abgerissen werden

Das Konzept der Käufer sei bereits den Vertretern der Gemeinde präsentiert und von den Fraktionen gebilligt worden. Demnach soll das Gelände aufgeteilt werden: Schultz übernimmt das ehemalige Verwaltungsgebäude der Brauerei, das zunächst grundsaniert und anschließend an Gewerbetreibende vermietet werden soll; Interessenten gibt es offenbar bereits.

Das Brauereigebäude hingegen wird abgerissen. An seiner Stelle plant Immo 150 Wohnbebauung. In die ehemalige Leerguthalle soll ebenfalls Gewerbe einziehen. Dabei werde laut Jacob darauf geachtet, dass es nicht zu unzulässiger Lärmbelastung für die Anwohner komme. Da die Ortsgemeinde Winnweiler ohnehin einen Bebauungsplan aufstellen müsse, würden die Einzelheiten darin geregelt. Jacob rechnet mit dem Aufstellungsbeschluss im ersten Quartal 2026.

Zum Kaufpreis machte Jacob keine Angaben, da dies Sache der Käufer sei. Eine entsprechende Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Später eingehende Stellungnahmen werden wir im Rahmen einer Folgeberichterstattung nach dem Jahreswechsel aufnehmen.

Suche nach Investor lange erfolglos

Das Aus der Bischoff-Brauerei im Oktober 2022 kam für viele Pfälzer als Schock, trotz eines längeren Insolvenzverfahrens. Denn bis fast zuletzt bestand Hoffnung, dass ein Investor das traditionsreiche Familienunternehmen vielleicht doch noch retten könne. Unter anderem war ein sogenanntes Sale-and-Lease-back-Geschäft im Gespräch, bei dem ein Investor das Betriebsgelände gekauft und an die Brauerei zurückvermietet hätte, um dieser finanziellen Spielraum zu schaffen.

Die übrigen Teile des Grundstücks hätte ein Investor als Bauland erschließen und verkaufen können. Die Gläubiger stimmten dem Plan im März 2022 zu, doch der potenzielle Investor zog sich zurück. Auch Verhandlungen mit einer saarländischen Beteiligungsgesellschaft blieben ohne Ergebnis. Stattdessen endete die Geschichte der Privatbrauerei Bischoff in Winnweiler nach 156 Jahren.

Immo 150 erschließt XXL-Gewerbegebiet

Die neuen Eigentümer des Bischoff-Geländes sind in der Region übrigens keine Unbekannten: Timo Schultz führt das Imsbacher Familienunternehmen, das einst als Dachdeckerei gegründet wurde, in vierter Generation. Inzwischen bietet die Firma Paketlösungen in allen Bereichen des Haus- und Hallenbaus, vom Fundament bis zur Photovoltaik an. Immo-150-Geschäftsführer Thomas Knieriemen wiederum erschließt mit seiner Firma aktuell im Industrie- und Gewerbegebiet Lorenhek bei Lohnsfeld ein 18-Hektar-Gelände, auf dem sich später Betriebe mit überregionaler Bedeutung ansiedeln sollen. Außerdem hat er in seiner Eigenschaft als geschäftsführender Gesellschafter von F.K. Horn das Bahnhofsgebäude in Winnweiler gekauft, saniert und an den Jugendhilfe-Träger „Meilenstein“ vermietet.

Die Gebäude auf dem Gelände standen längere Zeit leer.
Die Gebäude auf dem Gelände standen längere Zeit leer.
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