Winnweiler Neues Leben in alten Mauern: Jugendhilfe-Träger zieht in ehemaligen Bahnhof

Der neue Anbau am alten Bahnhof. Ganz links ist das sanierte Altgebäude zu sehen, wo die Regionalverwaltung des Jugendhilfeträge
Der neue Anbau am alten Bahnhof. Ganz links ist das sanierte Altgebäude zu sehen, wo die Regionalverwaltung des Jugendhilfeträgers »Meilenstein« untergebracht wird.

Gut ein Jahr hat es gedauert. Jetzt ist das alte Bahnhofsgebäude in Winnweiler saniert, und ein neues Nebengebäude ist hochgezogen. Der Jugendhilfe-Träger „Meilenstein“ wird dort einziehen

1987 schloss der Schalter für immer. Danach waren im alten Bahnhof in Winnweiler Asylbewerber untergebracht, die Verbandsgemeinde nutzte den Anbau als Abstellfläche, zeitweise stand das Gebäude auch leer. Jetzt ist das Ensemble nicht wiederzuerkennen: das Hauptgebäude generalsaniert, im dreistöckigen Anbau, der anstelle eines abgerissenen Nebengebäudes entstanden ist, fehlen noch die Möbel. Dann kann der freie Kinder-und-Jugendhilfe-Träger „Meilenstein“ als Mieter dort einziehen. Die Einrichtung, die ihren Hauptsitz in Andernach hat, macht unterschiedliche Betreuungsangebote – vom ambulanten Dienst über Tagesgruppen bis hin zu stationären Wohngruppen. Darüber hinaus werden unter anderem individualpädagogische Hilfen, aber auch Integrationshilfe und Schulbegleitung angeboten.

Wie Meilenstein-Regionalleiter Süd, Sven Weingarth, der RHEINPFALZ erläuterte, wird in den Neubau eine Wohngruppe mit neun Plätzen einziehen, im Altbau wird eine Tagesgruppe untergebracht, in der Schulkinder nachmittags betreut werden. Außerdem soll dort das Regionalleitungsbüro seinen Sitz haben. Die in beiden Gruppen betreuten Kinder sollen alle aus dem Gebiet der Verbandsgemeinde Winnweiler kommen. Dieser „Sozialraumprojekt“ genannte Ansatz will weg von der herkömmlichen Jugendhilfe, hin zu passgenauen und niederschwelligen Angeboten. „Die Kinder sollen in ihrem Sozialraum belassen und nicht irgendwo weit weg untergebracht werden“, so Weingarth.

Jacob: „Ein guter Tag für Winnweiler“

Anlässlich der Einweihung des neuen Meilenstein-Domizils am gestrigen Freitag nannte Landrat Rainer Guth das Konzept wortspielend einen „Meilenstein, nicht nur für den Donnersbergkreis“. Er wies darauf hin, dass der Kreis als einer der ersten dabei sei, seine Strukturen in der Jugendhilfe zu ändern – hin zu „passgenauen Angeboten für die wachsenden Herausforderungen“. Einer der Bausteine dafür sei das Konzept, das jetzt in Winnweiler umgesetzt werde. Um das zu würdigen, habe er auch gleich „das halbe Jugendamt“ zu dem Termin mitgebracht. Ortschef Rudolf Jacob stieß in dasselbe Horn und nannte den Freitag einen „guten Tag für Winnweiler“. Nach jahrelangem Fragen, wie man das Bahnhofsgebäude weiterverwenden könne, habe es nun seinen Zweck gefunden.

Derjenige, der dies in erster Linie möglich gemacht hat, ist der Investor und Bauherr der gesamten Maßnahme, Thomas Knieriemen, geschäftsführender Gesellschafter des Kaiserslauterer Bauunternehmens F.K. Horn. Gemeinsam mit seinem Sohn Lukas hat er den Bahnhof vor knapp vier Jahren von der Ortsgemeinde Winnweiler gekauft und Anfang 2023 mit der Sanierung begonnen. Der Ausbau wurde auf die speziellen Bedürfnisse des Mieters zugeschnitten. Die Nutzfläche in den beiden Gebäuden beträgt zusammengenommen rund 1000 Quadratmeter.

Der alte Bahnhof, wie man ihn seit Jahren kennt.
Der alte Bahnhof, wie man ihn seit Jahren kennt.
Schlüsselübergabe: Links Investor Thomas Knieriemen, rechts „Meilenstein“-Geschäftsführer Ingo Zwarg.
Schlüsselübergabe: Links Investor Thomas Knieriemen, rechts »Meilenstein«-Geschäftsführer Ingo Zwarg.
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