Donnersbergkreis Kurzer Besuch, langer Vorlauf
Heiko Arnd, Leiter der Polizeiinspektion Frankenthal, und seine Beamten haben im Moment einiges um die Ohren: Erst der nicht ganz alltägliche Einsatz beim Fasnachtsumzug am Samstag, morgen schon wieder Ausnahmezustand. Die Kanzlerin kommt am Donnerstag als Wahlkämpferin nach Frankenthal ins Congress-Forum. Aber unabhängig von der Dauer des Aufenthalts und der Funktion, in der Angela Merkel auftritt: Der Sicherheitsaufwand ist immer derselbe und in ihrem Fall auch immer gewaltig. Die Regierungschefin wird rund um die Uhr von Personenschützern des Bundeskriminalamts begleitet und bewegt sich nur in gepanzerten Fahrzeugen durch die Republik. Nachdem sie im Frankenthaler Umland mit dem Hubschrauber gelandet ist, wird Merkel auch am Congress-Forum in ihrer von weiteren Fahrzeugen begleiteten Staatskarosse vorfahren. Wo der Helikopter der Kanzlerin ankommt, verrät Heiko Arnd in seiner Funktion als Leiter des Gesamteinsatzes natürlich nicht. Der Anspruch der Sicherheitskräfte sei es aber, Merkel so schnell, bequem und sicher wie möglich zum Ziel und wieder von dort weg zu transportieren. Die CDU-Parteichefin ist morgen allerdings nicht die einzige „Schutzperson“ bei der Großveranstaltung, mit der die sieben christdemokratischen Direktkandidaten aus der Vorderpfalz um Stimmen bei der Landtagswahl im März werben: Auch CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner hat Arnd zufolge während des Wahlkampfs Personenschutz. Der Einsatz der Polizei beschränkt sich freilich nicht auf die Dauer der Veranstaltung selbst, die um 16 Uhr beginnt und gegen 18 Uhr endet. Das Congress-Forum und seine Umgebung werden nach Auskunft der Polizei von Spezialisten mit Spürhunden auf Gefahren durchsucht und gesichert. Fachleute der Polizei unterstützen auch den vom Veranstalter engagierten Sicherheitsdienst bei den Eingangskontrollen. Heiko Arnds Tipp für Besucher, deren Einlass ab 15.50 Uhr beginnt, lautet: „So wenig mitbringen wie möglich. Das hilft, den Ablauf zu verkürzen.“ So wenig wie möglich bedeutet konkret: keine größeren Taschen und keine gefährlichen Gegenstände mitführen, für alle Fälle sollte man aber den Personalausweis einstecken. Dass Gegner der Bundeskanzlerin deren Besuch in Frankenthal nutzen, um ihren Unmut loszuwerden, ist angesichts der anhaltenden emotionalen Diskussion um die Flüchtlingspolitik nicht auszuschließen: Anmeldungen für Demonstrationen lagen dem Fachbereich Ordnung und Umwelt – Stand gestern – keine vor, wie Beigeordneter Bernd Knöppel (CDU) auf Anfrage mitteilte. Sollte es spontane Proteste gebe, ist die Polizei nach eigener Darstellung vorbereitet: Speziell für solche Situationen geschulte Beamte würden sich dann mittels Gespräch um Deeskalation bemühen. Der Auftritt Merkels ist einer von dreien pfalzweit, das Zustandekommen aber weit unkomplizierter, als man es erwarten würde. „Sie hat mich vor etwa einem Jahr gefragt, ob sie kommen soll. Das lehnt man natürlich nicht ab“, sagte Christian Baldauf, stellvertretender CDU-Landeschef aus Frankenthal und seit zehn Jahren auch Mitglied des Bundesvorstands seiner Partei.