Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Kibobad: Bei Sauna und Bistro muss gespart werden

Mit dem Kibobad hat sich der Landesrechnungshof schon in der Vergangenheit befasst.
Mit dem Kibobad hat sich der Landesrechnungshof schon in der Vergangenheit befasst.

Das Kibobad ist zu teuer, vor allem mit Blick auf die weiter steigenden Energiekosten. Die Kommunalaufsicht hat die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden dazu aufgefordert, Geld beim Betrieb des Bads einzusparen. Die Zeit drängt.

Noch bis Spätherbst hat die Verbandsgemeinde Zeit, um der Kommunalaufsicht darzulegen, wie sie die laufenden Kosten beim Kibobad reduzieren will. Bürgermeisterin Sabine Wienpahl spricht von einem „Grundsatzkonzept mit deutlichen Einsparmaßnahmen“. Vor allem die Bereiche Sauna und Bistro stehen dabei im Fokus.

Schon länger im Visier des Rechnungshofs

Kein Geheimnis ist, dass der Betrieb eines Schwimmbads in diesen Tagen teurer denn je ist. Die steigenden Energiekosten – ein Zusatzproblem für das Bad, das ohnehin schon in der Vergangenheit das Interesse der obersten Rechnungsprüfer im Land geweckt hatte: So hatte der Rechnungshof 2020 das hohe Defizit beim Betrieb des Kibobads beanstandet – in den beiden zuvor abgeschlossenen Haushaltsjahren hatte die Verbandsgemeinde eine Lücke von 1,75 beziehungsweise knapp zwei Millionen Euro abdecken müssen. Im ersten Coronajahr, 2020, waren es dann rund 1,8 Millionen Euro gewesen. Dieser Betrag dürfte auch eine Hausmarke für 2021 sein: Laut Werkleiter Daniel Fleckenstein zeichnet sich ab, dass die VG im abgelaufenen Jahr ein ganzes Stück weniger als die geplanten 2,28 Millionen Euro aufbringen muss.

Die damals vom Rechnungshof geforderte Kürzung der Öffnungszeiten hat das Kibobad längst hinter sich gebracht. Da bleibt kaum Spielraum. Also geraten nun Bistro und Sauna in den Fokus. In den beiden Bereichen würden „deutliche Einsparungen“ erwartet, hat die Kommunalaufsicht im Sinne des Rechnungshofs deutlich gemacht.

Nun soll eine Arbeitsgruppe in wenigen Wochen ein solches Konzept erstellen. Je ein Vertreter jeder Fraktion aus dem Verbandsgemeinderat, Werkleiter Daniel Fleckenstein, dessen Stellvertreter Martin Eisen sowie ein Vertreter der Kibobad-Mitarbeiter sollen in dieser Gruppe versuchen, Einsparmöglichkeiten zu identifizieren. Am 22. September wird die neue Arbeitsgruppe erstmals zusammenfinden.

Zusatzproblem: Energiekosten

Ihre Aufgabe ist alles andere als einfach. Denn auch bei den ebenfalls eingeforderten Ideen, wie den Kostensteigerungen durch die steigenden Energiepreise entgegengewirkt werden kann, ist schon vieles passiert. So wurde die gasbetriebene Innen-Sauna bereits Ende Juli geschlossen, Wasser- und Raumtemperaturen waren im Laufe der Monate gesenkt worden: beispielsweise die Wassertemperatur im Schwimmerbecken von 29 auf 27 Grad, im Erlebnisbecken von 32 auf 29 Grad und im Planschbecken von 33 auf 30 Grad. Grundsätzliche verweist Fleckenstein darauf, dass „wir immer wieder schauen, wo man etwas einsparen kann“. So habe sich das Kibobad zuletzt 2019 einem externen Energie-Audit unterzogen.

Auf den Prüfstand soll auch das Bistro. Auch für dieses hat es in der Vergangenheit schon so manch Überlegung gegeben – zum Beispiel jene, es nicht mehr selbst zu betreiben, sondern zu verpachten. Damit wäre die Verbandsgemeinde in Sachen Vollkostenrechnung für diesen Bereich fein raus – alleine: Das Bistro bietet zu wenige Plätze, um wirklich lukrativ zu sein für einen privaten Pächter. Das war schon bei den Beratungen nach den Rechnungshof-Forderungen Anfang 2020 klar geworden und war zudem auch aus einem Gutachten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hervorgegangen.

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