Kirchheimbolanden
Kibobad: Luft- und Wassertemperaturen gesenkt, eine Sauna schließt
Sukzessive habe man Wasser-, Raum- und Lüftungstemperatur seit April gesenkt, schildert Stephan – um die Badegäste keiner allzu plötzlichen Veränderung auszusetzen, aber auch um zu sehen, an welchem Punkt die Schwimmer sich nicht mehr so wohl fühlen. „Aber es kamen keine Beschwerden“, zeigt sich der Badleiter fast ein wenig überrascht. Im Schwimmerbecken waren lange vor der revisionsbedingten Schließung 27 Grad Celsius erreicht. Zuvor hatte die Wassertemperatur stets 29 Grad betragen. Das Erlebnisbecken wurde von 32 auf 29 Grad heruntergefahren, das Planschbecken von 33 auf 30.
Energiebedarf fast halbiert
Noch deutlicher wurde laut Stephan die Raumtemperatur gesenkt: in der Schwimmhalle von 33 auf 26 Grad. Durch die derzeit fast ununterbrochene Sonneneinstrahlung falle das aber tatsächlich kaum ins Gewicht. In Duschen und Sanitärräumen beträgt die Raumtemperatur 27,5 statt 29 Grad, in der Umkleide 24 statt 28,5. Das Resultat ist enorm: 43,4 Prozent an Energie sei im Juni eingespart worden, berichtet Stephan. Verglichen habe man die Zahlen nicht mit denen aus den Corona-Jahren, sondern mit Juni 2019. Damals waren 140.000 Kilowattstunden verbraucht worden, jetzt knapp 80.000 – mit der Juni-Ersparnis lassen sich schätzungsweise 15 Einfamilienhäuser ein Jahr lang versorgen. Unabhängig von der Energiekrise vielleicht auch ein Modell für die Zukunft, wie Stephan befindet. Seit der Wiedereröffnung in der Vorwoche ist zudem die Vorlauftemperatur für das Wasser in Duschen und Waschbecken gesenkt worden.
Auch bei Schließung weiter Verbrauch
Am Donnerstag ist zudem die Entscheidung gefallen, dass mit Beginn der neuen Woche die gasbetriebene Saunakabine geschlossen bleibt (die drei elektrisch betriebenen Saunen bleiben offen). Das soll Tag für Tag zehn bis 15 Kubikmeter Gas sparen – „um unseren kleinen Beitrag zu leisten, dass die Gasspeicher gefüllt sind“, wie der Badleiter konstatiert. Er sieht energieintensive Einrichtungen wie Schwimmbäder in der Pflicht, sich verstärkt mit Themen wie regenerativen Energien oder Wärmerückgewinnung auseinanderzusetzen. Das Kibobad verfügt über ein Blockheizkraftwerk, das fast 95 Prozent des Schwimmbadbedarfs deckt, sowie eine Photovoltaikanlage, die den Stromertrag komplett ins Netz einspeist.
Stefan Stephan rechnet damit, dass es zum von der Bundesnetzagentur bereits ins Spiel gebrachten Szenario kommen wird und alle Schwimmbäder vorübergehend werden schließen müssen. Das bedeute aber nicht, dass der Energieverbrauch dann auf Null sinken würde: Um die Bausubstanz nicht zu gefährden, müsse schon eine gewisse Mindesttemperatur in Schwimmhallen herrschen, Testläufe müssten die Funktionssicherheit gewährleisten, und selbst Saunen müssten ab und an hochgefahren werden, damit die Holzverkleidung nicht aufgrund der Luftfeuchtigkeit reiße.