Donnersbergkreis
Ist der Donnersbergkreis schon im EM-Fieber?
Am nächsten Dienstag startet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in die Europameisterschaft 2021, die wegen Corona um ein Jahr verschoben wurde. Mit Weltmeister Frankreich wartet gleich ein Topgegner und Titelfavorit auf die Deutschen. Während in den vergangenen Wochen gefühlt niemand nach der EM gefragt hat, geht es nun doch so langsam los:
„Interesse an der Europameisterschaft ist schon da“, sagt Karl-Heinz Mann. „Die Spiele der Deutschen werde ich auf jeden Fall anschauen, dann kommt es auf die Leistung an.“ Mit Frankreich und Portugal gilt es gleich, sich gegen zwei starke Gegner zu beweisen, weiß der Jakobsweilerer. Trotzdem rechnet er der deutschen Elf Chancen auf das Halbfinale aus. Allgemein ist sein Interesse am internationalen Fußball aber nicht mehr so groß wie früher, vor allem wie viel Geld da hin- und hergeschoben wird, gefällt Mann gar nicht. Da fiebert er doch lieber weiter mit seinem FCK, den der 65-Jährige schon seit seiner Kindheit unterstützt.
„Der Pokal muss wieder her“
Noch nicht wirklich in EM-Stimmung ist Regina Erlebach. „Es ist nicht so wie sonst, es wird kein Public Viewing geben und es wird einfach nicht so viel Werbung davon gemacht“, sagt die 40-Jährige, die in Kirchheimbolanden wohnt und gerade mit ihren Kindern ein Eis isst. Trotzdem hat sie schon ein paar Pläne für die Tage der Europameisterschaft, zum Beispiel mit Freunden im kleinen Rahmen die Spiele schauen. Und da sie Lehrerin ist, will sie das EM-Thema auch mit in den Unterricht einbringen, hat dafür schon einige Texte vorbereitet. Ob die Deutschen weit kommen werden? „Vielleicht bis zum Viertelfinale, aber weiter eher nicht“, ist die Einschätzung von Regina Erlebach.
Hingegen schon ziemlich gepackt hat das Fußballfieber „unseren“ Europameister Florian Debus – auch wenn die Umstände dieses Jahr anders seien und das Konzept mit den vielen Austragungsorten noch erprobt werden müsse. Der 34-Jährige hatte im vergangenen Jahr die Donnersberger-Mini-EM für Deutschland gewonnen und ist zuversichtlich, dass die Nationalelf jetzt auch den „richtigen“ Titel holt. „Das Freundschaftsspiel gegen Lettland hat viel Mut gemacht. Wenn wir die Vorrunde gegen die großen Mannschaften Frankreich und Portugal ,überleben’, dann ist alles möglich.“ Debus hofft, dass die deutsche Nationalmannschaft aus den Heimspielen in München einen Vorteil schlägt und dann noch weit kommt, denn „der Pokal muss mal wieder her, nach 1996 wird’s mal wieder Zeit“.
Topfavorit Frankreich?
Auch bei Johannes Schmitt aus Kibo ist die Vorfreude auf die EM so langsam da – vor allem, weil die Corona-Lockerungen jetzt auch Fußballschauen mit Freunden und grillen zulassen. „Dann können wir draußen mit dem Beamer die Spiele anschauen“, blickt der 19-Jährige freudig voraus. Schmitt hat vor einigen Wochen sein Abitur am Nordpfalzgymnasium gemacht und studiert jetzt bereits in Koblenz Lehramt. Der deutschen Nationalelf rechnet er auf jeden Fall Chancen aus. „Wenn Harmonie in der Mannschaft herrscht und jeder alles gibt, können sie weit kommen“, sagt er voraus. Kein Weg vorbei führt aber seiner Meinung nach an Weltmeister Frankreich.
„Mein EM-Fieber hält sich in Grenzen“, muss Jonas Opp zugeben. „Wegen Corona ist irgendwie das Interesse an Fußball gesunken, die Nationalmannschaft war in den letzten Jahren nicht so erfolgreich und Jogi Löw ist immer noch Bundestrainer“, zählt der 25-jährige Rockenhausener die Gründe dafür auf. Trotzdem hofft er natürlich, dass die deutsche Elf es soweit wie möglich packt. „Obwohl die Vorrunde schon schwierig wird – mal schauen, ob das Halbfinale möglich ist. Der EM-Titel wäre schon schön, aber wahrscheinlich hat Frankreich die besseren Chancen.“

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