DONNERSBERGKREIS RHEINPFALZ Plus Artikel Interkulturelle Woche: Neue Räume für ein in die Zukunft gerichtetes Miteinander

Diskutiert mit Donnersberger Kommunalpolitikern über die Steigerung der Mitwirkung von Migranten am kommunalpolitischen Geschehe
Diskutiert mit Donnersberger Kommunalpolitikern über die Steigerung der Mitwirkung von Migranten am kommunalpolitischen Geschehen: der Integrationsbeauftragte des Landes, Miguel Vicente.

„Neue Räume“ der Integration will die Interkulturelle Woche dieses Jahr laut ihrem Motto auch im Donnersbergkreis auftun - aber ebenso bestehende Räume stärker ins Bewusstsein rücken. Das umfangreiche Programm vom 23. September bis 3. Oktober schafft viele Begegnungsmöglichkeiten und scheut auch schwierige Themen nicht.

Das Motto der Interkulturellen Woche steht für Offenheit, Begegnung, ein geschütztes, friedvolles und in die Zukunft gerichtetes Miteinander. Dafür bedürfe es nicht nur neuer Räume, „vielleicht gilt es auch, die Wahrnehmung der bestehenden Räume und der damit verbundenen Möglichkeiten zu schärfen“, betont Erika Steinert, bei der als Donnersberger Integrationsbeauftragter die Fäden der Interkulturellen Woche zusammenlaufen, den Stand an Initiativen und Angeboten vor Ort.

Mit rund 20 Terminen beteiligen sich im Donnersberger Land Helferkreise, Behörden, Kirchengemeinden, Initiativen, Fachdienste, Privatpersonen und andere Einrichtungen am Programm, das bundesweit fast 6000 Aktionen umfasst. Die Interkulturelle Woche gibt es als Initiative der katholischen, evangelischen und griechisch-orthodoxen Kirchen in Deutschland seit 1975. Im Donnersberger Land wurde sie, angestoßen von Steinerts damaliger Amtsvorgängerin Christa Wüstenberg, 2007 erstmals angeboten.

Start mit „Begegnung der Kulturen“

Erika Steinert ist überzeugt, „dass in unserem Kreis Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund herzlich aufgenommen und ihnen, beziehungsweise mit ihnen zusammen Räume eröffnet und erschlossen werden. Der Zivilgesellschaft und den Helferkreisen kommt dabei, gemeinsam mit den Behörden und Ämtern, eine zentrale Rolle zu“, gibt sie dem Veranstaltungsreigen mit auf den Weg.

Eröffnet wird die Interkulturelle Woche mit einer kreisweiten „Begegnung der Kulturen im Donnersbergkreis“ am 24. September ab 15 Uhr im Thomas-Morus-Haus in Eisenberg. Dazu laden Steinert selbst, die von ihr gegründete Donnersberger Integrationsinitiative und die DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde in Eisenberg ein. Ein interkulturelles Mitbring-Büfett und Weltmusik der Band Bazaar mit Musikern aus Algerien, Großbritannien und der Westpfalz gestalten den Rahmen, in dem sich Helferkreise präsentieren. Für Kinder werden spannende Spiele und weitere Angebote vorbereitet, wie Steinert ankündigt.

Integrationsthemen in breiter Vielfalt

An diesen Auftakt schließt sich ein erstaunlich breit aufgestelltes Programm an, das offene Gesprächsrunden ebenso einschließt wie Treffs, Vorträge, Beratungsangebote, Kinderprogramme, auch einen Tag der offenen Tür in einer Moschee.

Viel zu bereden gibt es beispielsweise schon am Montag, 25. September, wenn in Kirchheimbolanden nur wenige 100 Meter voneinander entfernt religiöse und kommunalpolitische Integrationsakzente debattiert werden. Über „Raum für politische Vielfalt in kommunalen Räten“ wird ab 18 Uhr im Kreishaus informiert und in einer Podiumsdiskussion diskutiert, Referent ist der Integrationsbeauftragte des Landes, Miguel Vicente. Ab 19 Uhr geht es im Bonhoeffer-Haus um die Frage, welchen Beitrag Religionsgemeinschaften für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen vor Ort leisten.

Wie Aufnahme und Integration im Donnersbergkreis ablaufen und gelingen sollen, wird zum Thema, wenn tags darauf der Integrationsleitfaden des Donnersbergkreises vorgestellt wird. Dessen Erstellung war vor fast genau einem Jahr mit einem Auftaktworkshop im Kreishaus gestartet worden. Am Dienstag, 26. Dezember, gibt Sozial-Abteilungsleiterin Judith Mattern-Denzer mit Mitstreitern Einblicke in das, was aus diesem Prozess entstanden ist.

Auch Ausstieg aus Neonazi-Szene Thema

Die Interkulturelle Woche gibt auch spezielleren Themen Raum. Eine Veranstaltung am Donnerstag, 28. September, befasst sich ab 18 Uhr in der Rockenhausener Donnersberghalle mit Genitalbeschneidungen bei Mädchen und Frauen. Eine ganz andere Seite des Klimas, in dem Integration gelingen oder misslingen kann, klingt an, wenn Neo-Nazis zum Thema werden. Christoph Sorge, der sich von der Szene losgesagt hat und schon häufiger im Donnersbergkreis davon berichtet hat, steht am Freitag ebenfalls in der Donnersberghalle auf Einladung von Amnesty sowie des Arbeitskreises Aktiv gegen Rechts wieder Rede und Antwort zum Ausstieg aus dem Neonazi-Milieu.

Der überwiegende Teil des Programms bleibt nah am Motto, indem er Räume öffnet für vielfältige Begegnungen – und das oft mit besonderen Akzenten. Da sind reguläre Treffs von Flüchtlingsinitiativen eingebunden, aber auch Frühstückstreffen, die wie etwa am 27. September ab 9 Uhr beim Jugendmigrationsdienst beim CJD in Kibo verbunden sind mit einem Deutschlerntreff – dieser ganze Tag ist an verschiedenen Orten der Sprache als einem Schlüssel zur Integration gewidmet (14 Uhr, Bonhoeffer-Haus, Kibo; 15 Uhr Café Komm, Haus der Familie Rockenhausen). Es gibt Spiel und Spaß für Kinder wie etwa am 29. September ab 16 Uhr am Spielplatz am Neuen Markt im Göllheim oder beim Kinderlux-Treffen tags darauf im Rockenhausener Haus der Familie (ab 10 Uhr). Ein internationales Erzählcafé bietet die Freie evangelische Gemeinde Kibo in ihren Räumen am Bahndamm 13 am gleichen Tag um 14.30 Uhr an. Auch bei internationalen Mitmachtänzen kann man einander begegnen (Mittwoch, 27. September, 19 Uhr, Festhaus Winnweiler), und das sind nur einige Beispiele – ein Blick in den Flyer zur Interkulturellen Woche ist da unerlässlich für den genaueren Programmüberblick.

Offene Türen in der Moschee

Ausklingen wird der Veranstaltungsreigen am Dienstag, 3. Oktober, mit einem Tag der offenen Moschee in Eisenberg ab 12.30 Uhr. Nach einer Moscheeführung und dem Mittagsgebet wartet auf die Besucher ein gemütliches Beisammensein im Vereinsgarten mit Spezialitäten und türkischem Tee, veranstaltet von der DITIB Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Eisenberg. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Moscheegemeinde (Anmeldung unter 0176 41642913 oder ditib.eisenberg@hotmail.de).

Info

Das komplette Programm kann über die Homepage der Kreisverwaltung eingesehen/heruntergeladen werden: www.donnersberg.de. Zu einigen wenigen Veranstaltungen wird um Anmeldung gebeten.

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Hat mit den vielen Aktiven im Donnersbergkreis ein umfangreiches Programm für die Interkulturelle Woche zusammengetragen: Integrationsbeauftragte Erika Steinert.
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2022 wurde bei einem Interkulturellen Frühstück die Fotocollage präsentiert, an der drei geflüchtete ukrainische Frauen und deren Kinder, Angela Schwalb, Mik Amos und Dolmetscherin Natalie Klag mitgewirkt hatten. Auch diesmal wird es wieder ein solches Frühstück geben.
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