Rockenhausen
Hallenbad und Kegelbahn: Pläne für neue Nutzung
Ende 2023 ist es exakt 20 Jahre her, dass sich zum letzten Mal Gäste im Becken des Rockenhausener Hallenbads getummelt hatten. Ein trauriges Jubiläum – und das gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen vermisst manch Einheimischer – bei allem Verständnis für die finanziellen Zwänge, die damals zur Schließung führten – das zwar kleine, aber feine und vor allem wohnortnahe Schwimmangebot in den Wintermonaten bis heute. Zum anderen ist es in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht gelungen, das an die Donnersberghalle angegliederte Gebäude einer neuen Verwendung zuzuführen.
Während die Revision des ersten Punktes, sprich eine Wiedereröffnung des Bades reine Utopie ist, haben die Verantwortlichen und Gremien der VG Nordpfälzer Land als Eigentümerin der Immobilie zur Behebung des zweiten Umstandes schon etliche Bemühungen unternommen, Ideen beraten und wieder verworfen. Bislang zwar ohne endgültiges Konzept – Bürgermeister Michael Cullmann ist aber zuversichtlich, dass ein solches im Laufe des Jahres weitergeführt werden kann und dann definitiv Klarheit über die Zukunft der Räume herrscht.
Mängel an Fassade und Dach behoben
Zumal eine Frage, die immer mal wieder diskutiert wurde, mittlerweile beantwortet ist: Der VG-Rat hatte sich gegen einen – vermutlich sogar teureren – Rückbau und für dringend notwendige Sanierungsarbeiten an dem Anfang der 1980er errichteten, mittlerweile in die Jahre gekommenen Komplex entschieden. Mittlerweile sind die gröbsten Mängel an Dach und Fassade behoben, „jetzt müssen wir noch einen zweiten Rettungsweg realisieren“, sagte Cullmann auf Anfrage der RHEINPFALZ. Dann ist das Hallenbad zukunftsfest – und die Verwaltung kann sich gemeinsam mit dem Rat einmal mehr der Suche nach einer sinnvollen, zudem wirtschaftlich tragfähigen Nutzung widmen.
Pläne dafür hat es seit 2003 schon mehrere gegeben; der aktuell favorisierte geht auf eine Initiative der Gesangvereinskapelle Rockenhausen zurück: Diese hatte vorgeschlagen, die frühere Schwimmhalle Vereinen und Schulklassen zugänglich zu machen, sie für multifunktionale Zwecke – sei es sportlich oder musisch – zur Verfügung zu stellen. Das Orchester, das sich auch mit Eigenleistungen in das Projekt einbringen würde, und dessen Jugendensemble proben derzeit in einem (zu) engen Raum zwischen Hallenbad und benachbarter Kegelbahn. „Dort haben wir kürzlich eine Wand herausgenommen und dadurch für die Musiker ein bisschen mehr Platz geschaffen“, informiert Cullmann.
Auch IGS hat Interesse an Hallenbad
Auf lange Sicht hätte die Kapelle aber großes Interesse an einer Umfunktionierung des Bads zu einem Probe- und Trainingssaal. Wie übrigens auch die nahe gelegenen Integrierte Gesamtschule: Diese könnte sich vorstellen, den Raum mit ihren Musikklassen oder für Gymnastikstunden zu belegen. Hier wäre Cullmann zufolge mit dem Kreis zu klären, ob dieser als Träger der Schule in die Finanzierung mit einsteigt. Auch baulich wäre noch manches zu tun – nicht zuletzt die Abdeckung des früheren Schwimmbeckens.
Einer der Vorschläge, die nach der Stilllegung des Bades erörtert wurden, war die Umwandlung in eine Mensa für das benachbarte Schulzentrum, in der neben der IGS auch die Realschule plus angesiedelt ist. Zur Umsetzung kam es aber nicht – unter anderem deshalb, weil sich der ehemalige Schwimmbereich im Obergeschoss befindet und nicht barrierefrei zugänglich ist. Außerdem wäre für diese Maßnahme keine Förderung möglich gewesen.
Sportkegelclub beschließt Auflösung
Leichter zugänglich ist dagegen die sich seitlich anschließende Kegelbahn, die ebenfalls in den 1980er Jahren im Zuge der Donnersberghalle errichtet worden ist. Eigentümer war bisher der Sportkegelclub (SKC), der die zugehörige Gaststätte verschiedentlich verpachtet hatte. Mit Beginn der Pandemie ist der Betrieb aber weggebrochen, ein neuer Pächter hat sich nicht mehr finden lassen. Der Verein, der zudem überaltert war, hat die monatlichen Kosten nicht mehr stemmen können und seine Auflösung beschlossen.
Die Kegelbahn, für die der SKC ein Erbbaurecht besaß, wäre demnach in den Besitz der Stadt übergegangen. Denn dieser gehörte auch das Grundstück, auf dem das Gebäude steht – nun hat die VG beides übernommen und im Gegenzug die noch bestehenden Schulden des Vereins abgelöst. „Aktuell liegt die Sache beim Notar, weil im Zuge der Übertragung auch das ganze Umfeld glatt gezogen wird“, erläutert Cullmann. Was er damit meint: Nicht nur das Kegelbahn-Gelände, auch ein Teil des vom Hallenbad überbauten Areals befand sich im städtischen Eigentum. Nun wandert beides zur Verbandsgemeinde.
Kegelbahn: Zum Essen besser geeignet als Donnersberghalle
Bleibt die Frage, was aus der Kegelbahn wird. Eine Möglichkeit ist die Reaktivierung des Mensa-Konzepts: Dafür wäre die ebenerdige Anlage samt Gaststätte wesentlich besser geeignet als das Hallenbad. Diesbezüglich habe die IGS ebenfalls Interesse bekundet, weil die Schüler dort angenehmere Bedingungen zum Mittagessen als in der momentan genutzten Cafeteria der Donnersberghalle hätten. Aber auch hier gilt: Bevor etwas spruchreif ist, sind noch etliche Gespräche mit übergeordneten Stellen notwendig.
Zumal an der Kegelbahn vor einer Umnutzung ebenfalls Sanierungsbedarf besteht. Grundsätzlich sei das Gebäude zwar gut in Schuss, aber in energetischer Hinsicht gibt es einiges zu tun. Allen voran am Dach, für dessen Renovierung 40.000 Euro veranschlagt sind. Der VG-Chef hofft aber, dass nun bald eine Gesamtlösung für den Komplex gefunden wird – idealerweise eine, die Jugendlichen und Vereinen zugutekommt. So viel steht schon fest: Ein Hallenbad und eine Kegelbahn werden es nicht mehr sein ...