Rockenhausen
Pläne für altes Hallenbad werden konkreter
Das Hallenbad beschäftigt die Verbandsgemeinde Rockenhausen schon lange. Seit 2003 ist es stillgelegt. Frühere Pläne, daraus zum Beispiel eine Mensa zu machen, wurden wieder verworfen. Im vergangenen September gab es einen neuen, konkreten Vorschlag von der Gesangvereinskapelle Rockenhausen, der im Verbandsgemeinderat auf breite Zustimmung gestoßen war. Diese und andere Ideen wurden nun im Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauen direkt im ehemaligen Schwimmbad noch einmal diskutiert.
Der Vorschlag der Gesangvereinskapelle: das Hallenbad als multifunktionalen Raum einsetzen. Nämlich als Proberaum für Orchester, Theater und Chöre und auch für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen. Die meisten Mitglieder des Ausschusses fanden diese Idee nach wie vor gut. Anja Schwarz (SPD) erweiterte den Vorschlag dahingehend, dass auch die Schulen in Rockenhausen den Raum nutzen könnten, zum Beispiel die Bläserklasse der IGS, auch eine sportliche Nutzung wäre denkbar. So könnte das Hallenbad den ganzen Tag über benutzt werden.
Schwimmbecken erhalten?
Eine Kooperation mit den weiterführenden Schulen würde dann über den Kreis als Träger laufen, der das Projekt eventuell auch finanziell unterstützen könnte. Auf jeden Fall sollen jetzt erst einmal Vereine und potenzielle Nutzer angeschrieben werden, um zu schauen, ob Interesse da ist. Ein anderer Vorschlag kam von Erika Steinert (Grüne), den sie bereits im VG-Rat vorgetragen hatte: Aus dem Gebäude Büroräume für stundenweises Arbeiten zu machen – in der Fachsprache „Coworkingspaces“ genannt. Dann bekäme man aber Probleme bei den Förderungen. Zu diesem Zweck könnten aber vielleicht Leerstände in der Stadt genutzt werden, dies wird nun geprüft.
Ein Punkt, der für rege Diskussionen sorgte und auch noch nicht abschließend geklärt ist, war die künftige Gestaltung der Räumlichkeiten. Während die Anregung Cullmanns, das Dach des Hallenbads nach unten zu ziehen, um nur die unteren Räume zu nutzen, bei den Ausschussmitgliedern auf wenig Rückhalt stieß, ging es dann vor allem darum, ob das Becken erhalten oder zugeschüttet werden soll. So schlug Werner Dietz (CDU) zum Beispiel vor, das Becken als eine Art Aula zu nutzen, auch Dietmar Keller (SPD) plädierte für eine Kleinkunstbühne und wollte die schräge Fläche für die Bestuhlung nutzen. Steinert fand, dass so auch der Charme des Schwimmbads erhalten werde.
„Wollen kein Exklusivrecht“
Dem gegenüber steht eine Sportnutzung, da dafür auf jeden Fall eine flache Fläche benötigt würde. Auch das Konzept der Gesangvereinskapelle hatte eine ebenerdige Nutzung vorgesehen. Vorsitzender Heiko Opp erklärte: „Wir wollten den Raum mit relativ einfachen Mitteln nutzbar machen, weil uns an einer schnellen Lösung gelegen ist.“ Er machte zudem noch einmal deutlich, dass die Gesangvereinskapelle, auch wenn sie das Konzept vorgeschlagen hat, kein Exklusivrecht erhalten wolle, sondern dass jeder Verein es benutzen könne.
Der Ausschuss blieb schließlich dabei, zunächst einmal die Kosten für den Ausbau des zweiten Rettungsweges sowie für eine ebenerdige Füllung des Beckens und den Einbau eines Sportbodens einzuholen. Die Dachsanierung wurde auf den Weg gebracht, wird also jetzt ausgeschrieben. Geplant ist eine energetische Sanierung mit Kosten von 165.000 Euro, davon werden 149.000 Euro bezuschusst. Sobald die ersten Angebote da sind, will sich der Ausschuss kurzfristig treffen, um das neue Konzept festzustecken.