Kriegsfeld
Bundeswehr: North Point wird 2026 doch nicht in Betrieb genommen
Im Nachhinein bezeichnet es eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr als „sehr ambitionierten Zeitplan“. Einiges ist zu tun, bevor die Bundeswehr das ursprünglich in den 1950er Jahren vom amerikanischen Militär angelegte Gelände mit seinen 155 Bunkern wieder in Betrieb nehmen kann. Von 1995 bis 2010 hatte die Bundeswehr das Areal bereits genutzt, zum 1. April 2026 war laut Planungen die Rückkehr vorgesehen.
Die Bauarbeiten dazu hätten bereits im Jahr 2022 starten sollen. Unter anderem sollen ein Büro- und Unterkunftsgebäude, verschiedene Werk- und Abstellhallen gebaut werden. Die Munitionslagerhäuser und das Munitionsarbeitshaus sollen saniert werden, nicht mehr benötigte Bauwerke verschwinden. Auch Straßen auf dem Gelände des Depots sollen erneuert werden, ebenso die Zaunanlage.
Termin für Reaktivierung nicht zu halten
Schnell aber wurde klar, dass dieser Baubeginn, der Anfang 2021 bei der endgültigen Entscheidung zur Reaktivierung des Depots anvisiert worden war, nicht zu halten ist. Hauptgrund waren Verzögerungen bei der Umweltverträglichkeitsprüfung, die vor Baubeginn abgeschlossen sein muss. Obwohl der Baustart daraufhin ins Jahr 2024 verschoben wurde, hielt die Bundeswehr an ihrem Plan fest, North Point schon 2026 nutzen zu wollen.
Nun aber ist der Zeitplan überarbeitet worden, und die Beteiligten sind zum Schluss gekommen, dass der geplante Termin der Wiederinbetriebnahme nicht mehr realistisch ist. Als neues Ziel ist der 1. April 2028 vorgesehen. Diese Verschiebung um zwei Jahre ist laut der Sprecherin des Bundesamtes notwendig aufgrund der ausstehenden Umweltverträglichkeitsprüfung sowie der Dauer der Ausschreibungsverfahren. Im Dezember hatte die Sprecherin auf RHEINPFALZ-Nachfrage bereits angekündigt, dass Projektumfang und Zeitplan „auf ministerieller Ebene“ geprüft würden.
Ziegler hofft auf steigende Nachfrage
Am Umfang hat sich nichts geändert. Die Bundeswehr geht für das Munitionsdepot nach letztem Stand von 84 Dienstposten aus, sieben militärischen und 77 zivilen – vor allem im logistischen Bereich. Kriegsfelds Ortsbürgermeister Albert Ziegler ist überzeugt, dass sich dies auch auf die Nachfrage nach Wohnraum in der Gemeinde auswirken wird. „Wir haben leerstehende Objekte, die dann auch für Investoren interessant werden könnten“, sagt er. Umso wichtiger, dass sich die Kommunikation von Seiten der Bundeswehr deutlich verbessert habe, die Gemeinde mittlerweile besser informiert werde über den Stand der North-Point-Pläne.
Der Kostenrahmen für die Investitionen ins in die Jahre gekommene Depot belaufe sich nach wie vor auf 70 Millionen Euro, sagt die Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr – so wie bereits zum Projektstart im Jahr 2020 geschätzt. „Inwieweit die Marktlage beziehungsweise die Preissteigerungen diese Annahme beeinflussen, kann heute nicht abschließend bewertet werden“, räumt die Sprecherin ein. Die Kosten würden daher „in jedem Planungsschritt reflektiert“.