Seen im Pfälzerwald
Almensee Bad Dürkheim: Warum Gäste seit Jahrzehnten wiederkommen [mit Video]
Seit 1978 zieht er die Menschen nach Bad Dürkheim: der Almensee auf dem Gelände des Knaus Campingparks. Mit vier Hektar Fläche, 540 Metern Länge und 80 Metern Breite wurde das Gewässer vor über 40 Jahren auf dem 16 Hektar großen Gelände des Parks ausgebaggert, künstlich angelegt und ist heute einer der bekanntesten Badeseen in Rheinland-Pfalz. Dabei liegt das beliebte Ausflugsziel zwar nicht direkt im Pfälzerwald, kann aber dennoch als Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Pfalz dienen. Ganz in der Nähe können Naturfreunde auf der Wanderung vom „Kaffemühlchen“ zur „Schneckennudel“ den Seebacher Klosterrundweg entdecken oder auf der Weilach-Doppelrunde 2500 Jahre Geschichte in drei Stunden lernen.
Camping auf die Pfälzer Art
Doch auch der Almensee selbst und der Campingpark haben viel zu bieten. Das weiß auch Claudia Höhn, Camp-Managerin des Parks. Seit 2019 leitet sie das Camp mit ihrem Mann Lothar, lebte zuvor 25 Jahre auf Gran Canaria. „Es ist schön zu sehen, wie sich hier im Park und rund um den See mittlerweile alles verändert hat“, sagt sie. „Die Atmosphäre am See ist einfach super.“ Dafür sorgen das Gewässer selbst, aber auch verschiedene Attraktionen im Campingpark. Im Kinderbereich bieten unter anderem ein Tischkicker, ein Fußballfeld und ein Hüpfkissen Unterhaltung – direkt am See stehen Schlaffässer im Stile des Dürkheimer Riesenfasses und sogar ein Saunafass.
Laut Claudia Höhn beginnt die Hochsaison am Almensee mit Ostern – dann sorgen auch die Zeltwiese, ein kleiner Streichelzoo und das vor Kurzem errichtete Weindorf für Begeisterung. Im vergangenen Jahr war der Knaus Campingpark zudem Gastgeber für Tausende Dänen,die ihre Fußball-Nationalmannschaft während der Europameisterschaft anfeuerten. Seit zwei Jahren wird der „Aloha Beach Club“ am Ufer des Sees verpachtet und veranstaltet vor allem am Wochenende verschiedene Events, die den See zu einem beliebten Ausflugsziel machen. Auch ein Wasserparcours und Stand-up-Paddling warten auf Wasserfreunde. „Über die Jahre sind hier so viele Gäste gekommen, dass man viele mittlerweile auch sehr gut kennt“, weiß Claudia Höhn das zu schätzen.
Traumziel Almensee
Zwei dieser Gäste sind John und Els van Damme aus der Nähe von Eindhoven in den Niederlanden. Seit 41 Jahren kommt das Ehepaar nach Bad Dürkheim an den Almensee – schlägt sein Lager immer an derselben Stelle mit Blick auf das Wasser auf. „Das gehört bei uns dazu“, sagt John van Damme. „Das Wetter und das Wasser ziehen uns hierher und wir sind glücklich, dass es jedes Jahr wieder klappt.“ Auf Empfehlung von Johns Bruder sei man 1985 das erste Mal nach Bad Dürkheim gekommen. In diesem Jahr bleibt das Paar ganze sieben Wochen – auch für nächstes Jahr ist bereits gebucht. „Erst sind wir mit den Kindern gekommen, mittlerweile auch mit den Enkeln“, erklärt Els van Damme. Die Gemeinschaft auf dem Campingplatz wolle das Duo nicht mehr missen, inzwischen seien auch Freundschaften entstanden. „Bad Dürkheim ist für mich alles“, betont John van Damme. „Ich bete das ganze Jahr dafür, wieder hierherkommen zu dürfen.“
Häufig gesehene Gäste am Almensee sind auch Wildgänse und Enten, die sich am und auf dem Wasser heimisch fühlen. Dass viele Besucher die gefiederten Bewohner mit Brot füttern, ist allerdings ein Problem. „Das ist für die Tiere und den See einfach nicht gut“, erklärt Höhn. Fischbestand gebe es auch im Almensee, wenn auch nicht allzu viel. Eingesetzte Karpfen werden zweimal im Jahr abgefischt, zudem seien Hechte und Zander eingesetzt worden, „um das Gleichgewicht im See zu wahren“. Ob dies gelingt, hängt jedoch nicht nur von der Tierwelt ab.
Qualität des Almensees stetig überprüft
Denn laut EU-Badegewässerrichtlinie und rheinland-pfälzischer Badegewässerverordnung müssen Badeseen in der Badesaison zwischen 1. Juni und 31. August regelmäßig untersucht werden. Während das Gesundheitsamt die mikrobiologische Beschaffenheit des Wassers überprüft, also unter anderem auf Kolibakterien achtet, ist das Landesamt für Umwelt (LfU) für die Analyse der chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit zuständig. Dies beinhaltet unter anderem die Kontrolle möglicher Blaualgen. „Wir machen immer viele Messungen im Almensee. Schließlich handelt es sich um ein grundwassergespeistes, stehendes Gewässer“, sagt Claudia Höhn. „Ich glaube, gegen die Natur kann man nichts machen, man kann nur reagieren.“
Um genügend Sauerstoff im See zu haben, wurde eine Fontäne in der Mitte des Wassers installiert. Aktuell müssen sich Camp-Managerin und Badegäste aber ohnehin keine Sorgen machen. Denn „im Moment gibt es grünes Licht für fast alle der 66 EU-Badeseen in Rheinland-Pfalz“, wie Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) in eine Pressemitteilung Anfang Juni mitteilte. Auch dem Almensee wird dabei eine ausgezeichnete Badewasserqualität bescheinigt – auch dank der Messungen können Gäste also ohne Bedenken auf dem KNAUS Campingpark ins Wasser hüpfen. Konkrete Messergebnisse für alle Seen sind übrigens im Badegewässeratlas unter badeseen.rlp.de einsehbar.
Hier sehen Sie ein paar Eindrücke vom Bad Dürkheimer Almensee:
