Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Schlechteste Straße der Pfalz wird nun doch nicht saniert

Die Straße führt unterhalb der Zweibrücker Fasanerie in Richtung Contwig. Hier geht der Blick Richtung Bahnübergang Tschifflick.
Die Straße führt unterhalb der Zweibrücker Fasanerie in Richtung Contwig. Hier geht der Blick Richtung Bahnübergang Tschifflick.

„Die schlechteste Straße der Pfalz“ sollte für 850.000 Euro saniert werden. Der Zweibrücker Stadtrat hat die Pläne nun gestoppt. Die CDU sagt: Diese Straße braucht keiner.

Dass die alte B10 zwischen der Zweibrücker Fasanerie und Contwig ausgebaut werden soll, ist seit Jahren ein Thema. Die Straße ist in einem erbärmlichen Zustand. Auf komoot.de, einem Routenplaner für Sportler, schreiben Radfahrer: „Die schlechteste Straße der Pfalz?“, „Auf dem kleinen Seitenstreifen ist man schneller als die Autos auf der Straße“ und „Tausende Löcher im Boden, muss man bald mit Panzern fahren“.

In einem Routenplaner für Sportler, schreiben Radfahrer: „Die schlechteste Straße der Pfalz?“, „Auf dem kleinen Seitenstreifen i
In einem Routenplaner für Sportler, schreiben Radfahrer: »Die schlechteste Straße der Pfalz?«, »Auf dem kleinen Seitenstreifen ist man schneller als die Autos auf der Straße« und »Tausende Löcher im Boden, muss man bald mit Panzern fahren«.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) nannte den Zustand schon vor drei Jahren „katastrophal, wenn man es noch glimpflich ausdrückt“. Wobei der Teil, der in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land liegt, deutlich besser ist als der auf Zweibrücker Gebiet. Der Unterschied ist so markant, dass man beim Befahren genau sieht, wo die Grenze zwischen Stadt und Landkreis verläuft. Die Verbandsgemeinde-CDU hatte 2022 gefordert, dass die Straße erneuert wird. Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hatte damals darauf verwiesen, dass die Sanierung bereits ins Auge gefasst sei, und einen Ausbau im Jahr 2023 in Aussicht gestellt.

Daraus wurde nichts. Im Haushalt 2025, den der Stadtrat am Mittwochabend beschloss, waren aber 850.000 Euro für die Sanierung eingeplant. Laut Peter Ernst, Abteilungsleiter im Bauamt, hat das Land gut 70 Prozent Förderung zugesagt. Da nicht alle Kosten förderfähig sind, blieben an der Stadt 390.000 Euro hängen [nicht 250.000 Euro, wie ursprünglich berichtet]. Laut Peter Ernst sollte es losgehen, sobald der Bescheid aus Mainz vorliegt. Nun wird der Ausbau zumindest verschoben: Der Stadtrat hat die Sanierung auf Antrag der CDU mit 22 zu 14 Stimmen aus dem diesjährigen Haushalt gestrichen. CDU, AfD, FWG und Frank Schmid von der SPD waren für die Streichung. Der Rest der SPD, Grüne und FDP wollten das Geld im Haushalt belassen.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) nannte den Zustand schon vor drei Jahren „katastrophal, wenn man es noch glimpflich a
Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) nannte den Zustand schon vor drei Jahren »katastrophal, wenn man es noch glimpflich ausdrückt«.

Die CDU stellte in Frage, dass die Straße überhaupt noch gebraucht wird. „Ist die Straße für uns so zwingend notwendig? Wer nutzt sie?“, fragte Rolf Franzen (CDU). Die Stadt solle ihr Geld besser in Straßen stecken, die auch wirklich befahren werden, forderte er. Ähnlich sah es CDU-Sprecher Pascal Dahler, der darauf hinwies, dass die Hauptverbindung zwischen Zweibrücken und Contwig die L471 ist, die von der Ampel an der Dorndorfkreuzung ins Schwarzbachtal führt. Es sei unnötig, eine Straße für 850.000 Euro aus Steuergeldern zu sanieren, „wenn 50 Meter nebendran eine relativ neue Straße zur Verfügung steht“. Etwas weiter ist es schon, aber tatsächlich verläuft 100 Meter entfernt, fast parallel zur alten B10 und auf der anderen Seite des Schwarzbachs und der Bahnlinie, die deutlich besser ausgebaute Landesstraße, die im Herbst 2012 abgefräst und neu asphaltiert wurde.

Dass die Straße nicht mehr gebraucht werde, sah Thorsten Gries (SPD) anders: Sie sei „schon wichtig“, und zwar als Ausweichmöglichkeit, falls die L471 wegen einer Baustelle oder eines Unfalls gesperrt ist. OB Wosnitza verwies darauf, dass die alte Kreisstraße von sehr vielen Radfahrern genutzt werde. Die Straße schließt eine Lücke zwischen dem Zweibrücker Rosenweg und dem Contwiger Freizeitweg. Bisher werden die Radfahrer über die Ampelkreuzung und an der früheren Tennishalle in die Contwigerhangstraße geleitet. Die mündet in einen asphaltierten Weg am Waldrand, der später gegen die Fahrtrichtung auf den Gehweg übergeht.

Es besteht die Möglichkeit, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit – derzeit 30 Kilometer pro Stunde – weiter reduziert oder d
Es besteht die Möglichkeit, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit – derzeit 30 Kilometer pro Stunde – weiter reduziert oder die Straße gar ganz gesperrt wird.

Wie es mit der Straße nun weitergeht, ist offen. Laut Abteilungsleiter Ernst besteht die Möglichkeit, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit – derzeit 30 Kilometer pro Stunde – weiter reduziert oder die Straße ganz gesperrt wird. Ganz vom Tisch ist der Ausbau nicht. Es ist aber nicht sicher, dass das Land nächstes Jahr oder später erneut Fördergelder zur Verfügung stellt.

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