Meinung
Eine knappe Million für eine Straße, die keiner braucht
Halleluja! Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Die alte Straße von Zweibrücken nach Contwig wird vorerst nicht saniert. Die Entscheidung kam etwas überraschend. Dass CDU, AfD und FWG eine Straßensanierung aufhalten, die Grünen dagegen ausbauen wollen, ebenso. Aber die CDU hat völlig recht: Diese Straße braucht niemand mehr. Wer von Zweibrücken nach Contwig fährt, benutzt die bessere und breitere Landesstraße an der Dorndorfkreuzung. Für eine weitere Straße direkt daneben fast eine Million Euro auszugeben, ist unnötig.
Selbst wer in der Contwiger Bahnhofstraße wohnt, ist schneller in Zweibrücken, wenn er die L471 benutzt. Von der Verbindung profitieren höchstens die 25 Häuser in der Contwiger Hüttenstraße und vielleicht einige Zweibrücker, die mit dem Auto an die Hahnberghütte des Pfälzerwald-Vereins fahren.
Eine Ausweichstrecke braucht es nicht
Auch das immer wieder ins Feld geführte Argument, die Straße diene als Ausweichstrecke, taugt nicht. Mit demselben Argument könnte man die Wege von Rimschweiler an den Flugplatz und vom Wolfsloch parallel zur A8 Richtung Einöd ausbauen. Bewohner anderer Dörfer müssen deutlich weitere Umwege in auf nehmen. Die parallel verlaufende Landesstraße wurde auch erst vor zehn Jahren erneuert. So schnell wird dort nichts mehr saniert. Dass die Straße wegen eines Unfalls gesperrt wird, kommt vor, aber auch nicht so häufig. Dann müssen die Autos eben mal für ein paar Stunden über Oberauerbach oder den Flugplatz fahren.
Die Straße gehört aufgegeben. Die Strecke an sich bietet sich aber ideal als Lückenschluss für Wanderer und Radfahrer an: Sie verläuft ganz genau zwischen dem Zweibrücker Rosenweg und dem Contwiger Freizeitweg, und das noch unterhalb der Fasanerie und in der Nähe der Pfälzerwald-Hütte.
