Steinbach RHEINPFALZ Plus Artikel Herberge hängt in der Schwebe

Seit Oktober 2023 ist die ehemalige Jugendherberge größtenteils unbenutzt. Einzig eine Kitagruppe und eine Privatwohnung sind no
Seit Oktober 2023 ist die ehemalige Jugendherberge größtenteils unbenutzt. Einzig eine Kitagruppe und eine Privatwohnung sind noch im Haus.

Die ehemalige Jugendherberge in Steinbach sollte ursprünglich renoviert werden. Dann wurden Geflüchtete dort untergebracht. Die sind seit Oktober 2023 wieder weg. Es geht aber erstmal trotzdem nicht weiter.

Es ist still geworden um die Jugendherberge in Steinbach. Im März 2020 noch die Schocknachricht, dass sie auch nach der Corona-Pandemie ihre Pforten wohl nicht mehr öffnen werde. Im Oktober übernahm kurzerhand die Ortsgemeinde die Immobilie und brachte unter anderem eine Gruppe des örtlichen Kindergartens unter. 2022 kamen dann Geflüchtete, vor allem aus der Ukraine, dort unter, währenddessen wurde die Immobilie an den ehemaligen Fußballtrainer des TuS Steinbach Timothy Hanauer aus Alzey verkauft. Anvisiert wurde ein Betrieb wie vorher, also bezahlbare Unterkunft für Touristen – auch im Zusammenhang mit seiner 2020 gegründeten Fußballschule. Aber die Geflüchteten blieben, inzwischen unter Verantwortung des Donnersbergkreises, noch bis Ende September 2023. Jetzt ist das Gebäude weitgehend verlassen. Doch Renovierungsarbeiten sind noch immer nicht angelaufen.

Offene Themen vor Umbau

„Wenn es nach mir geht, dann fangen wir nächste Woche schon mit den Arbeiten an“, sagt Hanauer. Der Inhaber einer Fußballschule ist hauptberuflich als Versicherungsberater tätig und besitzt die Immobilie seit Mai 2022. Das Dachgeschoss sei schon entkernt, Material bereits da. Es gebe aber noch „offene Themen mit Verbandsgemeinde und Kreis“, wie es Hanauer beschreibt. Es geht vor allem um Geld, das Hanauer zustehe, weil die vorher untergebrachten Geflüchteten Schäden hinterlassen hätten. „Alle sind involviert und kooperativ, an sich ist eine Einigung auch da, es braucht nur Zeit“, vermutet Hanauer.

Im nächsten Quartal, also zwischen Anfang April und Ende Juni, verortet der Alzeyer den Beginn der Arbeiten. Dann soll aus der ehemaligen Jugendherberge wieder eine Herberge werden. Die Fußballschule Hanauers soll ebenfalls Raum in der Herberge finden, dabei aber eine untergeordnete Rolle spielen. Primär sei die Nutzung als Übernachtungsmöglichkeit geplant, erklärt Hanauer. Das bestätigt auch Steinbachs Ortsbürgermeisterin Susanne Röss. „Wir waren sehr froh, als er die Jugendherberge übernommen hat“, erklärt sie. „Wir denken, das ist das richtige Konzept. Jetzt wäre ein Schlussstrich in Sachen der bisherigen Nutzung gut, das würden wir uns alle wünschen.“

Konflikt um Geldansprüche

Für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler Rudolf Jacob ist dieser Schlussstrich schon da. Nur in einem ganz anderen Sinne. Denn aus seiner Sicht seien Geldansprüche Hanauers ungerechtfertigt. Vor allem in einem Fall, in dem ein Schaden von 30.000 Euro gemeldet worden war, sieht er keinen Handlungsbedarf. „Es kam ein Gutachter von der Versicherung, der den Schaden auf 8000 Euro beziffert hat. Das Vergleichsangebot hat Herr Hanauer angenommen, daher ist das für uns erledigt“, sagt Jacob. Hanauer widerspricht dem: „Ja, ein Angebot stand im Raum. Aber das habe ich nicht angenommen.“

Die Kreisverwaltung hält sich indes einigermaßen bedeckt. Dass Schäden an Haus und Inventar entstehen würden, sei demnach klar gewesen. „Wir sind zusammen mit dem Versicherer in Gesprächen, um für alle Seiten gute Lösungen zu finden und sind zuversichtlich, dass wir diese in naher Zukunft erreichen“, schreibt eine Sprecherin des Kreises auf Anfrage. Wie also weiter? Momentan befindet sich noch immer die Kitagruppe im Gebäude, doch auch die soll im Sommer verschwinden – weil die Kinder in die Schule kommen, wie Bürgermeister Jacob sagt. Außerdem befinde sich eine Privatwohnung in der ehemaligen Herberge, sagt Hanauer. Die Idee, Zimmer zwischenzeitlich an eine Baufirma als Monteurswohnungen zu vermieten, habe man wieder verworfen. Man sei sich auch hier mit dem Kreis nicht einig geworden, sagt Hanauer. Somit wird das Gebäude bis zu einer Einigung erstmal im Schwebezustand verharren.

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